Was macht eine Kindheitspädagogin?
Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen arbeiten mit Kindern von der Geburt bis zum Grundschulalter. Der Alltag besteht aus Beobachten, Begleiten und Dokumentieren: Bildungs- und Lerngeschichten schreiben, Portfolios führen, Sprachstandserhebungen durchführen, Entwicklungsgespräche mit Eltern vorbereiten. Dazu kommt die konkrete Arbeit in der Gruppe – Morgenkreis, Projekte zu Naturwissenschaft, Musik oder Bewegung, Essenssituationen, Wickeln und Trösten bei den Kleinsten. Wer akademisch ausgebildet ist, übernimmt häufig zusätzlich fachliche Aufgaben: Konzeptionsarbeit, Anleitung von Praktikantinnen und Auszubildenden, Qualitätsentwicklung, Zusammenarbeit mit Frühförderstellen, Jugendamt und Grundschulen. Manche arbeiten nicht in der Gruppe, sondern in Fachberatung, in der Kita-Leitung, in Familienbildung oder in Trägerverwaltungen.
Wie wird man Kindheitspädagogin?
Üblich ist ein Bachelorstudium Kindheitspädagogik, Pädagogik der frühen Kindheit oder Frühpädagogik, meist sechs bis acht Semester. Es führt in der Regel zur staatlichen Anerkennung als Kindheitspädagoge oder Kindheitspädagogin, was Voraussetzung für die Anerkennung als Fachkraft in Kitas ist – die Regelungen unterscheiden sich je Bundesland. Zugang bietet die Fachhochschulreife oder das Abitur, in vielen Ländern auch eine Erzieherausbildung mit Berufspraxis ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung. Neben dem Präsenzstudium am Campus gibt es Fernstudiengänge und berufsbegleitende Varianten, bei denen Vorlesungen virtuell stattfinden und Prüfungen online oder an Studienzentren abgelegt werden. Praxisphasen sind auch dort verpflichtend und müssen in Einrichtungen absolviert werden. Ein anschließender Master eröffnet Wege in Leitung, Fachberatung oder Forschung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich und stimmlich anstrengend: viel Bewegung am Boden, Heben von Kleinkindern, dauerhafter Lärmpegel. Personalmangel ist in vielen Einrichtungen die Regel, Krankheitsausfälle werden aus dem laufenden Betrieb kompensiert, Vorbereitungszeiten fallen dann weg. Wer studiert hat, erlebt manchmal Spannungen im Team, weil die akademische Qualifikation nicht überall mit anderen Aufgaben oder besserer Bezahlung verbunden ist. Die Arbeitszeiten liegen meist im Frühdienst und Spätdienst zwischen sieben und siebzehn Uhr, Wochenendarbeit ist selten. Emotional fordernd sind Gespräche über Entwicklungsverzögerungen, Verdachtsfälle von Kindeswohlgefährdung und Konflikte mit Eltern. Nötig sind Geduld, Beobachtungsgenauigkeit, Belastbarkeit und die Fähigkeit, fachliche Positionen auch gegen Widerstand zu vertreten. Ein erweitertes Führungszeugnis und Impf- oder Immunitätsnachweise gegen Masern sind Pflicht.
Aussichten
Der Bedarf an Fachkräften in der frühkindlichen Bildung ist bundesweit hoch und wird laut Prognosen auf Jahre hinaus nicht gedeckt. Stellen sind praktisch überall zu finden, auch mit Wunsch nach Teilzeit. Entwicklungswege führen in die Kita-Leitung, in die Fachberatung eines Trägers, in Frühförderung, Familienbildung oder in die Lehre an Fachschulen. Ein Master ermöglicht Tätigkeiten in Sozialverwaltung, Konzeptentwicklung oder Wissenschaft. Wer in der Gruppe bleibt, sollte wissen, dass die Bezahlung meist an den gleichen Tarifgruppen hängt wie bei ausgebildeten Erzieherinnen – der Studienabschluss zahlt sich vor allem bei Leitungs- und Beratungsstellen aus.