Was macht ein IT-Revisor?
IT-Revisoren prüfen die Informationstechnik eines Unternehmens auf Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Konkret heißt das: Berechtigungskonzepte in SAP oder Active Directory auswerten und prüfen, ob Funktionstrennungen eingehalten werden. Change-Management-Prozesse nachvollziehen, also ob Softwareänderungen getestet, freigegeben und dokumentiert wurden. Backup- und Notfallkonzepte gegen die Vorgaben abgleichen. Auslagerungen an Cloud-Anbieter und Dienstleister bewerten. Die Prüfung folgt einem Prüfplan, der aus einer Risikoanalyse abgeleitet wird, und läuft in festen Schritten ab: Ankündigung, Unterlagenanforderung, Interviews mit Administratoren und Fachbereichen, Stichprobenprüfung, Auswertung, Berichtsentwurf, Schlussbesprechung.
Ein großer Teil der Arbeit ist Lesen und Schreiben. Richtlinien, Systemprotokolle, Datenexporte, Verträge. Am Ende steht ein Prüfbericht mit Feststellungen, einer Risikoeinschätzung und Empfehlungen. Die Feststellungen werden mit den Verantwortlichen abgestimmt, oft in Gesprächen, in denen der Prüfling die Bewertung nicht teilt. Später kommt das Follow-up: nachhalten, ob zugesagte Maßnahmen tatsächlich umgesetzt wurden.
Wie wird man IT-Revisor?
Üblich ist ein Studium in Wirtschaftsinformatik, Informatik, Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt oder IT-Sicherheit. Der Einstieg gelingt selten direkt von der Hochschule in die Interne Revision eines Konzerns, häufiger über eine Wirtschaftsprüfungs- oder Beratungsgesellschaft, wo IT-Audit-Teams gezielt Berufsanfänger einstellen. Ein zweiter, ebenso verbreiteter Weg ist der Wechsel aus der IT selbst: Administratoren, SAP-Berater oder Mitarbeiter aus der Informationssicherheit bringen das Systemwissen mit und lernen die Prüfungsmethodik nach.
Zertifizierungen haben in diesem Feld erhebliches Gewicht. Der CISA ist der Branchenstandard, dazu kommen CISM, CRISC, CISSP oder die Qualifikation zum Certified Internal Auditor. Ohne den CISA lässt sich arbeiten, mit ihm gehen Bewerbungen und Gehaltsgespräche leichter. Wer eine Ausbildung als Fachinformatiker hat, kann über Berufserfahrung und Zertifikate ebenfalls hineinkommen, muss aber in der Regel länger darauf warten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit erfordert Genauigkeit über lange Strecken und die Bereitschaft, unangenehme Ergebnisse aufzuschreiben und zu vertreten. Wer Konflikte scheut, wird sich schwertun: Revisoren kommen nie gerufen, sondern angekündigt, und ihre Berichte haben Folgen für Kollegen. Gleichzeitig braucht es Fachtiefe, denn Administratoren erkennen sofort, ob ein Prüfer versteht, wovon er spricht.
Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, Schichtdienst gibt es nicht. Belastungsspitzen entstehen zum Jahresabschluss, vor Aufsichtsratsterminen oder bei Sonderprüfungen nach einem Vorfall. In der Wirtschaftsprüfung und Beratung wird gereist, teils mit mehreren Tagen pro Woche beim Mandanten; in der Internen Revision großer Unternehmen sind Reisen seltener und Homeoffice weit verbreitet. Schwer fällt vielen die Berichtsschreibung: viel Formulierungsarbeit, viele Abstimmungsrunden, und ein Bericht wird selten beim ersten Entwurf angenommen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und wächst. Regulierung nimmt zu, insbesondere durch DORA, NIS2, die BAIT und VAIT im Finanzsektor sowie durch Anforderungen an Cloud-Auslagerungen. Banken, Versicherungen, Energieversorger und Konzerne müssen prüfen lassen und finden nicht genug qualifizierte Leute. Entwicklungswege führen zur Prüfungsleitung, zur Leitung der Internen Revision, in die Informationssicherheit als CISO-Bereich, in Governance-, Risk- und Compliance-Funktionen oder in die selbstständige Prüfungsberatung.