Was macht ein Gruppenleiter Intralogistik?
Intralogistik ist alles, was sich innerhalb eines Werks, Lagers oder einer Baustoffniederlassung bewegt: angelieferte Ware, Paletten im Regal, Material auf dem Weg zur Produktion oder zur Verladung. Der Gruppenleiter verantwortet einen Abschnitt davon, meist mit fünfzehn bis sechzig Mitarbeitenden in einer oder mehreren Schichten.
Der Tag beginnt in der Regel mit der Schichtübergabe und einem Blick auf das Auftragsvolumen: Wie viele Lkw werden erwartet, wie viele Kommissionieraufträge liegen im System, wer fehlt krank. Danach wird das Personal auf die Bereiche verteilt, Staplerfahrer und Kommissionierer eingeteilt, Prioritäten bei eiligen Sendungen gesetzt. Im Lauf der Schicht kontrolliert der Gruppenleiter Durchlaufzeiten, Bestandsdifferenzen und Fehlerquoten, bearbeitet Reklamationen aus dem Versand, koordiniert mit Disposition, Einkauf und Produktion und dokumentiert Störungen an Fördertechnik oder Regalbediengeräten. Dazu kommen Personalthemen: Urlaubsplanung, Einarbeitung neuer Kräfte, Unterweisungen zu Arbeitssicherheit, Gespräche bei Konflikten oder Leistungsproblemen. In Betrieben der Baustoffbranche, im Fertigteilwerk oder im Handel mit schweren Gütern gehört auch die Ladungssicherung und die Abstimmung mit Speditionen dazu.
Wie wird man Gruppenleiter Intralogistik?
Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik, Fachlagerist oder Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, mehrere Jahre operative Erfahrung und dann den Aufstieg über Vorarbeiter oder Teamkoordinator. Wer weiterkommen will, hängt eine Weiterbildung zum Logistikmeister oder Fachwirt für Logistiksysteme an der Industrie- und Handelskammer an. Der zweite Weg ist ein Studium in Logistik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Supply Chain Management, gefolgt von einem Traineeprogramm oder einer Assistenzstelle in der Lagerleitung. Quereinstiege aus Produktion, Handwerk oder von der Bundeswehr kommen vor, wenn Führungserfahrung vorliegt und die Lagerprozesse im Betrieb erlernt werden.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet dort statt, wo der Betrieb läuft, nicht am Schreibtisch. Wechselschicht ist in großen Distributionszentren die Regel, Frühschicht ab vier oder fünf Uhr in Handel und Baustoffversorgung üblich, Samstagsarbeit in Saisonspitzen häufig. Lagerhallen sind zugig, laut und im Sommer heiß, das Tempo ist hoch, und der Gruppenleiter steht zwischen den Erwartungen der Geschäftsleitung an Kennzahlen und der Belastungsgrenze seines Teams. Personalmangel, hohe Fluktuation und der Einsatz von Zeitarbeit machen die Einsatzplanung zur täglichen Improvisation. Wer Konflikte scheut oder Kritik schlecht aushält, wird in dieser Position unglücklich. Verlangt werden außerdem sichere Kenntnisse in Lagerverwaltungssystemen und Tabellenkalkulation, Grundwissen im Arbeitsschutz und meist ein Staplerschein.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch, weil erfahrene Führungskräfte für den Hallenbetrieb schwer zu finden sind. Automatisierung verändert die Aufgabe, ersetzt sie aber nicht: Wer Shuttle-Anlagen, fahrerlose Transportsysteme und Datenauswertung versteht, wird gebraucht. Entwicklungswege führen zur Schicht- oder Lagerleitung, in die Standortleitung oder in Stabsfunktionen wie Prozessoptimierung und Logistikplanung. Ein Wechsel zwischen Branchen ist gut möglich, da die Abläufe sich ähneln.