Was macht ein IT Operations Engineer?
IT Operations Engineers sorgen dafür, dass Anwendungen, Server und Netzwerke verfügbar bleiben. Sie überwachen Systeme mit Werkzeugen wie Prometheus, Grafana, Zabbix oder Datadog, reagieren auf Alarme, analysieren Fehlerursachen und stellen den Betrieb wieder her. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Störungen zu bearbeiten, die andere gemeldet haben: eine Datenbank, die keine Verbindungen mehr annimmt, ein Zertifikat, das abgelaufen ist, ein Deployment, das zurückgerollt werden muss.
Daneben geht es um Automatisierung und Vorbeugung. Konfigurationen werden mit Ansible, Terraform oder Puppet verwaltet, Backups getestet, Kapazitäten geplant, Patches eingespielt, Container in Kubernetes-Clustern betrieben. Wer in einem Team mit DevOps-Kultur arbeitet, baut CI/CD-Pipelines mit und begleitet Releases. Nach größeren Ausfällen werden Post-mortems geschrieben, in denen die Ursache und die Gegenmaßnahmen dokumentiert sind. Dokumentation, Runbooks und Änderungsanträge gehören zum Alltag, auch wenn sie unbeliebt sind.
Wie wird man IT Operations Engineer?
Der klassische Weg führt über eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration und einige Jahre im First- oder Second-Level-Support beziehungsweise in der Systemadministration. Ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder technischen Informatik ist ebenfalls verbreitet, vor allem in größeren Unternehmen und bei Cloud-lastigen Stellen. Ein Berufsbild mit geschützter Bezeichnung ist es nicht.
Quereinstiege gelingen, sind aber selten ohne Vorlauf. Wer aus der Systemadministration, dem Rechenzentrumsbetrieb, dem Netzwerkbereich oder dem technischen Support kommt, bringt das meiste mit. Zertifikate helfen bei der Bewerbung: AWS Solutions Architect oder SysOps, Azure Administrator, Certified Kubernetes Administrator, Red Hat Certified Engineer, ITIL Foundation. Entscheidend bleibt praktische Erfahrung mit Linux, Netzwerken und Skripting.
Was der Beruf verlangt
Die größte Belastung ist die Rufbereitschaft. Viele Stellen sind mit Bereitschaftsdiensten am Abend, am Wochenende und an Feiertagen verbunden, in Betrieben mit Rund-um-die-Uhr-Anforderungen auch mit echtem Schichtdienst. Ein Anruf um drei Uhr nachts bedeutet, dass innerhalb kurzer Zeit ein Problem gelöst werden muss, dessen Ursache noch unbekannt ist. Das ist für manche der interessanteste Teil der Arbeit und für andere der Grund, den Beruf zu verlassen.
Störungen kommen unter Zeitdruck und mit Publikum: Fachabteilungen, Kunden und Vorgesetzte warten auf eine Lösung. Wer schlecht damit umgehen kann, unter Beobachtung zu arbeiten und Zwischenstände zu kommunizieren, hat es schwer. Hinzu kommt, dass ein Teil der Arbeit unsichtbar bleibt: Ein Betrieb, der stabil läuft, fällt niemandem auf. Die technische Breite ist groß, ständiges Nachlernen gehört dazu, und ältere gewachsene Systeme lassen sich nicht immer so sauber betreiben, wie es die Lehrbücher vorsehen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Jedes Unternehmen mit eigener IT braucht Betrieb, und die Verlagerung in Cloud-Umgebungen hat den Bedarf verschoben, aber nicht verringert. Offene Stellen bleiben in vielen Regionen lange unbesetzt, was die Verhandlungsposition von Bewerbern verbessert.
Entwicklungswege führen in Richtung Site Reliability Engineering, Cloud- oder Plattformarchitektur, IT-Sicherheit oder in die Teamleitung des Betriebs. Wer Automatisierung und Infrastructure as Code beherrscht, hat die besseren Perspektiven als jemand, der überwiegend manuell administriert. Ein Wechsel in die Softwareentwicklung oder ins Consulting ist ebenfalls möglich.