Was macht eine Frühstücksdame?
Der Arbeitstag beginnt früh, oft um halb sechs. Kaffeemaschinen und Wasserkocher werden angestellt, Brötchen aufgebacken, Wurst und Käse aufgeschnitten oder angerichtet, Obst geschnitten, Rühreier und Würstchen vorbereitet. Marmeladen, Joghurts, Müsli, Säfte und Milch kommen in die Spender und Schalen, die Tische werden mit Geschirr, Besteck und Servietten eingedeckt.
Sobald die ersten Gäste kommen, verschiebt sich die Arbeit auf Betreuung und Nachschub: Kaffee servieren, Sonderwünsche aufnehmen, leere Platten austauschen, benutztes Geschirr abräumen, Tische neu eindecken. Nebenbei wird kontrolliert, ob Temperaturen der Kühlung und der Warmhalteplatten stimmen und ob die Hygienevorschriften eingehalten sind. Nach dem Buffetende folgt die Abräumphase: Reste sortieren, Geschirr in die Spülmaschine, Flächen reinigen, Vorräte für den nächsten Morgen bestellen oder aus dem Lager holen. In kleineren Häusern übernimmt die Frühstückskraft zusätzlich die Rezeption, Telefonanrufe oder das Wäschehandling.
Wie wird man Frühstücksdame?
Es gibt keine eigene Ausbildung für diesen Beruf. Viele Häuser stellen Menschen ohne Vorerfahrung ein und lernen sie in einigen Tagen an. Wer aus der Gastronomie kommt, etwa als Restaurantfachkraft, Hotelfachkraft oder Küchenhilfe, findet leicht eine Stelle. Auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus Handel, Pflege oder Reinigung werden häufig genommen, wenn sie zuverlässig sind und die Frühschicht übernehmen können.
Verpflichtend ist die Erstunterweisung nach dem Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt, früher Gesundheitszeugnis genannt, dazu regelmäßige Hygieneschulungen im Betrieb. Deutschkenntnisse werden erwartet, in Häusern mit internationalen Gästen auch etwas Englisch. Wer sich weiterentwickeln will, kann die Ausbildung zur Hotelfachfrau oder zum Restaurantfachmann nachholen, auch in Teilzeit oder als Externenprüfung.
Was der Beruf verlangt
Der frühe Beginn ist die größte Hürde. Wer um vier Uhr aufstehen muss, richtet den ganzen Tagesablauf daran aus, und an freien Tagen bleibt der Rhythmus. Gearbeitet wird an Wochenenden und Feiertagen, oft im Wechsel mit Kolleginnen, in kleinen Pensionen auch in Alleinschicht. Manche Betriebe teilen den Dienst, sodass am Abend noch ein Einsatz folgt.
Körperlich ist die Arbeit fordernd: mehrere Stunden Stehen und Gehen, Tabletts und Geschirrkisten tragen, Bücken zum Nachfüllen der unteren Buffetfächer. Hitze an der Spülmaschine und am Herd, Zugluft an der Tür, feuchte Hände. Dazu kommt Zeitdruck, wenn sechzig Gäste in vierzig Minuten frühstücken wollen. Freundlichkeit ist Teil der Leistung, auch gegenüber Gästen, die schlecht geschlafen haben. Viele Stellen sind Teilzeit oder Minijobs, was das Einkommen begrenzt.
Aussichten
Hotels und Pensionen suchen dauerhaft Frühstückskräfte, weil die Schichtzeiten unbeliebt sind und die Fluktuation hoch ist. Wer verlässlich erscheint, findet fast überall eine Stelle, besonders in Tourismusregionen und Städten mit Messebetrieb. Saisonhäuser an der Küste oder in den Alpen bieten befristete Stellen mit Unterkunft.
Entwicklungswege gibt es innerhalb des Hauses: Verantwortung für den Frühstücksbereich mit Bestellwesen und Einteilung der Aushilfen, Wechsel in den Service, an die Rezeption oder in die Hausdame-Position. Mit nachgeholter Ausbildung öffnen sich Wege zur Restaurantleitung oder in die Systemgastronomie. Ohne Abschluss bleibt das Einkommen meist nahe am unteren Rand der Branche.