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Gesundheit & Pflege

Kinderkrankenschwester

Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpfleger pflegen und versorgen Kinder von der Geburt bis ins Jugendalter – auf Kinderstationen, in der Neonatologie, in Praxen oder in der ambulanten Intensivpflege. Sie betreuen dabei immer auch die Eltern mit.

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Gehalt

Was man als Kinderkrankenschwester verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.200 € 3.500 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.700 € 4.100 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €

In kommunalen und kirchlichen Kliniken richtet sich die Vergütung nach TVöD-P bzw. AVR – dort bestimmen Entgeltgruppe und Stufe fast alles, Verhandlungsspielraum gibt es kaum. Deutlich ins Gewicht fallen Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste sowie Zulagen für Intensiv- und Neonatologiebereiche; private Träger ohne Tarifbindung zahlen häufig weniger.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Kinderkrankenschwester?

Die Arbeit unterscheidet sich in einem Punkt grundlegend von der Erwachsenenpflege: Die Patienten können oft nicht sagen, was ihnen fehlt. Ein Säugling schreit, ein Zweijähriger hat Angst vor dem Stethoskop, ein Jugendlicher schweigt. Kinderkrankenpflegende beobachten deshalb sehr genau – Atemmuster, Hautfarbe, Trinkverhalten, Muskelspannung – und erkennen Verschlechterungen häufig, bevor Messwerte sie zeigen.

Zum Alltag gehören Vitalzeichenkontrollen, das Legen und Überwachen von Zugängen, Medikamentengaben in kindgerecht berechneten Dosen, Sondenernährung, Inhalationen, Verbandwechsel und die Assistenz bei Untersuchungen und Eingriffen. In der Neonatologie kommt die Versorgung von Frühgeborenen im Inkubator hinzu, auf der Kinderintensivstation die Beatmungspflege. Dazu Dokumentation, Übergaben, Visitenbegleitung.

Ein großer Teil der Arbeit richtet sich an die Eltern. Sie sind in der Kinderklinik meist mit aufgenommen, sind verunsichert, erschöpft, manchmal fordernd. Sie anzuleiten – beim Absaugen, beim Umgang mit einer Insulinpumpe, beim Stillen eines Frühgeborenen – ist Teil des Berufs, nicht Zusatz.

Wie wird man Kinderkrankenschwester?

Seit 2020 beginnen alle mit der dreijährigen generalistischen Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Wer in der Kinderkrankenpflege arbeiten will, wählt im dritten Ausbildungsjahr den Vertiefungseinsatz Pädiatrie und kann dann den gesonderten Abschluss "Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin" erwerben – oder bleibt beim generalistischen Abschluss, der ebenfalls zur Arbeit mit Kindern berechtigt. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss. Die Ausbildung ist vergütet.

Daneben gibt es primärqualifizierende Pflegestudiengänge, die mit einem Bachelor und der Berufszulassung abschließen. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung ist nicht möglich; wer aus der Kinderbetreuung oder als Pflegehelferin kommt, kann sich Zeiten unter Umständen anrechnen lassen.

Was der Beruf verlangt

Schichtdienst, Wochenend- und Nachtdienste, Feiertage. Der Personalmangel ist auf Kinderstationen besonders spürbar, weil die Betreuungsschlüssel enger sind und im Winter regelmäßig Infektionswellen die Stationen überfüllen. Dienstpläne kippen, Frei wird abgesagt.

Körperlich ist die Arbeit fordernd: Kinder heben, gebückt am Bettchen arbeiten, lange stehen. Psychisch fordert vor allem, was manche Leute für unaussprechlich halten und was doch dazugehört – schwer kranke Kinder, palliative Verläufe, Todesfälle, Verdachtsmomente auf Kindeswohlgefährdung. Wer glaubt, Kinderkrankenpflege sei die freundlichere Variante der Pflege, irrt. Sie ist die emotional näher gehende.

Gleichzeitig braucht es Geduld, Humor und die Fähigkeit, sich auf ein Vierjähriges einzustellen und zwei Minuten später mit einem Oberarzt über Beatmungsparameter zu sprechen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird hoch bleiben; Kinderkliniken suchen dauerhaft. Die Position auf dem Arbeitsmarkt ist entsprechend stark, Teilzeitmodelle sind gut verhandelbar.

Entwicklungswege führen über Fachweiterbildungen – pädiatrische Intensiv- und Anästhesiepflege, Onkologie, Palliativversorgung – oder über Praxisanleitung, Hygienefachkraft und Stationsleitung. Ein Pflegestudium öffnet Wege in Pflegewissenschaft, Qualitätsmanagement und Lehre. Alternativen außerhalb der Klinik: Kinderarztpraxis, ambulante Kinderintensivpflege, Kinderhospiz, Frühförderung, Betriebe der Medizintechnik.

Aufgaben

  • Vitalzeichen, Trink- und Ausscheidungsverhalten von Säuglingen und Kindern überwachen
  • Medikamente nach Körpergewicht stellen und verabreichen
  • Zugänge, Sonden, Katheter und Beatmungszugänge versorgen
  • Frühgeborene im Inkubator betreuen und beim Kangarooing anleiten
  • Eltern in Pflegetechniken einweisen und bei Diagnosen begleiten
  • Bei Untersuchungen, Punktionen und kleinen Eingriffen assistieren
  • Pflegeverläufe dokumentieren und Übergaben strukturieren
  • Kinder auf Eingriffe vorbereiten und Angst durch Spiel und Ablenkung abbauen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann oder als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin
  • In der Regel mittlerer Schulabschluss als Zugang zur Ausbildung
  • Gesundheitliche Eignung, Impfschutz nach Masernschutzgesetz
  • Bereitschaft zu Wechselschicht, Nacht- und Wochenenddiensten
  • Sehr genaue Beobachtungsgabe und Sorgfalt bei Dosisberechnungen
  • Belastbarkeit im Umgang mit schwer kranken und sterbenden Kindern
  • Geduld und Kommunikationsfähigkeit gegenüber Kindern und Angehörigen

Wo man arbeitet

  • Kinderkliniken und Kinderstationen von Krankenhäusern
  • Neonatologie und pädiatrische Intensivstationen
  • Kinder- und jugendärztliche Praxen
  • Ambulante Kinderintensivpflegedienste
  • Kinderhospize und sozialpädiatrische Zentren
  • Rehabilitationskliniken für Kinder und Jugendliche

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit praktischen Einsätzen im Krankenhaus. Wer den Vertiefungseinsatz im dritten Jahr in der Pädiatrie absolviert, kann den gesonderten Abschluss "Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin" führen. Alternativ gibt es dreieinhalb- bis vierjährige primärqualifizierende Pflegestudiengänge mit Bachelorabschluss und Berufszulassung.

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Offene Stellen
4
Monatsbrutto
3.100 – 6.000 €

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