Hardwareentwickler
Hardwareentwickler entwerfen elektronische Baugruppen und Geräte – von der Schaltung über das Leiterplattenlayout bis zum getesteten Prototyp. Sie arbeiten an der Schnittstelle von Elektrotechnik, Software und Fertigung.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Hardwareentwickler verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.600 € | 5.400 € | 6.400 € | 64.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.800 € | 6.800 € | 8.500 € | 81.600 € |
Am stärksten wirken Branche und Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Entwicklungsdienstleister. Auch die Region spielt eine große Rolle, Süddeutschland zahlt spürbar mehr als strukturschwache Gebiete.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Hardwareentwickler?
Hardwareentwickler entwerfen elektronische Schaltungen und die Geräte, in denen sie stecken: Steuergeräte für Fahrzeuge, Messtechnik, Sensorknoten, Netzteile, Industriesteuerungen, Medizingeräte. Am Anfang steht eine Anforderungsliste – welche Signale verarbeitet werden müssen, welcher Stromverbrauch zulässig ist, wie viel das Gerät kosten darf, unter welchen Temperaturen es laufen soll. Daraus entsteht ein Blockschaltbild, dann ein Schaltplan in einem EDA-Werkzeug wie Altium Designer, KiCad oder Cadence.
Ein großer Teil der Arbeit ist Bauteilauswahl: den passenden Mikrocontroller, Spannungsregler oder Operationsverstärker finden, Datenblätter lesen, Verfügbarkeit und Abkündigungen prüfen. Danach folgt das Leiterplattenlayout, bei schnellen Signalen mit Rücksicht auf Impedanzen, Rückstrompfade und Störfestigkeit. Simulationen, etwa mit SPICE, ersetzen manche Messung, aber nicht alle. Der erste Prototyp kommt aus der Fertigung, wird bestückt, in Betrieb genommen – und funktioniert selten sofort. Dann sitzt man mit Oszilloskop, Netzteil und Lötkolben am Labortisch und sucht, warum ein Reset zu früh kommt oder ein Wandler schwingt.
Dazu kommt die Zusammenarbeit: mit Embedded-Softwareentwicklern über Register und Pinbelegung, mit Mechanikkonstrukteuren über Bauhöhen und Kühlung, mit dem Einkauf über Stücklisten, mit Prüflaboren über EMV und Sicherheitsnormen. Dokumentation, Schaltplanreviews und Änderungsstände gehören dazu, in regulierten Branchen sehr ausführlich.
Wie wird man Hardwareentwickler?
Der übliche Weg ist ein Studium der Elektrotechnik, Informationstechnik, Mechatronik oder technischen Informatik, an Fachhochschule oder Universität. Ein Bachelor reicht für den Einstieg, ein Master ist in Forschungsnähe und bei größeren Konzernen verbreitet. Praktika und Werkstudentenstellen im Labor zählen bei Bewerbungen mehr als Noten.
Ein Quereinstieg gelingt am ehesten aus der Technikerlaufbahn: staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker der Elektrotechnik arbeiten in vielen Betrieben an Layout, Prototypenaufbau und Test und wachsen von dort in die Entwicklung hinein. Auch Elektroniker für Geräte und Systeme mit langer Praxis übernehmen Entwicklungsaufgaben, meist in kleineren Unternehmen. Ohne solide Grundlagen in Analogtechnik und Messtechnik wird es schwierig – dieses Wissen lässt sich schlecht nebenbei erwerben.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit mit Laboranteil, körperlich wenig fordernd, geistig aber zäh. Fehlersuche kann Tage dauern, und Fehler sind teuer: Ein Layoutfehler bedeutet eine neue Leiterplattenrunde mit Wochen Wartezeit. Vor Serienfreigaben, Messkampagnen im EMV-Labor oder Messen wird es hektisch, Überstunden sind dann üblich. Schichtdienst gibt es nicht, Reisen zu Lieferanten, Prüfhäusern oder Fertigungsstandorten kommen vor, teils ins Ausland.
Englisch ist Pflicht, weil Datenblätter, Normen und Abstimmungen mit Herstellern in Englisch laufen. Wer nur ungern dokumentiert oder sich nicht gern korrigieren lässt, tut sich schwer: Reviews sind fester Bestandteil. Bauteilknappheit und Abkündigungen zwingen regelmäßig dazu, fertige Designs noch einmal zu öffnen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis gut, besonders in Leistungselektronik, Automobil, Medizintechnik, Industrieautomatisierung und Verteidigungstechnik. Erfahrene Analog-, HF- und EMV-Spezialisten sind knapp und entsprechend gefragt. Entwicklungswege führen zur Fachlaufbahn als Systemarchitekt oder Spezialist für ein Teilgebiet, zur Projektleitung oder in die Teamleitung. Wechsel in Applikationstechnik, technischen Vertrieb oder Qualitätssicherung sind gängig.
Aufgaben
- Schaltpläne für elektronische Baugruppen entwerfen
- Bauteile auswählen und Datenblätter auswerten
- Leiterplattenlayouts erstellen oder mit dem Layouter abstimmen
- Prototypen aufbauen, in Betrieb nehmen und messtechnisch prüfen
- Fehler mit Oszilloskop, Logikanalysator und Netzteil eingrenzen
- EMV- und Sicherheitsprüfungen vorbereiten und begleiten
- Stücklisten, Fertigungsunterlagen und Änderungsstände pflegen
- mit Softwareentwicklung, Mechanik und Fertigung abstimmen
Voraussetzungen
- Studium der Elektrotechnik, Mechatronik oder technischen Informatik, alternativ Technikerabschluss mit Praxis
- sichere Grundlagen in Analog- und Digitaltechnik
- Umgang mit EDA-Werkzeugen wie Altium, KiCad oder Cadence
- Erfahrung mit Messtechnik im Labor
- Englisch für Datenblätter, Normen und Lieferantenkontakte
- Geduld und systematisches Vorgehen bei der Fehlersuche
- Grundkenntnisse in C oder Python für Inbetriebnahme und Testskripte
Wo man arbeitet
- Elektronikhersteller und Gerätebauer
- Automobilzulieferer
- Maschinen- und Anlagenbau
- Medizintechnikunternehmen
- Entwicklungsdienstleister und Ingenieurbüros
- Forschungsinstitute
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium der Elektrotechnik oder Mechatronik mit sechs bis sieben Semestern, häufig ergänzt durch einen Master von weiteren vier Semestern. Ein dualer Studiengang mit integrierter Ausbildung zum Elektroniker dauert etwa viereinhalb Jahre und führt zu zwei Abschlüssen. Der Einstieg über eine Ausbildung mit anschließender Technikerschule ist möglich und dauert insgesamt rund fünfeinhalb Jahre.
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