Gewerbekundenberater Versicherungen Bankenvertrieb
Gewerbekundenberater für Versicherungen im Bankenvertrieb beraten Handwerksbetriebe, Handelsunternehmen und Freiberufler zu betrieblichen Versicherungen und vermitteln diese über die Filialen und Firmenkundenbereiche einer Bank oder Sparkasse. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Versicherer und Bankberatung.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Gewerbekundenberater Versicherungen Bankenvertrieb verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.800 € | 4.400 € | 45.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.000 € | 4.800 € | 5.800 € | 57.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 6.100 € | 8.500 € | 73.200 € |
Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken richtet sich das Festgehalt nach TVöD-S beziehungsweise dem Tarifvertrag für die Volks- und Raiffeisenbanken, bei Versicherern nach dem Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe; dort ist die Spanne eng. Deutlich mehr Bewegung bringt der variable Anteil, der im Gewerbevertrieb je nach Zielerreichung zehn bis dreißig Prozent des Jahreseinkommens ausmachen kann.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Gewerbekundenberater Versicherungen im Bankenvertrieb?
Banken und Sparkassen vermitteln Versicherungen ihres Kooperationspartners mit. Für das Gewerbegeschäft reicht das Wissen eines Bankberaters dabei meist nicht aus: Wer eine Betriebshaftpflicht, eine Inhaltsversicherung, eine Betriebsunterbrechungsdeckung oder eine D&O-Police für einen Metallbaubetrieb kalkulieren will, braucht Spartenkenntnis. Genau diese Rolle übernimmt der Gewerbekundenberater. Er betreut ein Gebiet mit mehreren Filialen, wird von den Bankberatern zu Terminen hinzugezogen und führt die Gespräche mit den Betriebsinhabern gemeinsam mit ihnen oder allein.
Der Alltag besteht aus Betriebsbesichtigungen und Beratungsgesprächen beim Kunden, Risikoanalysen, dem Einholen von Angeboten beim Versicherer, Vertragsprüfungen bestehender Policen der Konkurrenz und Schadenbegleitung. Dazu kommt die interne Arbeit: Bankberater schulen, Kampagnen begleiten, Potenzialanalysen aus dem Kundenbestand ziehen, Termine akquirieren. Ein erheblicher Teil der Zeit geht für Dokumentation im Beratungsprotokoll und in den Systemen von Bank und Versicherer drauf.
Wie wird man Gewerbekundenberater Versicherungen im Bankenvertrieb?
Der klassische Weg führt über eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder zum Bankkaufmann, gefolgt von mehreren Jahren Vertriebspraxis. Nahezu immer verlangen die Häuser eine Weiterbildung: Versicherungsfachwirt, Fachwirt für Versicherungen und Finanzen oder ein betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Versicherung. Für die Gewerbesparten sind zusätzliche Fachseminare der Versicherer üblich, etwa zur technischen Versicherung oder zur betrieblichen Altersversorgung.
Quereinstieg ist möglich, aber selten direkt: Wer aus dem Maklerbüro, aus dem Außendienst eines Versicherers oder aus dem gewerblichen Innendienst kommt, hat gute Karten. Ohne Sachkundenachweis nach der Versicherungsvermittlerverordnung geht nichts, laufende Weiterbildungspflicht von fünfzehn Stunden im Jahr kommt hinzu.
Was der Beruf verlangt
Die Rolle ist doppelt gebunden: an die Ziele des Versicherers und an die Erwartungen der Bank, die den Kundenzugang besitzt. Konflikte über Provisionsteilung, Terminqualität und Zuständigkeiten sind Teil des Jobs. Vertriebsziele werden quartalsweise gemessen, ein Teil der Vergütung hängt daran. Wer mit Zahlendruck schlecht umgeht, wird hier unglücklich.
Die Arbeitszeit ist überwiegend regulär, aber Kundentermine liegen häufig früh morgens oder nach Betriebsschluss, weil Handwerksmeister tagsüber auf der Baustelle sind. Reisetätigkeit im Gebiet ist die Regel, ein Führerschein Voraussetzung. Fachlich ist der Anspruch hoch und die Haftung real: Eine falsch bemessene Betriebsunterbrechungsdeckung fällt erst im Schadenfall auf, dann aber deutlich. Zudem ändern sich Bedingungswerke und Rechtslage ständig, Lernen gehört dauerhaft dazu.
Aussichten
Das gewerbliche Versicherungsgeschäft gilt als margenstark, und die Banken bauen es aus, weil das Zinsgeschäft allein nicht trägt. Erfahrene Berater mit Gewerbekompetenz sind knapp, die Wechselmöglichkeiten zwischen Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Versicherern und Maklerhäusern entsprechend gut. Entwicklungswege führen in die Betreuung größerer Industriekunden, in die Leitung einer Vertriebsregion, in die Ausbildung und Schulung oder in die Selbstständigkeit als Makler. Digitalisierung verändert vor allem das Kleingewerbegeschäft, in dem einfache Bündelpolicen zunehmend online abgeschlossen werden; die beratungsintensiven mittleren Risiken bleiben personengebunden.
Aufgaben
- Betriebe besichtigen und Risiken vor Ort aufnehmen
- gewerbliche Versicherungslösungen konzipieren und anbieten
- bestehende Fremdverträge prüfen und Deckungslücken aufzeigen
- Bankberater in Filialen fachlich schulen und Termine begleiten
- Kundenbestand auf Potenzial analysieren und Akquise betreiben
- Kunden im Schadenfall gegenüber dem Versicherer begleiten
- Beratungsgespräche rechtssicher dokumentieren
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung in Versicherungs- oder Bankberufen, häufig mit Fachwirt-Weiterbildung
- Sachkundenachweis als Versicherungsvermittler und laufende Weiterbildung
- Kenntnisse der gewerblichen Sparten von Haftpflicht bis technische Versicherung
- Sicherheit im Umgang mit Unternehmern und Bereitschaft zum aktiven Verkauf
- Belastbarkeit bei Vertriebszielen
- Führerschein Klasse B und Reisebereitschaft im Betreuungsgebiet
Wo man arbeitet
- Sparkassen und Genossenschaftsbanken
- Versicherungsgesellschaften mit Bankvertriebsorganisation
- Privatbanken mit Firmenkundengeschäft
- Maklerhäuser und Assekuradeure
- beim Kunden im Betrieb
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder zum Bankkaufmann, anschließend einige Jahre Vertriebspraxis. Darauf folgt meist die Weiterbildung zum Versicherungsfachwirt oder Fachwirt für Versicherungen und Finanzen, alternativ ein betriebswirtschaftliches Studium. Spezialseminare der Versicherer für die Gewerbesparten kommen berufsbegleitend hinzu.
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- 2.700 – 7.000 €
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