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Gesundheit & Pflege

für Kaufleute im Gesundheitswesen

Kaufleute im Gesundheitswesen übernehmen die kaufmännische und verwaltende Arbeit in Kliniken, Praxen, Krankenkassen und Pflegeeinrichtungen. Sie rechnen Leistungen ab, kalkulieren Kosten und organisieren Abläufe zwischen Verwaltung, Behandlung und Kostenträgern.

58 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als für Kaufleute im Gesundheitswesen verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.100 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.300 € 5.500 € 51.600 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In kommunalen Kliniken und bei Krankenkassen gelten TVöD-K, TV-L oder der Tarifvertrag der Ersatzkassen mit klaren Entgeltgruppen, meist im Bereich E 5 bis E 9. Kleine Praxen, Sanitätshäuser und private Pflegeanbieter zahlen häufig deutlich darunter und frei verhandelt; Spezialisierung im Medizincontrolling oder in der Kodierung hebt das Gehalt am stärksten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Kauffrau im Gesundheitswesen?

Der Beruf sitzt an der Schnittstelle zwischen medizinischer Versorgung und Betriebswirtschaft. Kaufleute im Gesundheitswesen erfassen und prüfen Leistungen, rechnen sie über DRG-Fallpauschalen, EBM oder GOÄ ab und klären Rückfragen mit Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Patienten. Sie schreiben Rechnungen, verfolgen offene Posten, buchen Belege und arbeiten an Kostenstellenrechnungen und Budgetübersichten mit. In Kliniken kommen Aufgaben in der Patientenaufnahme, im Belegungsmanagement oder im Medizincontrolling dazu, bei Krankenkassen die Beratung von Versicherten und die Bearbeitung von Leistungsanträgen, bei Pflegeanbietern Dienstplanunterstützung, Pflegesatzverhandlungen und Heimkostenabrechnung.

Ein großer Teil des Tages besteht aus Arbeit an mehreren Softwaresystemen: Krankenhausinformationssystem, Abrechnungsmodul, Buchhaltung, Tabellenkalkulation. Dazu kommen Telefonate und E-Mails, oft mit Menschen, die verunsichert oder verärgert sind, weil eine Rechnung nicht verständlich ist oder eine Leistung nicht übernommen wird. Wer im Einkauf oder in der Personalabteilung landet, beschafft Verbrauchsmaterial, vergleicht Angebote, bereitet Verträge vor oder erstellt Arbeitszeugnisse und Statistiken.

Wie wird man Kauffrau im Gesundheitswesen?

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz, verkürzbar auf zweieinhalb oder zwei Jahre. Betriebe sind Krankenhäuser, Arztpraxen und Medizinische Versorgungszentren, Krankenkassen, Reha- und Pflegeeinrichtungen, Sanitätshäuser und Verbände. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, faktisch stellen die meisten Betriebe mit Realschulabschluss oder Abitur ein. Nach der Ausbildung folgt eine IHK-Prüfung.

Quereinstieg gelingt am ehesten aus anderen kaufmännischen Berufen oder aus dem medizinischen Bereich: Medizinische Fachangestellte und Pflegekräfte, die in die Verwaltung wechseln, bringen Fachwissen mit, das sich schwer anlesen lässt. Auch ein Studium in Gesundheitsmanagement oder Gesundheitsökonomie führt in vergleichbare Stellen, häufig direkt ins Controlling.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit läuft überwiegend in Tagdiensten von Montag bis Freitag, in Kliniken kann die Patientenaufnahme auch Spät- und Wochenenddienste umfassen. Körperlich ist der Beruf leicht, aber es ist Bildschirmarbeit über viele Stunden. Belastend sind der Zeitdruck zu Monats- und Quartalsenden, die Genauigkeit, die das Abrechnungsrecht erfordert, und der permanente Wandel: Kataloge, Vergütungsregeln und Prüfverfahren ändern sich jährlich. Fehler kosten Geld, das merkt man. Wer die Nähe zu Patienten sucht, findet sie hier nur am Telefon oder am Aufnahmeschalter. Der Kostendruck im Gesundheitswesen ist Alltag und trifft auch die Verwaltung: dünn besetzte Abteilungen, Aufgabenbündel, Digitalisierungsprojekte neben dem Tagesgeschäft.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis gut. Abrechnung und Dokumentation werden komplizierter, nicht einfacher, und Häuser mit sauberer Kodierung und Kostenkontrolle brauchen Personal dafür. Entwicklungswege führen ins Medizincontrolling, in die Kodierfachkraft-Tätigkeit, ins Qualitäts- oder Case-Management, in Einkauf oder Personalwesen. Fortbildungen wie Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen oder Betriebswirt öffnen Leitungsstellen, ein berufsbegleitendes Studium den Weg in die Verwaltungsleitung. Routinetätigkeiten in der Abrechnung werden zunehmend automatisiert, die Prüf- und Klärfälle bleiben.

Aufgaben

  • Behandlungsleistungen erfassen, kodieren und abrechnen
  • Rechnungen an Krankenkassen und Selbstzahler stellen und Rückläufer klären
  • Kosten- und Leistungsrechnung sowie Budgetauswertungen erstellen
  • Patienten aufnehmen, Aufnahmeverträge und Datenschutzunterlagen bearbeiten
  • Versicherte und Angehörige zu Leistungsansprüchen beraten
  • Material und Dienstleistungen beschaffen, Angebote vergleichen
  • Personalvorgänge, Dienstpläne und Statistiken unterstützen
  • Qualitätsdokumentation und Berichte für Aufsichtsbehörden vorbereiten

Voraussetzungen

  • Realschulabschluss oder Abitur wird von den meisten Betrieben erwartet
  • Sicheres Rechnen und Sorgfalt beim Umgang mit Zahlen und Fristen
  • Gutes schriftliches und mündliches Deutsch für Korrespondenz und Beratung
  • Bereitschaft, sich in Abrechnungsrecht und Sozialgesetzgebung einzuarbeiten
  • Routine mit Office-Programmen, insbesondere Tabellenkalkulation
  • Diskretion im Umgang mit Gesundheitsdaten
  • Geduld in Gesprächen mit verunsicherten oder verärgerten Menschen

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Krankenkassen und Sozialversicherungsträger
  • Arztpraxen und Medizinische Versorgungszentren
  • Pflegeheime und ambulante Pflegedienste
  • Reha- und Kureinrichtungen
  • Sanitätshäuser, Verbände und Gesundheitsämter

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Gesundheitswesen mit Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Bei Abitur oder guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zwei bis zweieinhalb Jahre möglich. Alternativ führt ein Studium in Gesundheitsmanagement oder Gesundheitsökonomie in vergleichbare Aufgaben, meist mit Schwerpunkt Controlling.

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