Was macht ein Immobilienwirtschaftler?
Die Arbeit dreht sich um Gebäude als Wirtschaftsgut. Wer im Asset- oder Portfoliomanagement arbeitet, prüft Renditen, kalkuliert Instandhaltungsrücklagen, plant Modernisierungen und entscheidet, ob ein Objekt gehalten, saniert oder verkauft wird. Im Property Management liegt der Schwerpunkt auf dem laufenden Betrieb: Mietverträge aufsetzen, Nebenkostenabrechnungen prüfen, Mieterhöhungen begründen, Handwerkerleistungen beauftragen und Instandsetzungen begleiten. In der Projektentwicklung geht es um Grundstücke, Baurecht, Nutzungskonzepte und Wirtschaftlichkeitsberechnungen, in der Bewertung um Verkehrswertgutachten nach Ertrags-, Sach- oder Vergleichswertverfahren.
Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Tabellen, Verträgen und Abstimmung. Gespräche mit Mietern, Eigentümern, Verwaltungen, Banken und Bauleitern gehören dazu, ebenso Objektbegehungen und Eigentümerversammlungen. Reine Vermarktung, also Besichtigungen und Verkaufsverhandlungen, ist nur ein Teilbereich des Feldes und nicht der größte.
Wie wird man Immobilienwirtschaftler?
Der klassische Weg führt über eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann und anschließende Weiterbildung. Der akademische Weg ist ein Bachelorstudium Immobilienwirtschaft oder Real Estate Management, das an mehreren privaten und staatlichen Hochschulen vollständig online als Fernstudium am virtuellen Campus angeboten wird. Studieninhalte sind Betriebswirtschaft, Immobilienrecht, Bau- und Gebäudetechnik, Finanzierung, Bewertung und Projektentwicklung. Ein Fernstudium dauert in Vollzeit sechs, berufsbegleitend meist acht bis zwölf Semester und endet mit dem Bachelor of Arts oder Bachelor of Science; darauf aufbauend gibt es Masterprogramme.
Der Quereinstieg ist verbreitet. Kaufleute, Bankangestellte, Bauingenieurinnen und Architekten wechseln regelmäßig in die Immobilienwirtschaft, oft zunächst in die Verwaltung. Für die Tätigkeit als Makler oder WEG-Verwalter ist eine Gewerbeerlaubnis nach der Gewerbeordnung nötig, verbunden mit einer regelmäßigen Weiterbildungspflicht.
Was der Beruf verlangt
Ein Fernstudium neben dem Beruf ist eine Belastung über Jahre. Ohne feste Vorlesungszeiten fehlt der äußere Druck, die Abbruchquoten sind entsprechend hoch. Wer abends und an Wochenenden lernt, verliert Freizeit, und Präsenzphasen für Prüfungen kosten Urlaubstage. Selbstorganisation ist nicht eine nette Zusatzqualifikation, sondern die Bedingung dafür, dass es funktioniert.
Im Beruf selbst kommen Termindruck und Konfliktsituationen hinzu. Mietstreitigkeiten, Baumängel, verärgerte Eigentümer und Eigentümerversammlungen bis in den späten Abend gehören zur Verwaltung. In der Projektentwicklung hängen Millionenbeträge an Annahmen, die sich als falsch herausstellen können. Rechtliche Regelungen ändern sich laufend, vom Mietrecht bis zu energetischen Vorgaben, und müssen nachgehalten werden. Die Branche ist zudem konjunkturabhängig: Steigen die Zinsen, brechen Transaktionen und Neubauprojekte ein, während die Bestandsverwaltung stabil bleibt.
Aussichten
Qualifizierte Fachkräfte werden weiter gesucht, besonders in der Verwaltung von Wohnungsbeständen, im technischen Property Management und im Bereich energetische Sanierung. Der Markt für Projektentwicklung und Investment hat sich nach den Zinserhöhungen deutlich abgekühlt, Stellen in diesem Segment sind knapper geworden. Entwicklungswege führen über Teamleitung und Objektverantwortung hin zur Portfolio- oder Bereichsleitung, alternativ in die Selbstständigkeit als Verwalter, Makler oder Sachverständiger. Eine Zertifizierung als Immobiliengutachter oder eine Spezialisierung auf Gewerbe, Logistik oder Nachhaltigkeitsbewertung erhöht die Verhandlungsposition spürbar.