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Recht & Beratung

Jurist

Juristen prüfen Sachverhalte anhand von Gesetzen, Verträgen und Urteilen und leiten daraus Handlungsempfehlungen ab. Sie beraten Unternehmen, Behörden oder Privatpersonen, gestalten Verträge und vertreten Interessen in Verhandlungen und Verfahren.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Jurist verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 4.500 € 8.000 € 54.000 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 6.300 € 11.000 € 75.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 9.000 € 18.000 € 108.000 €

Kaum ein Berufsfeld spreizt so stark: Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD/TV-L (meist E 13 bis E 15) oder der Beamtenbesoldung R 1 in der Justiz, während internationale Wirtschaftskanzleien Einsteigern mit Prädikatsexamen ein Mehrfaches zahlen. Kleine Kanzleien in ländlichen Regionen und Verbandsjuristen liegen deutlich am unteren Rand.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Jurist?

Juristische Arbeit beginnt fast immer mit einem Sachverhalt: ein Vertrag, der unklar formuliert ist, eine Kündigung, ein Bußgeldbescheid, ein geplanter Unternehmenskauf. Der Jurist ordnet die Fakten, sucht die einschlägigen Normen, liest Kommentare und Rechtsprechung und schreibt das Ergebnis auf – als Gutachten, Stellungnahme, Schriftsatz oder kurze Mail an die Fachabteilung. Ein großer Teil des Alltags besteht aus Lesen und Schreiben am Schreibtisch.

Daneben steht die Gestaltung: Verträge entwerfen und verhandeln, Allgemeine Geschäftsbedingungen anpassen, Betriebsvereinbarungen formulieren, Datenschutzprozesse aufsetzen. In Unternehmen kommt Abstimmung mit Einkauf, Vertrieb, Personalabteilung und Geschäftsführung dazu, in Behörden die Vorbereitung von Bescheiden und die Begleitung von Gesetzgebungsverfahren. Wer als Rechtsanwalt zugelassen ist, tritt zusätzlich vor Gericht auf und betreut Mandate von der ersten Beratung bis zum Urteil oder Vergleich.

Spezialisierung ist die Regel. Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Vergaberecht, IT- und Datenschutzrecht, Steuerrecht, Sozialrecht, Medizinrecht – die Fachgebiete unterscheiden sich in Arbeitsweise und Klientel stark voneinander.

Wie wird man Jurist?

Der klassische Weg führt über das Studium der Rechtswissenschaften an einer Universität, in der Regel neun Semester, abgeschlossen mit der ersten juristischen Staatsprüfung. Danach folgt der zweijährige Referendardienst mit Stationen bei Gericht, Staatsanwaltschaft, Verwaltung und Anwaltschaft und die zweite Staatsprüfung. Erst dann ist man Volljurist und kann Richter, Staatsanwalt oder zugelassener Rechtsanwalt werden. Die Examensnoten wirken lange nach: Für Großkanzleien, Justiz und höhere Verwaltung zählt regelmäßig das Prädikatsexamen.

Es gibt Alternativen. Bachelor- und Masterstudiengänge in Wirtschaftsrecht oder Unternehmensjura führen ohne Staatsexamen in Rechtsabteilungen, Compliance, Vertragsmanagement oder Versicherungen. Diese Wege sind kürzer, schließen aber Anwaltszulassung und Richteramt aus. Ein Quereinstieg ohne juristische Ausbildung ist in diesem Beruf nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Das Studium hat eine hohe Abbruchquote, und die Examensphase gilt als eine der härtesten im deutschen Hochschulsystem – oft eineinhalb Jahre Vorbereitung mit ungewissem Ergebnis. Wer das hinter sich hat, arbeitet in einem Beruf, der Präzision fordert: Ein überlesener Absatz oder eine versäumte Frist kann teuer werden.

Die Arbeitszeiten unterscheiden sich erheblich. Im öffentlichen Dienst und in vielen Rechtsabteilungen sind sie planbar, in Wirtschaftskanzleien sind lange Abende und Wochenendarbeit bei laufenden Transaktionen üblich, verbunden mit Abrechnungsvorgaben für die eigenen Stunden. Belastend ist außerdem die Verantwortung für Mandanten in schwierigen Lebenslagen, im Familien-, Straf- oder Sozialrecht auch die emotionale Nähe zu Konflikten. Wer Konfrontation scheut oder ungern schreibt, wird mit dem Beruf wenig Freude haben.

Aussichten

Juristen werden weiter gebraucht: Regulierung nimmt zu, besonders in Datenschutz, IT-Sicherheit, Lieferketten, Energie und Nachhaltigkeitsberichterstattung. Justiz und Verwaltung suchen wegen anstehender Pensionierungswellen Nachwuchs, teils mit gelockerten Notenanforderungen. Gleichzeitig ist der Markt für allgemeine Kanzleien in Ballungsräumen gesättigt, und Legal-Tech-Werkzeuge übernehmen zunehmend Routineprüfungen und Standardschreiben.

Entwicklungswege führen über die Fachanwaltschaft, die Partnerschaft in einer Kanzlei, die Leitung einer Rechtsabteilung oder in Compliance und Datenschutz. Eine Promotion oder ein LL.M. verbessert die Startposition vor allem in international arbeitenden Häusern.

Aufgaben

  • Sachverhalte prüfen und rechtlich bewerten
  • Verträge entwerfen, prüfen und verhandeln
  • Gutachten, Stellungnahmen und Schriftsätze schreiben
  • Fachabteilungen, Mandanten oder Behördenleitung beraten
  • Rechtsprechung und Gesetzesänderungen im Fachgebiet verfolgen
  • Interne Richtlinien und Compliance-Vorgaben erstellen
  • Vergleiche und Streitbeilegungen vorbereiten
  • Bei Anwaltszulassung Mandanten vor Gericht vertreten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften, für Anwaltschaft und Justiz zwei Staatsexamen
  • Für Anwaltstätigkeit die Zulassung durch die Rechtsanwaltskammer
  • Genaues Lesen und die Fähigkeit, Ergebnisse verständlich zu formulieren
  • Belastbarkeit unter Fristendruck
  • Verhandlungsgeschick und Standfestigkeit im Konflikt
  • Englisch in Vertragssprache bei international tätigen Arbeitgebern
  • Bereitschaft zu kontinuierlicher Fortbildung

Wo man arbeitet

  • Rechtsanwaltskanzleien und Wirtschaftskanzleien
  • Rechtsabteilungen von Unternehmen
  • Behörden, Ministerien und Kommunalverwaltungen
  • Gerichte und Staatsanwaltschaften
  • Verbände, Kammern und Gewerkschaften
  • Versicherungen und Banken

Der Weg in den Beruf

Üblich ist das Universitätsstudium der Rechtswissenschaften mit erster juristischer Staatsprüfung nach etwa neun Semestern, gefolgt von zwei Jahren Referendariat und der zweiten Staatsprüfung. Wer nicht als Anwalt oder Richter arbeiten will, kann über ein Bachelor- und Masterstudium in Wirtschaftsrecht in Rechtsabteilungen und Compliance einsteigen.

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