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IT & Software

Kaufmann für Digitalisierungsmanagement

Kaufleute für Digitalisierungsmanagement verbinden IT und Betriebswirtschaft: Sie analysieren Geschäftsprozesse, planen digitale Lösungen, holen Angebote ein und begleiten die Einführung von Software und IT-Systemen im Unternehmen.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kaufmann für Digitalisierungsmanagement verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 4.000 € 4.800 € 48.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 5.100 € 6.500 € 61.200 €

Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In der Metall- und Elektroindustrie oder bei Banken und Versicherungen liegen die Gehälter nach Tarifvertrag deutlich über denen kleiner Systemhäuser, im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD beziehungsweise TV-L. Während der Ausbildung gilt die betriebliche oder tarifliche Ausbildungsvergütung, die je nach Branche stark schwankt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kaufmann für Digitalisierungsmanagement?

Der Beruf sitzt zwischen Fachabteilung und IT. Kaufleute für Digitalisierungsmanagement sehen sich an, wie in einem Unternehmen gearbeitet wird - wie eine Bestellung entsteht, wie eine Rechnung durch das Haus läuft, wo Daten dreimal von Hand eingetippt werden - und suchen dafür digitale Lösungen. Dazu gehört, Anforderungen mit den Beschäftigten zu klären, Lastenhefte zu schreiben, Angebote von Anbietern zu vergleichen, Kosten und Nutzen zu rechnen und den Einführungsprozess zu begleiten. Später kommen Schulungen, Anwenderbetreuung, Lizenzverwaltung und Auswertungen dazu.

Programmiert wird in diesem Beruf nur am Rand. Die Ausbildung enthält Grundlagen von Programmierlogik, Datenbanken und Netzen, damit die Verständigung mit Entwicklern und Administratoren funktioniert. Der Schwerpunkt liegt auf Projektarbeit, Beschaffung, Wirtschaftlichkeit und Kommunikation. Wer den ganzen Tag am Code arbeiten will, ist bei den Fachinformatikern besser aufgehoben.

Wie wird man Kaufmann für Digitalisierungsmanagement?

Über eine dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Der Beruf hat 2020 den früheren Informatikkaufmann ersetzt. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur ein, teils auch mit gutem Realschulabschluss. Mathematik, Englisch und ein gewisses technisches Interesse sind wichtiger als Vorkenntnisse im Programmieren.

Quereinstiege kommen vor: aus kaufmännischen Berufen mit IT-Nähe, aus dem Vertrieb von Software oder über eine Umschulung. Danach führen Wege über die IT-Fortbildungen der Kammern, etwa zum Fachwirt oder Betriebswirt, oder über ein Studium in Wirtschaftsinformatik.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet fast durchgehend am Bildschirm und in Besprechungen statt, überwiegend zu normalen Bürozeiten, oft mit der Möglichkeit zum mobilen Arbeiten. Belastend ist weniger die Technik als das Umfeld: Digitalisierungsprojekte scheitern häufig an Widerständen, an knappen Budgets, an Abteilungen, die keine Zeit für Mitarbeit haben. Wer damit rechnet, dass gute Argumente von selbst überzeugen, wird enttäuscht. Geduld, Hartnäckigkeit und die Fähigkeit, Anliegen verschiedener Gruppen zu übersetzen, sind zentral.

Dazu kommt Dokumentationsarbeit, die viele als trocken empfinden, sowie die Pflicht, sich fortlaufend über neue Systeme, Cloud-Angebote und Datenschutzvorgaben auf dem Stand zu halten. Bei Systemumstellungen oder Störungen entstehen Zeiten mit Überstunden, gelegentlich auch Arbeit am Wochenende, wenn eine Umstellung im laufenden Betrieb nicht möglich ist. Reisetätigkeit gibt es vor allem bei Beratungshäusern und in Unternehmen mit mehreren Standorten.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis steigend, weil nahezu jede Branche Prozesse umstellt und dafür Leute braucht, die beide Sprachen sprechen. Ausbildungsplätze gibt es in Softwarehäusern, Systemhäusern, IT-Abteilungen von Industrie, Handel, Banken, Versicherungen und im öffentlichen Dienst. Übernahmequoten sind hoch.

Entwicklungswege führen in die Projektleitung, ins IT-Anforderungsmanagement, in den Software-Vertrieb, ins Prozess- oder Lizenzmanagement oder in Richtung Produktverantwortung. Mit Weiterbildung, Zertifikaten in Projektmanagement oder einem Studium lassen sich Positionen erreichen, die sonst Hochschulabsolventen besetzen.

Aufgaben

  • Geschäftsprozesse aufnehmen und Schwachstellen dokumentieren
  • Anforderungen mit Fachabteilungen abstimmen und Lastenhefte erstellen
  • Angebote von Software- und IT-Dienstleistern vergleichen und bewerten
  • Wirtschaftlichkeit digitaler Vorhaben berechnen
  • Einführung neuer Systeme planen und Tests begleiten
  • Anwender schulen und im laufenden Betrieb unterstützen
  • Hardware, Software und Lizenzen beschaffen und verwalten
  • Auswertungen und Kennzahlen für die Geschäftsleitung aufbereiten

Voraussetzungen

  • mittlerer Schulabschluss, häufig verlangen Betriebe Fachhochschulreife oder Abitur
  • Interesse an Betriebswirtschaft und an IT-Technik gleichermaßen
  • gute Ausdrucksfähigkeit, um zwischen Fachabteilung und Technik zu vermitteln
  • Sorgfalt bei Dokumentation, Kalkulation und Vertragsunterlagen
  • Englischkenntnisse für Handbücher, Software und Herstellerkontakte
  • Bereitschaft, sich dauerhaft in neue Systeme einzuarbeiten

Wo man arbeitet

  • Softwarehäuser und IT-Systemhäuser
  • IT-Abteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Banken, Versicherungen und Krankenkassen
  • IT-Beratungen
  • Behörden, Kommunen und öffentliche Einrichtungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Digitalisierungsmanagement im Betrieb und in der Berufsschule mit Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Bei guten Leistungen oder Abitur ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich. Danach bieten sich Kammerfortbildungen zum Fachwirt oder Betriebswirt sowie ein Studium der Wirtschaftsinformatik an.

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