Was macht ein IT-Security-Experte?
IT-Security-Experten sorgen dafür, dass IT-Systeme eines Unternehmens nicht kompromittiert werden – und dass ein Angriff bemerkt wird, wenn er doch gelingt. Der Alltag besteht aus dem Auswerten von Alarmen aus SIEM- und EDR-Systemen, dem Prüfen von Firewall- und Berechtigungskonfigurationen, dem Einspielen und Nachverfolgen von Patches sowie dem Bewerten neu veröffentlichter Schwachstellen. Dazu kommen Penetrationstests oder die Begleitung externer Tester, Härtung von Servern und Cloud-Umgebungen, Aufbau von Identitäts- und Zugriffskonzepten und die Pflege von Notfallplänen.
Ein zweiter Teil der Arbeit ist Kommunikation: Sicherheitsanforderungen in Projekten durchsetzen, Entwicklern erklären, warum eine Bibliothek ausgetauscht werden muss, Fachabteilungen von Multi-Faktor-Authentifizierung überzeugen, Auditoren Nachweise liefern. Viele Stellen enthalten außerdem Dokumentationsarbeit für Normen wie ISO 27001, das BSI-Grundschutz-Kompendium oder Vorgaben aus NIS2, KRITIS und Branchenaufsicht.
Wie wird man IT-Security-Experte?
Der häufigste Weg führt über ein Studium der Informatik, IT-Sicherheit, Wirtschaftsinformatik oder Elektrotechnik. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus einer Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration mit mehreren Jahren Praxis in Netzwerk- oder Systemadministration. Ein reiner Quereinstieg ohne IT-Vorerfahrung ist unrealistisch: Sicherheit setzt Verständnis von Betriebssystemen, Netzwerkprotokollen, Active Directory oder Cloud-Plattformen voraus. Wer aus Administration, Softwareentwicklung oder Rechenzentrumsbetrieb kommt, hat gute Chancen.
Zertifikate spielen eine größere Rolle als in anderen IT-Berufen. Häufig verlangt oder gern gesehen werden CISSP, CISM, OSCP, GIAC-Zertifikate oder herstellerbezogene Nachweise von Microsoft, Cisco und Fortinet. Sie ersetzen kein Können, öffnen aber Türen und werden von Arbeitgebern oft bezahlt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, dafür geistig fordernd und selten planbar. Kritische Schwachstellen erscheinen freitagabends, Ransomware-Vorfälle kennen keine Kernarbeitszeit. In größeren Häusern gibt es Rufbereitschaft, in Security Operations Centern auch echten Schichtdienst rund um die Uhr. Ein Sicherheitsvorfall bedeutet Nächte und Wochenenden am Stück, unter Druck von Geschäftsführung, Kunden und mitunter Aufsichtsbehörden.
Dazu gehört Frustrationstoleranz. Sicherheitsmaßnahmen kosten Geld und Bequemlichkeit, deshalb wird über sie gestritten, und nicht jede Empfehlung wird umgesetzt. Wer Bestätigung sucht, findet sie hier selten: Gelingt die Arbeit, passiert nichts Sichtbares. Fachlich ist ständiges Nachlernen Pflicht, oft in der Freizeit. Englisch ist Arbeitssprache. Für Positionen bei Behörden, Verteidigung oder Betreibern kritischer Infrastruktur ist eine Sicherheitsüberprüfung oder ein einwandfreies Führungszeugnis Bedingung.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst weiter, getrieben von zunehmenden Angriffen und neuen gesetzlichen Pflichten. Fachkräfte sind knapp, Arbeitgeber vom Mittelstand bis zum Konzern und im öffentlichen Dienst suchen dauerhaft. Homeoffice ist in diesem Feld weit verbreitet.
Entwicklungswege führen in die Spezialisierung – Incident Response und Forensik, Offensive Security, Cloud-Sicherheit, OT-Sicherheit in der Industrie – oder in die Steuerung als Security Architect, Information Security Officer und CISO. Auch die Beratung ist ein üblicher Schritt: mehr Abwechslung und Verdienst, dafür Reisetätigkeit und Projektdruck.