Lackierer
Lackierer beschichten Fahrzeuge, Bauteile und Metall- oder Holzoberflächen mit Lack und Schutzschichten. Sie schleifen, spachteln, mischen Farbtöne und spritzen Lack in Kabinen oder an Anlagen.
32 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Lackierer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.600 € | 3.000 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.700 € | 37.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.800 € | 4.800 € | 45.600 € |
Am stärksten wirkt der Unterschied zwischen Handwerk und Industrie: In tarifgebundenen Industriebetrieben nach IG-Metall-Tarif oder dem Tarifvertrag der chemischen Industrie liegen die Verdienste deutlich über denen kleiner Karosseriebetriebe, die oft nur am Rahmentarif des Maler- und Lackiererhandwerks orientiert zahlen. Schichtzulagen, Meisterbrief und Spezialisierungen wie Oldtimer- oder Flugzeuglackierung erhöhen das Einkommen zusätzlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Lackierer?
Lackierer bringen Beschichtungen auf Oberflächen auf – meist auf Fahrzeuge, Karosserieteile, Maschinen, Metallkonstruktionen oder Möbel. Der eigentliche Spritzvorgang ist dabei nur ein kleiner Teil der Arbeit. Den größten Anteil nimmt die Vorbereitung ein: alte Beschichtungen abschleifen, Rost entfernen, Dellen spachteln, Kanten abkleben, Grundierung und Füller auftragen, zwischenschleifen, entfetten, staubfrei machen. Erst danach folgt der Lackaufbau mit Basislack und Klarlack, oft in mehreren Durchgängen mit Trockenzeiten dazwischen.
Ein zentraler Teil des Berufs ist das Farbtonfinden. Bei Reparaturen an Fahrzeugen muss der neue Lack zum gealterten Bestandslack passen. Dazu werden Farbtondaten aus Datenbanken gezogen, Mischungen an der Mischbank angesetzt und Probebleche gespritzt und verglichen. In Industriebetrieben arbeiten Lackierer stärker an Anlagen: Pulverbeschichtung, Tauchverfahren, automatisierte Spritzroboter, deren Programme überwacht und deren Ergebnisse geprüft werden. Dazu kommen Schichtdickenmessung, Haftungsprüfungen und Dokumentation.
Wie wird man Lackierer?
Der klassische Weg ist eine duale Ausbildung. Als Fahrzeuglackierer dauert sie drei Jahre, im Beruf Maler und Lackierer ebenfalls drei Jahre mit Fachrichtungswahl. In der Industrie führt die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik. Ein mittlerer Schulabschluss ist üblich, mit Hauptschulabschluss und guten Noten in Werken, Chemie und Mathematik gibt es ebenfalls Chancen. Wichtig ist ein normales Farbsehen – eine Rot-Grün-Schwäche schließt die Arbeit am Farbton praktisch aus.
Quereinstieg ist möglich, vor allem in Industrielackierereien, wo angelernte Kräfte an Anlagen eingesetzt werden. Für qualifizierte Reparaturlackierung und für die Farbtonarbeit ist eine Ausbildung praktisch Voraussetzung. Wer sich weiterentwickeln will, macht den Meister im Fahrzeuglackierer- oder Maler- und Lackiererhandwerk oder eine Weiterbildung zum Techniker für Farb- und Lacktechnik.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich fordernd. Schleifen über Kopf, gebückte Haltung an Schwellern und Radläufen, stundenlanges Stehen, Handhabung schwerer Teile. Lösemittel, Isocyanate in Härtern und Schleifstaub machen Atemschutz und Schutzkleidung zur Pflicht; in Lackierkabinen wird bei hoher Temperatur mit Vollmaske und Overall gearbeitet. Wer zu Atemwegserkrankungen oder Hautproblemen neigt, sollte den Beruf kritisch prüfen. Arbeitsmedizinische Vorsorge ist vorgeschrieben.
Genauigkeit zählt mehr als Tempo, wird aber unter Termindruck verlangt: In Karosseriebetrieben hängen Werkstattauslastung und Versicherungsabrechnung am Lackierprozess. Läufer, Staubeinschlüsse oder ein sichtbarer Farbtonversatz bedeuten Nacharbeit. In der Industrie ist Schichtarbeit verbreitet, im Handwerk überwiegen geregelte Tagesarbeitszeiten mit Überstunden in Auftragsspitzen.
Aussichten
Lackierer werden gesucht, besonders in Karosserie- und Lackfachbetrieben, wo Fachkräfte knapp sind. Die Zahl der Unfallreparaturen bleibt stabil, gleichzeitig steigen die technischen Anforderungen: Assistenzsysteme in Stoßfängern, Aluminium- und Kunststoffträger, Mehrschichtlacke und wasserbasierte Systeme verlangen mehr Wissen als früher. In der Industrie verschiebt sich die Arbeit zur Anlagenführung und Qualitätsprüfung.
Entwicklungswege führen über den Meister in Betriebsleitung oder Selbstständigkeit, in den Kundendienst und die Anwendungstechnik der Lackhersteller, in die Lackierschulung oder zum Schadengutachter. Spezialisierungen wie Airbrush, Oldtimerrestaurierung, Nutzfahrzeug- oder Flugzeuglackierung sind gut bezahlt, aber Nischen mit begrenzter Anzahl von Stellen.
Aufgaben
- Oberflächen schleifen, entfetten und grundieren
- Dellen und Unebenheiten spachteln und verschleifen
- Bauteile abkleben und Nachbarflächen abdecken
- Farbtöne nach Herstellerdaten an der Mischbank ansetzen
- Basis- und Klarlack in der Kabine spritzen
- Lackschichtdicken messen und Oberflächen auf Fehler prüfen
- Läufer, Staubeinschlüsse und Orangenhaut polieren oder nachlackieren
- Spritzpistolen, Filter und Absauganlagen reinigen und warten
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Fahrzeuglackierer, Maler und Lackierer oder Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik
- normales Farbsehen, keine Rot-Grün-Schwäche
- gesunde Atemwege und Haut, keine Lösemittel- oder Staubempfindlichkeit
- Sorgfalt und ruhige Hand, Geduld bei der Vorbereitungsarbeit
- körperliche Belastbarkeit für Arbeiten über Kopf und in Zwangshaltung
- Bereitschaft, konsequent mit Atemschutz und Schutzkleidung zu arbeiten
- Führerschein für Werkstattbetriebe mit Fahrzeugannahme von Vorteil
Wo man arbeitet
- Karosserie- und Lackfachbetriebe
- Autohäuser mit eigener Werkstatt
- Industrielackierereien und Beschichtungsanlagen
- Fahrzeug- und Maschinenbau
- Malerbetriebe mit Lackierabteilung
- Nutzfahrzeug- und Schienenfahrzeugwerke
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung, meist als Fahrzeuglackierer oder als Maler und Lackierer mit Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung. In der Industrie führt der Weg über die dreijährige Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik. Abschluss ist die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer beziehungsweise die IHK-Abschlussprüfung; darauf kann der Meister oder eine Technikerweiterbildung folgen.
Offene Stellen als Lackierer
In der Suche fortsetzen
Lackierer (w/m/d) in München
Lackierer (w/m/d) in München
Lackierer (w/m/d) in München
Lackierer (m/w/d)
Lackierer (m/w/d)
Lackierer (m/w/d)
Lackierer (m/w/d)
Verwandte Berufe
Fahrzeuglackierer
Fahrzeuglackierer bereiten Karosserieteile vor, spritzen Lack auf und stellen Farbtöne nach Vorgabe her. Sie arbeiten meist in Lackierbetrieben, Karosseriewerkstätten oder bei Autoherstellern.
- Offene Stellen
- 14
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.500 €
Industriemechaniker
Industriemechaniker bauen, warten und reparieren Maschinen und Produktionsanlagen. Sie fertigen Bauteile, montieren Anlagen und halten die Produktion am Laufen.
- Offene Stellen
- 192
- Monatsbrutto
- 2.600 – 5.500 €
Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker
Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker richten beschädigte Fahrzeugkarosserien wieder her, bauen Aufbauten für Nutzfahrzeuge und montieren Anhänger, Kofferaufbauten oder Sonderfahrzeuge. Sie arbeiten mit Blech, Aluminium, Kunststoff und zunehmend mit Elektronik.
- Offene Stellen
- 15
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.800 €
Maler und Lackierer
Maler und Lackierer gestalten und schützen Oberflächen an Gebäuden: Sie streichen Wände, tapezieren, lackieren Fenster und Türen, verputzen und bringen Dämmung an. Die Arbeit findet auf Baustellen, in Wohnungen und in Werkstätten statt.
- Offene Stellen
- 18
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.600 €
Passend dazu im Ratgeber
- Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht, Angebot, Wunsch Vorsorge ist keine Eignungsprüfung und kein Test, den man bestehen muss. Welche drei Arten...
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Quereinstieg: wie ein Wechsel in einen anderen Beruf gelingt Ein Berufswechsel scheitert selten an der Fähigkeit und oft an der Darstellung. Welche Weg...