Hörakustikmeister
Hörakustikmeister passen Hörsysteme an, führen Hörtests durch und leiten Betriebe oder Filialen im Hörakustikhandwerk. Der Meistertitel ist Voraussetzung, um Hörgeräte selbstständig abzugeben und Auszubildende auszubilden.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Hörakustikmeister verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 3.900 € | 4.700 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.800 € | 6.500 € | 57.600 € |
Für Betriebe der Innungen gilt der Tarifvertrag für das Hörakustiker-Handwerk (Bundesinnung der Hörakustiker/ver.di), viele Filialketten zahlen jedoch frei verhandelt mit Umsatzprämien. Verantwortung für eine Filiale, Zielerreichung und die Region beeinflussen das Einkommen stärker als die Berufsjahre.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Hörakustikmeister?
Hörakustikmeister versorgen Menschen mit Hörsystemen. Am Anfang steht die Messung: Ton- und Sprachaudiometrie in der schallgedämmten Kabine, Prüfung des Trommelfells per Otoskop, Abklärung, ob eine ärztliche Untersuchung nötig ist. Aus den Messwerten und dem Alltag des Kunden ergibt sich die Auswahl des Geräts. Dann folgt die handwerkliche Seite: Abdruck des Ohrs nehmen, Otoplastik im Labor fräsen oder per 3D-Druck fertigen, Schläuche kürzen, Hörer tauschen. Die Feinanpassung läuft am Rechner über die Herstellersoftware und braucht mehrere Termine, weil sich das Gehör an Verstärkung erst gewöhnen muss.
Dazu kommt die Betriebsseite. Wer den Meistertitel führt, ist meist für eine Filiale oder einen eigenen Laden verantwortlich: Abrechnung mit Krankenkassen, Dokumentation der Versorgung, Bestellwesen, Kalibrierung der Messgeräte, Personalplanung und die Ausbildung von Lehrlingen. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit besteht aus Gespräch und Beratung, oft mit älteren Menschen und deren Angehörigen.
Wie wird man Hörakustikmeister?
Zuerst die dreijährige duale Ausbildung zum Hörakustiker, deren Berufsschulteil bundesweit an der Akademie für Hörakustik in Lübeck stattfindet. Nach der Gesellenprüfung folgt Berufspraxis, üblicherweise ein bis drei Jahre, danach die Meisterschule. Der Meistervorbereitungskurs dauert in Vollzeit etwa ein halbes bis dreiviertel Jahr, in Teilzeit deutlich länger, und umfasst Fachpraxis, Fachtheorie, betriebswirtschaftlich-rechtlichen Teil und Berufspädagogik. Die Prüfung legt man vor der Handwerkskammer ab. Der Meistertitel ist in der Hörakustik zulassungspflichtig: ohne ihn darf kein Betrieb geführt und keine eigenverantwortliche Abgabe von Hörsystemen erfolgen. Quereinstieg ist selten, möglich über eine verwandte Ausbildung wie Augenoptik oder Hörgeräteakustik im Ausland mit Anerkennungsverfahren. Alternativ existiert ein Studium Hörakustik oder Hearing Aid Acoustics, das Zugang zu ähnlichen Aufgaben eröffnet.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend im Sitzen, aber konzentriert und fein: Otoplastiken schleifen erfordert ruhige Hände und gutes Sehen, das eigene Gehör muss einwandfrei sein. Wer Ohren untersucht und Abdrücke nimmt, braucht körperliche Nähe und Sorgfalt, Fehler können das Trommelfell verletzen. Die Öffnungszeiten der Fachgeschäfte bestimmen den Tag, häufig auch Samstagsdienst. Anstrengend ist weniger die Technik als die Kommunikation: Vielen Kunden fällt es schwer, ihre Schwerhörigkeit zu akzeptieren, Erwartungen an das Gerät sind oft zu hoch, Nachjustierungen ziehen sich. Dazu kommt Verkaufsdruck, denn Zuzahlungsgeräte tragen den Umsatz vieler Filialen, und Zielvorgaben der Ketten sind spürbar. Der Papieraufwand für Kassenabrechnung und Dokumentation wird regelmäßig unterschätzt.
Aussichten
Die Nachfrage steigt, weil die Bevölkerung älter wird und Hörsysteme technisch akzeptierter sind. Fachkräfte fehlen, Meister besonders, weil jede Filiale eine fachliche Leitung braucht. Das gibt eine gute Verhandlungsposition und macht Wechsel leicht. Entwicklungswege führen in die Filial- oder Regionalleitung, in die Ausbildung, in den technischen Außendienst und Support bei Herstellern, in die Pädakustik für Kinderversorgung oder in die Cochlea-Implantat-Nachsorge. Die Selbstständigkeit bleibt realistisch, steht aber unter dem Druck großer Ketten, die Standorte und Einkaufskonditionen dominieren.
Aufgaben
- Ton- und Sprachaudiometrie sowie Ohrinspektion durchführen
- Hörsysteme auswählen und am Rechner feinanpassen
- Ohrabdrücke nehmen und Otoplastiken im Labor fertigen
- Kunden und Angehörige zu Handhabung und Pflege beraten
- Versorgungen dokumentieren und mit Krankenkassen abrechnen
- Messgeräte kalibrieren und Qualitätssicherung verantworten
- Auszubildende anleiten und Filialteams führen
- Nachjustierungen, Reparaturen und Serviceaufträge abwickeln
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung zum Hörakustiker und Meisterprüfung im Hörakustikerhandwerk
- einwandfreies eigenes Hörvermögen und gutes Farbsehen
- feinmotorisches Geschick für Labor- und Feinarbeiten
- Geduld und Gesprächssicherheit im Umgang mit älteren und schwerhörigen Menschen
- Verständnis für Messtechnik, Software und digitale Signalverarbeitung
- kaufmännische Grundkenntnisse für Abrechnung und Betriebsführung
Wo man arbeitet
- Hörakustik-Fachgeschäfte und Filialketten
- selbstständige Meisterbetriebe
- HNO-Praxen mit angeschlossener Versorgung
- Kliniken und CI-Zentren
- Hersteller von Hörsystemen im Außendienst oder Support
Der Weg in den Beruf
Zunächst drei Jahre duale Ausbildung zum Hörakustiker mit überbetrieblicher Berufsschule in Lübeck und Gesellenprüfung. Nach ein bis drei Jahren Praxis folgt die Meisterschule, in Vollzeit etwa sechs bis neun Monate, mit Abschluss als Hörakustikmeister vor der Handwerkskammer. Der Titel berechtigt zur Betriebsführung und zur Ausbildung von Nachwuchs.
Offene Stellen als Hörakustikmeister
In der Suche fortsetzenHörakustikmeister - Hörsysteme / Gehörschutz / Hörtests (m/w/d)
Hörakustikmeister - Beratung / Hörtests / Anpassung (m/w/d)
Verwandte Berufe
Augenoptikermeister
Augenoptikermeisterinnen und -meister bestimmen Sehstärken, beraten bei Brillen und Kontaktlinsen und leiten den fachlichen Betrieb eines Optikgeschäfts. Der Meistertitel ist Voraussetzung, um ein eigenes Augenoptikgeschäft zu führen und Auszubildende einzustellen.
- Offene Stellen
- 17
- Monatsbrutto
- 2.600 – 5.500 €
Hörakustiker
Hörakustiker passen Hörgeräte an Menschen mit Hörverlust an: Sie messen das Gehör, fertigen Ohrpassstücke und programmieren die Geräte. Die Arbeit verbindet Handwerk, Messtechnik und intensive Kundenbetreuung.
- Offene Stellen
- 9
- Monatsbrutto
- 2.300 – 5.200 €
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