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Bau & Immobilien

Gruppenleiter Intralogistik

Gruppenleiter Intralogistik führen ein Team im Lager, im Wareneingang oder in der Kommissionierung und verantworten den innerbetrieblichen Materialfluss. Sie planen Personal und Abläufe, überwachen Kennzahlen und greifen ein, wenn der Betrieb stockt.

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Gehalt

Was man als Gruppenleiter Intralogistik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.800 € 4.400 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 3.900 € 4.600 € 5.400 € 55.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.700 € 5.500 € 6.800 € 66.000 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In Betrieben mit Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder des Groß- und Außenhandels liegt das Niveau deutlich über dem der Kontraktlogistik, wo häufig ohne Tarif oder nach dem Speditions- und Logistiktarif der Länder gezahlt wird. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen können das Monatsentgelt spürbar erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Gruppenleiter Intralogistik?

Intralogistik ist alles, was sich innerhalb eines Werks, Lagers oder einer Baustoffniederlassung bewegt: angelieferte Ware, Paletten im Regal, Material auf dem Weg zur Produktion oder zur Verladung. Der Gruppenleiter verantwortet einen Abschnitt davon, meist mit fünfzehn bis sechzig Mitarbeitenden in einer oder mehreren Schichten.

Der Tag beginnt in der Regel mit der Schichtübergabe und einem Blick auf das Auftragsvolumen: Wie viele Lkw werden erwartet, wie viele Kommissionieraufträge liegen im System, wer fehlt krank. Danach wird das Personal auf die Bereiche verteilt, Staplerfahrer und Kommissionierer eingeteilt, Prioritäten bei eiligen Sendungen gesetzt. Im Lauf der Schicht kontrolliert der Gruppenleiter Durchlaufzeiten, Bestandsdifferenzen und Fehlerquoten, bearbeitet Reklamationen aus dem Versand, koordiniert mit Disposition, Einkauf und Produktion und dokumentiert Störungen an Fördertechnik oder Regalbediengeräten. Dazu kommen Personalthemen: Urlaubsplanung, Einarbeitung neuer Kräfte, Unterweisungen zu Arbeitssicherheit, Gespräche bei Konflikten oder Leistungsproblemen. In Betrieben der Baustoffbranche, im Fertigteilwerk oder im Handel mit schweren Gütern gehört auch die Ladungssicherung und die Abstimmung mit Speditionen dazu.

Wie wird man Gruppenleiter Intralogistik?

Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik, Fachlagerist oder Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, mehrere Jahre operative Erfahrung und dann den Aufstieg über Vorarbeiter oder Teamkoordinator. Wer weiterkommen will, hängt eine Weiterbildung zum Logistikmeister oder Fachwirt für Logistiksysteme an der Industrie- und Handelskammer an. Der zweite Weg ist ein Studium in Logistik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Supply Chain Management, gefolgt von einem Traineeprogramm oder einer Assistenzstelle in der Lagerleitung. Quereinstiege aus Produktion, Handwerk oder von der Bundeswehr kommen vor, wenn Führungserfahrung vorliegt und die Lagerprozesse im Betrieb erlernt werden.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet dort statt, wo der Betrieb läuft, nicht am Schreibtisch. Wechselschicht ist in großen Distributionszentren die Regel, Frühschicht ab vier oder fünf Uhr in Handel und Baustoffversorgung üblich, Samstagsarbeit in Saisonspitzen häufig. Lagerhallen sind zugig, laut und im Sommer heiß, das Tempo ist hoch, und der Gruppenleiter steht zwischen den Erwartungen der Geschäftsleitung an Kennzahlen und der Belastungsgrenze seines Teams. Personalmangel, hohe Fluktuation und der Einsatz von Zeitarbeit machen die Einsatzplanung zur täglichen Improvisation. Wer Konflikte scheut oder Kritik schlecht aushält, wird in dieser Position unglücklich. Verlangt werden außerdem sichere Kenntnisse in Lagerverwaltungssystemen und Tabellenkalkulation, Grundwissen im Arbeitsschutz und meist ein Staplerschein.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch, weil erfahrene Führungskräfte für den Hallenbetrieb schwer zu finden sind. Automatisierung verändert die Aufgabe, ersetzt sie aber nicht: Wer Shuttle-Anlagen, fahrerlose Transportsysteme und Datenauswertung versteht, wird gebraucht. Entwicklungswege führen zur Schicht- oder Lagerleitung, in die Standortleitung oder in Stabsfunktionen wie Prozessoptimierung und Logistikplanung. Ein Wechsel zwischen Branchen ist gut möglich, da die Abläufe sich ähneln.

Aufgaben

  • Personaleinsatz für Schichten und Bereiche planen
  • Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung und Versand steuern
  • Kennzahlen wie Durchlaufzeit, Produktivität und Fehlerquote überwachen
  • Mitarbeitende einarbeiten, unterweisen und beurteilen
  • Bestandsdifferenzen klären und Inventuren begleiten
  • Störungen an Fördertechnik und Staplern melden und Ersatzabläufe organisieren
  • Arbeitssicherheit und Ordnung in der Halle durchsetzen
  • Abstimmung mit Disposition, Produktion, Einkauf und Speditionen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in Lagerlogistik, Spedition oder ein logistiknahes Studium
  • Mehrjährige Erfahrung im Lager- oder Produktionsumfeld
  • Bereitschaft zu Schicht-, Früh- und gelegentlicher Samstagsarbeit
  • Sicherer Umgang mit Lagerverwaltungssystemen, gängig SAP EWM oder WMS-Lösungen
  • Durchsetzungsfähigkeit und Belastbarkeit in Konfliktsituationen
  • Staplerschein und körperliche Eignung für längeres Gehen und Stehen
  • Grundkenntnisse im Arbeitsschutz und in der Ladungssicherung

Wo man arbeitet

  • Distributionszentren des Handels
  • Baustoffniederlassungen und Fertigteilwerke
  • Produktionsbetriebe mit angeschlossenem Werkslager
  • Kontraktlogistikdienstleister
  • Ersatzteil- und Speditionslager

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik, danach mehrere Jahre operative Praxis und der Aufstieg über eine Koordinatorenrolle. Für die Gruppenleitung wird häufig eine Weiterbildung zum Logistikmeister oder Fachwirt für Logistiksysteme erwartet, die berufsbegleitend ein bis zwei Jahre dauert. Alternativ führt ein Bachelor in Logistik oder Wirtschaftsingenieurwesen mit anschließendem Trainee direkt in die erste Führungsposition.

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