Kindheitspädagogik am Campus oder virtuell
Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen begleiten die Bildung und Entwicklung von Kindern bis etwa zehn Jahre – in Kitas, Krippen, Horten und Familienzentren. Das Studium wird an Hochschulen vor Ort oder als Fernstudium mit virtuellen Vorlesungen angeboten.
15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kindheitspädagogik am Campus oder virtuell verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.100 € | 3.400 € | 3.700 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 3.900 € | 4.300 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.500 € | 5.400 € | 54.000 € |
Bei öffentlichen und kirchlichen Trägern gilt der TVöD-SuE beziehungsweise AVR, meist Entgeltgruppe S 8b bis S 11b – die Spanne innerhalb der Gruppe ergibt sich fast nur aus Berufsjahren. Deutlich mehr zahlt in der Regel erst eine Leitungs- oder Fachberatungsstelle; kleine private Träger liegen häufig unter Tarif.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Kindheitspädagogin?
Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen arbeiten mit Kindern von der Geburt bis zum Grundschulalter. Der Alltag besteht aus Beobachten, Begleiten und Dokumentieren: Bildungs- und Lerngeschichten schreiben, Portfolios führen, Sprachstandserhebungen durchführen, Entwicklungsgespräche mit Eltern vorbereiten. Dazu kommt die konkrete Arbeit in der Gruppe – Morgenkreis, Projekte zu Naturwissenschaft, Musik oder Bewegung, Essenssituationen, Wickeln und Trösten bei den Kleinsten. Wer akademisch ausgebildet ist, übernimmt häufig zusätzlich fachliche Aufgaben: Konzeptionsarbeit, Anleitung von Praktikantinnen und Auszubildenden, Qualitätsentwicklung, Zusammenarbeit mit Frühförderstellen, Jugendamt und Grundschulen. Manche arbeiten nicht in der Gruppe, sondern in Fachberatung, in der Kita-Leitung, in Familienbildung oder in Trägerverwaltungen.
Wie wird man Kindheitspädagogin?
Üblich ist ein Bachelorstudium Kindheitspädagogik, Pädagogik der frühen Kindheit oder Frühpädagogik, meist sechs bis acht Semester. Es führt in der Regel zur staatlichen Anerkennung als Kindheitspädagoge oder Kindheitspädagogin, was Voraussetzung für die Anerkennung als Fachkraft in Kitas ist – die Regelungen unterscheiden sich je Bundesland. Zugang bietet die Fachhochschulreife oder das Abitur, in vielen Ländern auch eine Erzieherausbildung mit Berufspraxis ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung. Neben dem Präsenzstudium am Campus gibt es Fernstudiengänge und berufsbegleitende Varianten, bei denen Vorlesungen virtuell stattfinden und Prüfungen online oder an Studienzentren abgelegt werden. Praxisphasen sind auch dort verpflichtend und müssen in Einrichtungen absolviert werden. Ein anschließender Master eröffnet Wege in Leitung, Fachberatung oder Forschung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich und stimmlich anstrengend: viel Bewegung am Boden, Heben von Kleinkindern, dauerhafter Lärmpegel. Personalmangel ist in vielen Einrichtungen die Regel, Krankheitsausfälle werden aus dem laufenden Betrieb kompensiert, Vorbereitungszeiten fallen dann weg. Wer studiert hat, erlebt manchmal Spannungen im Team, weil die akademische Qualifikation nicht überall mit anderen Aufgaben oder besserer Bezahlung verbunden ist. Die Arbeitszeiten liegen meist im Frühdienst und Spätdienst zwischen sieben und siebzehn Uhr, Wochenendarbeit ist selten. Emotional fordernd sind Gespräche über Entwicklungsverzögerungen, Verdachtsfälle von Kindeswohlgefährdung und Konflikte mit Eltern. Nötig sind Geduld, Beobachtungsgenauigkeit, Belastbarkeit und die Fähigkeit, fachliche Positionen auch gegen Widerstand zu vertreten. Ein erweitertes Führungszeugnis und Impf- oder Immunitätsnachweise gegen Masern sind Pflicht.
Aussichten
Der Bedarf an Fachkräften in der frühkindlichen Bildung ist bundesweit hoch und wird laut Prognosen auf Jahre hinaus nicht gedeckt. Stellen sind praktisch überall zu finden, auch mit Wunsch nach Teilzeit. Entwicklungswege führen in die Kita-Leitung, in die Fachberatung eines Trägers, in Frühförderung, Familienbildung oder in die Lehre an Fachschulen. Ein Master ermöglicht Tätigkeiten in Sozialverwaltung, Konzeptentwicklung oder Wissenschaft. Wer in der Gruppe bleibt, sollte wissen, dass die Bezahlung meist an den gleichen Tarifgruppen hängt wie bei ausgebildeten Erzieherinnen – der Studienabschluss zahlt sich vor allem bei Leitungs- und Beratungsstellen aus.
Aufgaben
- Bildungsprozesse von Kindern beobachten und dokumentieren
- Projekte und Angebote zu Sprache, Bewegung, Natur und Musik gestalten
- Entwicklungs- und Elterngespräche führen
- Kinder in Pflegesituationen und im Tagesablauf begleiten
- Pädagogische Konzeption der Einrichtung weiterentwickeln
- Praktikantinnen und Auszubildende anleiten
- Mit Frühförderstellen, Jugendamt und Grundschulen zusammenarbeiten
- Kinderschutzfälle einschätzen und Verfahren einleiten
Voraussetzungen
- Fachhochschulreife oder Abitur, in vielen Ländern auch Erzieherausbildung mit Berufspraxis
- Bachelor in Kindheitspädagogik mit staatlicher Anerkennung
- Erweitertes Führungszeugnis ohne Einträge
- Nachweis über Masernimmunität
- Geduld, Beobachtungsgenauigkeit und stabile Nerven bei Lärm und Unruhe
- Körperliche Belastbarkeit für Arbeit am Boden und Heben von Kleinkindern
Wo man arbeitet
- Kindertagesstätten und Krippen
- Horte und Ganztagsgrundschulen
- Familienzentren und Familienbildungsstätten
- Frühförder- und Beratungsstellen
- Trägerverwaltungen und Fachberatungen
- Fachschulen für Sozialpädagogik
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium Kindheitspädagogik oder Pädagogik der frühen Kindheit über sechs bis acht Semester, das mit dem Bachelor of Arts und der staatlichen Anerkennung endet. Es ist als Präsenzstudium am Campus, als berufsbegleitendes Studium oder als virtuelles Fernstudium mit Praxisphasen möglich. Ein Master von weiteren zwei bis vier Semestern qualifiziert für Leitung, Fachberatung und Forschung.
Offene Stellen als Kindheitspädagogik am Campus oder virtuell
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Duales Studium Kindheitspädagogik (B.A.) am Campus oder virtuell
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Verwandte Berufe
Erzieher
Erzieherinnen und Erzieher begleiten Kinder und Jugendliche in Kitas, Horten oder Wohngruppen: Sie fördern Sprache, Motorik und Sozialverhalten, gestalten den Tagesablauf und arbeiten mit Eltern zusammen. Der Beruf ist pädagogisch anspruchsvoll und personell dauerhaft angespannt.
- Offene Stellen
- 47
- Monatsbrutto
- 2.900 – 5.200 €
Kita-Leitung
Kita-Leitungen führen eine Kindertageseinrichtung fachlich, personell und organisatorisch. Sie verantworten die pädagogische Konzeption, den Dienstplan, das Budget und den Kontakt zu Eltern, Träger und Behörden.
- Offene Stellen
- 9
- Monatsbrutto
- 3.700 – 6.600 €
Sozialpädagoge
Sozialpädagogen begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen: Kinder und Jugendliche, Familien, Wohnungslose, Menschen mit Suchterkrankung. Sie beraten, vermitteln zu Ämtern und Hilfen und dokumentieren ihre Arbeit.
- Offene Stellen
- 13
- Monatsbrutto
- 3.100 – 5.800 €
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