Kunststoff- und Kautschuktechnologe
Kunststoff- und Kautschuktechnologen richten Maschinen ein, mit denen aus Granulat, Pulver oder Kautschukmischungen Formteile, Rohre, Folien oder Dichtungen entstehen. Sie überwachen die Produktion, prüfen die Qualität der Teile und halten die Anlagen instand.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kunststoff- und Kautschuktechnologe verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.100 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit dem Bundesentgelttarifvertrag der chemischen Industrie oder einem Tarifvertrag der IG Metall liegen die Entgelte deutlich über denen tariffreier Kunststoffverarbeiter, wo der Einstieg nahe am unteren Rand liegt. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen können das Monatseinkommen um zehn bis zwanzig Prozent erhöhen und sind hier nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kunststoff- und Kautschuktechnologe?
Der Arbeitstag beginnt meist an der Maschine: Spritzgießanlage, Extruder, Blasformmaschine oder Vulkanisationspresse. Kunststoff- und Kautschuktechnologen bauen Werkzeuge und Formen ein, stellen Temperaturen, Drücke, Zykluszeiten und Einspritzgeschwindigkeiten ein und fahren die Anlage an. Bis das erste brauchbare Teil herauskommt, wird nachjustiert. Danach läuft die Serie, und die Aufgabe verschiebt sich auf Überwachung: Maße mit Messschieber und Lehren prüfen, Oberflächen begutachten, Ausschuss aussortieren, Materialnachschub sicherstellen, Störungen beheben.
Dazu kommt die Arbeit am Material selbst. Kunststoffgranulate werden getrocknet, gefärbt, mit Füllstoffen oder Recyclat gemischt; Kautschukmischungen werden nach Rezept auf Walzwerken oder im Innenmischer hergestellt. Wer in der Faserverbundtechnologie arbeitet, legt Gewebe in Formen ein und tränkt sie mit Harz. Prüfergebnisse werden dokumentiert, Prozessdaten erfasst, Abweichungen an die Fertigungssteuerung gemeldet. Wartung, Werkzeugwechsel und Reinigung gehören ebenso dazu wie die Einweisung von Aushilfen an einfacheren Anlagen.
Wie wird man Kunststoff- und Kautschuktechnologe?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Betriebe wählen meist Bewerber mit mittlerem Schulabschluss aus, mit gutem Hauptschulabschluss sind die Chancen in Regionen mit vielen Kunststoffbetrieben aber real. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr wird eine von mehreren Fachrichtungen gewählt, etwa Formteile, Halbzeuge, Bauteile, Faserverbundtechnologie, Kunststofffenster, Compound- und Masterbatchherstellung oder Mehrschichtkautschukteile. Mathematik, Physik und Chemie sind in der Berufsschule kein Nebenfach, Rechnen mit Formeln und Werkstoffkennwerten gehört zum Alltag.
Quereinstieg kommt vor: Wer als angelernte Maschinenbedienerin oder aus einem verwandten Metall- oder Chemieberuf einsteigt, kann die Prüfung nach mehreren Jahren Tätigkeit als Externenprüfung nachholen. Einige Betriebe unterstützen das.
Was der Beruf verlangt
Die Produktion läuft in vielen Werken durchgehend, also im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, oft auch am Wochenende. Nachtschicht ist für viele der Punkt, an dem sie den Beruf verlassen oder eben nicht. In der Halle ist es warm, laut und riecht nach heißem Kunststoff, in der Kautschukverarbeitung deutlich stärker. Gearbeitet wird überwiegend im Stehen, Werkzeuge und Materialsäcke sind schwer, Hebehilfen gibt es nicht überall. Heiße Maschinenteile, Schmelze und Dämpfe verlangen Schutzkleidung und Disziplin bei den Sicherheitsregeln.
Dazu kommt Monotonie in Serienphasen und Druck, wenn die Anlage steht, weil jede Stillstandsminute Geld kostet. Wer Ordnung mag, genau messen kann und bei einer Störung ruhig systematisch sucht, kommt gut zurecht. Wer schnelle Abwechslung und ruhige Büroluft braucht, nicht.
Aussichten
Kunststoffe stecken in Autos, Medizintechnik, Verpackungen, Bau und Elektronik, und Fachkräfte sind in der Branche knapp. Übernahme nach der Ausbildung ist eher die Regel als die Ausnahme, allerdings sind viele Betriebe stark von der Automobilindustrie abhängig, was sie konjunkturanfällig macht. Recycling, Materialsubstitution und Prozessautomatisierung verändern die Arbeit, machen sie aber nicht überflüssig.
Entwicklungswege führen über den Industriemeister Kunststoff und Kautschuk, den Technischen Fachwirt oder eine Weiterbildung zum Techniker in Kunststofftechnik. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium in Kunststofftechnik oder Verfahrenstechnik möglich. Innerbetrieblich gibt es Wege in die Qualitätssicherung, den Werkzeugbau, die Anwendungstechnik oder in die Ausbildung des Nachwuchses.
Aufgaben
- Werkzeuge und Formen in Spritzgieß-, Extrusions- oder Pressanlagen einbauen
- Prozessparameter wie Temperatur, Druck und Zykluszeit einstellen und optimieren
- Granulate, Additive und Kautschukmischungen nach Rezept aufbereiten
- laufende Produktion überwachen und Störungen beheben
- Maße, Oberflächen und Werkstoffeigenschaften der Teile prüfen
- Prüfergebnisse und Prozessdaten dokumentieren
- Anlagen warten, reinigen und einfache Reparaturen ausführen
- Ausschuss beurteilen und Ursachen für Fehlteile suchen
Voraussetzungen
- mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
- Interesse an Technik, Werkstoffen und Naturwissenschaften
- sicheres Rechnen und Verständnis für Messwerte und Toleranzen
- Bereitschaft zu Schicht- und Wochenendarbeit
- körperliche Belastbarkeit, langes Stehen und Heben
- Sorgfalt und Zuverlässigkeit im Umgang mit heißen Maschinen und Chemikalien
Wo man arbeitet
- kunststoffverarbeitende Industriebetriebe
- Hersteller von Gummi- und Dichtungstechnik
- Automobil- und Zulieferindustrie
- Verpackungs- und Folienhersteller
- Hersteller von Bauteilen für Medizintechnik und Elektronik
- Betriebe für Fensterprofile und Faserverbundbauteile
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt über eine dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule mit Abschluss als Kunststoff- und Kautschuktechnologe vor der Industrie- und Handelskammer. Ab dem zweiten Jahr wird eine Fachrichtung gewählt, etwa Formteile, Halbzeuge, Faserverbundtechnologie oder Mehrschichtkautschukteile. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich.
Offene Stellen als Kunststoff- und Kautschuktechnologe
In der Suche fortsetzen
Ausbildung zum Kunststoff- und Kautschuktechnologe 2027 (w/m/d)
Kunststoff- und Kautschuktechnologe/in (m/w/d)
Ausbildung 2027: Kunststoff- und Kautschuktechnologe (m/w/d) - Fachrichtung Formteile
Kunststoff- und Kautschuktechnologe (m/w/d)
Ausbildung Kunststoff- und Kautschuktechnologe (m/w/d) - Fachrichtung Formteile | Start 2026
Verwandte Berufe
Chemikant
Chemikanten steuern und überwachen Anlagen, in denen chemische Stoffe hergestellt und verarbeitet werden. Sie bedienen Reaktoren, Pumpen und Destillationskolonnen, entnehmen Proben und halten die Produktion in engen Grenzen.
- Offene Stellen
- 11
- Monatsbrutto
- 3.000 – 5.800 €
Industriemechaniker
Industriemechaniker bauen, warten und reparieren Maschinen und Produktionsanlagen. Sie fertigen Bauteile, montieren Anlagen und halten die Produktion am Laufen.
- Offene Stellen
- 200
- Monatsbrutto
- 2.600 – 5.500 €
Maschinen- und Anlagenführer
Maschinen- und Anlagenführer richten Produktionsmaschinen ein, bedienen sie, überwachen den laufenden Betrieb und halten die Anlagen instand. Der Beruf gehört zum Kern der industriellen Fertigung und läuft meist im Schichtbetrieb.
- Offene Stellen
- 118
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.400 €
Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik
Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik richten Maschinen ein, mit denen aus Granulat oder Kautschukmischungen Formteile, Rohre, Folien oder Dichtungen entstehen, und überwachen die laufende Produktion. Sie sorgen dafür, dass Maße, Oberflächen und Materialeigenschaften der Teile stimmen.
- Offene Stellen
- 5
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.200 €
Werkzeugmechaniker
Werkzeugmechaniker fertigen und reparieren Werkzeuge, Formen und Vorrichtungen, mit denen andere Betriebe millionenfach Teile herstellen. Sie arbeiten an Fräs- und Schleifmaschinen, an CNC-Anlagen und in Präzision im Hundertstelmillimeterbereich.
- Offene Stellen
- 17
- Monatsbrutto
- 2.600 – 5.200 €
Passend dazu im Ratgeber
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Bürostuhl kaufen: woran man einen guten erkennt Ein Bürostuhl trägt acht Stunden am Tag. Welche Prüfzeichen etwas aussagen, welche fünf Ei...
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...