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Handwerk & Produktion

Gas- und Wasserinstallateur

Gas- und Wasserinstallateure verlegen Rohrleitungen für Trinkwasser, Abwasser und Gas, montieren Sanitärobjekte und schließen Heizungs- und Gasgeräte an. Die offizielle Ausbildungsbezeichnung lautet heute Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Gas- und Wasserinstallateur verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.850 € 3.200 € 34.200 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.350 € 3.900 € 40.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 4.000 € 5.200 € 48.000 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Region: In Betrieben mit Tarifvertrag des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks liegen die Löhne im Westen deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Firmen im Osten. Notdienst-, Überstunden- und Montagezuschläge machen im Kundendienst einen erheblichen Teil des tatsächlichen Einkommens aus, Meister mit Bauleitung oder eigenem Betrieb liegen darüber.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Gas- und Wasserinstallateur?

Der Beruf dreht sich um alles, was in einem Gebäude Wasser oder Gas führt. Auf einer Baustelle werden Leitungen für Trinkwasser, Abwasser und Gas nach Plan verlegt, Rohre aus Kupfer, Edelstahl oder Kunststoff zugeschnitten, gebogen, gepresst, gelötet oder verschweißt. Dazu kommen Wanddurchbrüche, Befestigungen, Dämmung der Leitungen und der Anschluss von Waschbecken, WCs, Duschen und Armaturen. Im Heizungsbereich werden Gas-Brennwertgeräte, Wärmepumpen, Speicher und Heizkörper montiert und in Betrieb genommen.

Ein großer Teil der Arbeit ist Instandhaltung und Umbau im bewohnten Bestand: Rohrbruch suchen, Absperrventile tauschen, Bäder sanieren, alte Gasleitungen prüfen und Dichtheitsprüfungen durchführen. Wer beim Gasnetzbetreiber eingetragen ist, darf Hausanschlüsse herstellen und Zähler setzen. Kundenkontakt gehört dazu, oft in Situationen, in denen etwas kaputt ist und schnell gehen muss. Dokumentation, Aufmaß und Materialbestellung nehmen ebenfalls Zeit in Anspruch.

Wie wird man Gas- und Wasserinstallateur?

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik im Handwerk oder in der Industrie. Rechtlich reicht jeder Schulabschluss, in der Praxis stellen Betriebe meist Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein; solide Kenntnisse in Mathematik und Physik helfen bei Rohrnetzberechnung und Hydraulik. Da viele Betriebe Nachwuchs suchen, sind auch ältere Bewerber und Quereinsteiger mit handwerklicher Vorerfahrung willkommen, teils über eine verkürzte Ausbildung oder eine Umschulung über die Arbeitsagentur. Arbeiten an Gasanlagen setzen zusätzliche Schulungen und die Eintragung des Betriebs beim Netzbetreiber voraus.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Vieles passiert kniend, über Kopf, in engen Schächten, im Kriechkeller oder auf dem Dach. Rohre und Heizkessel sind schwer, Rohbauten sind im Winter kalt und zugig. Knie, Rücken und Schultern nehmen über die Jahre Schaden, wenn nicht auf Technik und Hilfsmittel geachtet wird. Staub, Schmutz, Abwasser und Löt- oder Schweißrauch gehören zum Alltag.

Die Verantwortung ist hoch: Eine schlecht ausgeführte Gasleitung oder eine falsch abgesicherte Trinkwasseranlage kann Menschen gefährden. Fehler in der Ausführung fallen häufig erst nach Monaten auf und sind teuer. Die Arbeitszeit liegt meist am frühen Morgen beginnend im Tagdienst, dazu kommen Fahrzeiten zu wechselnden Einsatzorten, Termindruck vor Abnahmen und in vielen Betrieben Rufbereitschaft für Notdienste an Abenden und Wochenenden. Wer sich schwer damit tut, Gelerntes ständig zu ergänzen, wird Schwierigkeiten haben: Vorschriften, Normen und Gerätetechnik ändern sich laufend.

Aussichten

Die Nachfrage ist seit Jahren deutlich höher als das Angebot an Fachkräften. Bäder werden saniert, Heizungen erneuert, Wärmepumpen eingebaut, Bestandsnetze sind alt. Arbeitslosigkeit ist in diesem Beruf selten, ein Wechsel des Arbeitgebers meist ohne lange Suche möglich. Entwicklungswege führen über den Vorarbeiter und Obermonteur zum Kundendienstmonteur mit eigenem Fahrzeug, weiter zum Meister mit Bauleitung, Ausbildung von Lehrlingen und der Möglichkeit, einen eigenen Betrieb zu führen. Andere gehen in die Technikerschule, zum Servicetechniker eines Geräteherstellers, in die Gebäudetechnik großer Unternehmen oder zu einem Stadtwerk. Spezialisierungen auf Wärmepumpen, Trinkwasserhygiene oder regenerative Systeme sind derzeit besonders gefragt.

Aufgaben

  • Rohrleitungen für Trinkwasser, Abwasser und Gas verlegen und verbinden
  • Sanitärobjekte, Armaturen und Duschsysteme montieren und anschließen
  • Heizkessel, Gasgeräte, Wärmepumpen und Speicher einbauen und in Betrieb nehmen
  • Dichtheits- und Druckprüfungen durchführen und dokumentieren
  • Störungen suchen, Rohrbrüche beheben und Verschleißteile tauschen
  • Wartungen an Heizungs- und Gasanlagen im Kundendienst erledigen
  • Aufmaß nehmen, Material bestellen und Arbeitszeiten abrechnen
  • Kunden zu Bedienung, Verbrauch und Sanierungsmöglichkeiten beraten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Anlagenmechaniker SHK oder Gas- und Wasserinstallateur
  • handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen für Rohrverläufe
  • körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und keine Probleme mit Arbeiten in Zwangshaltung
  • Sorgfalt und Normkenntnis, weil Fehler an Gas- und Trinkwasseranlagen gefährlich sind
  • Führerschein Klasse B für den Weg zu wechselnden Einsatzorten
  • freundlicher Umgang mit Kunden, auch in Stresssituationen
  • Bereitschaft zu Fortbildung bei neuer Gerätetechnik und Rufbereitschaft

Wo man arbeitet

  • Sanitär-, Heizungs- und Klimabetriebe
  • Bauunternehmen und Generalunternehmer im Ausbau
  • Stadtwerke und Wasserversorger
  • Kundendienst und Service von Geräteherstellern
  • technische Abteilungen von Wohnungsgesellschaften, Kliniken und Industriebetrieben

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik in Betrieb und Berufsschule, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Bei guten Leistungen oder Vorkenntnissen ist eine Verkürzung möglich, Umschulungen für Erwachsene dauern meist zwei bis drei Jahre. Danach folgen häufig Herstellerschulungen, die Technikerschule oder die Meisterprüfung.

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