Was macht ein IT-Lizenzmanager?
IT-Lizenzmanager verantworten den kaufmännischen und rechtlichen Teil der Software eines Unternehmens. Sie führen ein Verzeichnis aller Lizenzen, vergleichen es mit dem, was auf Servern, Arbeitsplatzrechnern und in Cloud-Umgebungen tatsächlich installiert und genutzt wird, und ermitteln die Differenz. Zu wenige Lizenzen bedeuten ein Haftungsrisiko, zu viele bedeuten unnötige Ausgaben. Beides aufzudecken ist der Kern der Arbeit.
Dazu kommt die Arbeit an den Verträgen. Lizenzmodelle großer Hersteller wie Microsoft, SAP, Oracle, IBM, Adobe oder Autodesk sind unterschiedlich aufgebaut: nach Nutzern, nach Geräten, nach Prozessorkernen, nach Zugriffen, nach Verbrauch. Lizenzmanager lesen diese Regelwerke, übersetzen sie in nachvollziehbare Vorgaben für den Betrieb und begleiten Verhandlungen zu Verlängerungen und Erweiterungen. Wenn ein Hersteller ein Audit ankündigt, bereiten sie die Nachweise auf und vertreten die Position des Unternehmens. Ein wachsender Teil der Aufgabe ist die Umstellung von Kauflizenzen auf Abonnements und die Kontrolle darüber, welche Cloud-Dienste in welchem Umfang bezahlt werden.
Gearbeitet wird viel mit Werkzeugen zur Softwareinventarisierung und Software-Asset-Management-Systemen, mit Tabellen, Auswertungen und Berichten. Der Austausch mit Einkauf, Rechtsabteilung, Controlling, IT-Betrieb und Fachbereichen nimmt einen erheblichen Anteil der Arbeitszeit ein.
Wie wird man IT-Lizenzmanager?
Es gibt keine eigene Ausbildung für diesen Beruf. Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung als Fachinformatiker oder IT-Systemkaufmann, teils auch über ein Studium in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder Betriebswirtschaft. Ins Lizenzmanagement wechseln viele aus dem IT-Support, der Systemadministration, dem IT-Einkauf oder dem Vertragsmanagement. Der Quereinstieg ist realistisch, weil Erfahrung mit Herstellerverträgen mehr zählt als ein bestimmter Abschluss. Verbreitet sind Zertifizierungen zum Software Asset Manager, herstellerspezifische Lizenzschulungen und ITIL-Grundlagen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist detailgetrieben und verlangt Geduld mit langen, oft widersprüchlichen Vertragstexten. Wer Zahlen und Klauseln nicht mag, wird hier nicht glücklich. Lizenzmanager müssen außerdem Positionen gegen Fachbereiche durchsetzen, die Software einfach nutzen wollen, und gegen Hersteller, deren Interesse an einer hohen Nachforderung offen zutage liegt. Das erzeugt Konflikte, die man aushalten muss.
Die Arbeitszeiten sind überwiegend regulär, ohne Schicht- oder Bereitschaftsdienst. Belastungsspitzen entstehen bei Audits, zum Ende von Vertragslaufzeiten und beim Jahresabschluss. Homeoffice ist in vielen Unternehmen möglich. Körperlich ist der Beruf anspruchslos, gedanklich fordernd, und Erfolge sind nach außen wenig sichtbar: Wer gut arbeitet, verhindert Probleme, die dann niemand bemerkt.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und wächst mit der Zahl der genutzten Cloud-Dienste. Stellen gibt es vor allem in größeren Unternehmen, Behörden, Krankenhäusern, Banken und bei IT-Dienstleistern, die Lizenzberatung anbieten. Kleinere Betriebe vergeben die Aufgabe nebenbei oder extern. Entwicklungswege führen in die Leitung eines Software-Asset-Management-Teams, in den strategischen IT-Einkauf, ins IT-Controlling oder in die Beratung, wo Spezialisten für einzelne Hersteller besonders gesucht sind.