Was macht ein Host oder eine Hostess?
Hosts und Hostessen sind die ersten Personen, die ein Gast sieht. Am Messestand begrüßen sie Besucher, erfassen Kontaktdaten, verteilen Prospekte und bringen Interessenten zu den zuständigen Ansprechpartnern. Im Restaurant nehmen sie Reservierungen an, führen Gäste an den Tisch, verwalten die Warteliste und koordinieren, welcher Bereich als nächstes belegt wird. Bei Kongressen und Firmenveranstaltungen betreuen sie die Registrierung, geben Namensschilder und Tagungsunterlagen aus, kontrollieren Zugänge und beantworten Fragen zu Programm, Räumen und Verkehrsanbindung. Am Empfang eines Unternehmens kommen Telefonzentrale, Besucherausweise, Postannahme und die Vorbereitung von Besprechungsräumen hinzu.
Dazu gehört viel Kleinarbeit, die niemand sieht: Zählen, wie viele Teilnehmer erschienen sind, Garderobenmarken sortieren, Getränke nachfüllen, Beschilderung korrigieren, Beschwerden auffangen, bevor sie eskalieren. Häufig wird in mehreren Sprachen gearbeitet, Englisch ist auf Messen und in der Hotellerie praktisch Standard.
Wie wird man Host oder Hostess?
Es gibt keine eigene Ausbildung. Viele kommen über eine Ausbildung in Hotellerie, Gastronomie, Veranstaltungsbranche oder im Büromanagement, andere über Agenturen, die für Messen und Events Personal vermitteln und die Kräfte selbst schulen. Für einfache Einsätze genügt oft ein mittlerer Schulabschluss, gepflegtes Auftreten, sicheres Deutsch und Englisch. Wer dauerhaft an einem Firmenempfang oder in der Hotelrezeption arbeiten will, kommt mit einer kaufmännischen Ausbildung oder einer Ausbildung als Hotelfachkraft deutlich weiter. Quereinstieg ist verbreitet, gerade Studierende arbeiten stundenweise auf Messen. Wer bleiben will, sammelt Erfahrung mit Reservierungs- und Registrierungssystemen und übernimmt Teamverantwortung.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist freundlicher, als er sich anfühlt. Gearbeitet wird überwiegend im Stehen, oft acht bis zwölf Stunden am Tag, auf Messen in hohem Lärm und mit wenig Pausen. Abende, Wochenenden und Feiertage sind normal, weil Veranstaltungen dann stattfinden. Die Beschäftigung ist häufig befristet, saisonal oder auf Abruf; Vollzeitstellen finden sich vor allem an festen Empfängen, in Hotels und in großen Restaurants. Wer nur Messeeinsätze annimmt, hat Monate mit viel Arbeit und Monate mit keiner.
Emotional verlangt der Beruf Beständigkeit: Gäste sind gestresst, Reservierungen kollidieren, Wartezeiten werden dem Host vorgeworfen. Erwartet wird trotzdem Ruhe und ein gleichbleibend höflicher Ton. Dazu kommen Kleidervorschriften, teils Uniform, und in manchen Bereichen ein Erscheinungsbild, das sehr eng vorgegeben wird. Diskretion ist Pflicht, weil man mitbekommt, wer wen besucht.
Aussichten
Messen, Kongresse und Gastronomie haben nach den Einbrüchen der Pandemiejahre wieder Bedarf, und Personal ist schwer zu finden – kurzfristige Einsätze lassen sich meist gut bekommen. Feste, gut bezahlte Stellen sind seltener und gehen an Bewerber mit Ausbildung und Sprachkenntnissen. Entwicklungswege führen zur Empfangsleitung, in die Reservierungsabteilung, zum Gastgeber mit Servicehoheit für einen Restaurantbereich, in die Veranstaltungsorganisation oder in die Personaldisposition einer Hostessenagentur. Wer Kundenkontakt mag, kann von hier auch in Vertrieb, Kundenbetreuung oder Assistenz wechseln; die Arbeit am Empfang ist ein guter Einstieg, aber selten ein Ziel für zwanzig Jahre.