Was macht ein Franchise-Nehmer im McDonald's System?
Ein Franchise-Nehmer betreibt ein oder mehrere Schnellrestaurants als eigenes Unternehmen. Das Gebäude, die Marke, die Rezepte, die Warenlogistik und die Werbung kommen vom Franchise-Geber, das wirtschaftliche Risiko trägt der Franchise-Nehmer. Der Arbeitsalltag besteht aus Personalführung und Zahlen: Dienstpläne für oft 60 bis 120 überwiegend geringfügig oder in Teilzeit beschäftigte Mitarbeitende, Einstellungsgespräche, Einarbeitung, Umgang mit hoher Fluktuation. Dazu kommen Wareneinsatz und Personalkostenquote, Kassenumsätze, Reklamationen, Hygienekontrollen, Instandhaltung von Küchentechnik und Drive-in, Abstimmung mit dem Betreuer des Franchise-Gebers sowie lokale Aktionen. Viele Franchise-Nehmer stehen selbst regelmäßig im Restaurant, besonders in Stoßzeiten oder wenn Führungskräfte fehlen. Wer mehrere Standorte hält, arbeitet stärker über Restaurantleitungen und Bezirksleiter und verschiebt sich Richtung Controlling, Expansion und Verhandlung.
Wie wird man Franchise-Nehmer im McDonald's System?
Es gibt keine Ausbildung mit diesem Titel. Der Weg führt über ein Auswahlverfahren des Franchise-Gebers, gefolgt von einem mehrmonatigen bis rund einjährigen Ausbildungsprogramm, das in Restaurants beginnt: Schichten in der Küche, am Counter, dann Schichtführung, Restaurantleitung, Betriebswirtschaft. Bewerber kommen häufig aus dem Unternehmen selbst, etwa als langjährige Restaurantleiter, oder von außen aus Handel, Gastronomie, Vertrieb oder anderen selbstständigen Tätigkeiten. Verlangt werden kaufmännisches Verständnis, Führungserfahrung und vor allem Eigenkapital in sechsstelliger Höhe, das nicht aus Krediten stammen darf. Ein Studium ist nicht nötig, eine Bonitätsprüfung dagegen unumgänglich. Der Franchise-Vertrag läuft in der Regel über zwanzig Jahre und bindet an Standort, Systemvorgaben und laufende Gebühren für Miete und Lizenz.
Was der Beruf verlangt
Die Selbstständigkeit ist echt, die Freiheit begrenzt. Produkte, Preisrahmen, Einrichtung, Lieferanten und Prozesse gibt das System vor; Abweichungen sind kaum möglich. Wer gestalten will, gestaltet Personal, Service und lokales Marketing. Die Arbeitszeiten richten sich nach dem Restaurant, also Abende, Wochenenden, Feiertage und Nachtgeschäft. Personalmangel in der Gastronomie trifft den Franchise-Nehmer unmittelbar, weil ausgefallene Schichten am Ende an ihm hängen. Die Margen im Schnellrestaurantgeschäft sind schmal: steigende Löhne, Energie- und Wareneinsatzkosten schlagen sofort durch, während Preiserhöhungen nur in engen Grenzen möglich sind. Das eingesetzte Eigenkapital kann verloren gehen. Belastend sind außerdem Konflikte im Team, Beschwerden, Vandalismus und Kriminalität an manchen Standorten sowie die permanente Messung an Kennzahlen und Qualitätsaudits.
Aussichten
Der Großteil der Restaurants in Deutschland wird von Franchise-Nehmern geführt, und das System vergibt regelmäßig Standorte neu, etwa bei Renteneintritt bestehender Partner. Die Zahl der Plätze ist dennoch begrenzt und die Auswahl streng. Wer sich bewährt, kann weitere Restaurants übernehmen; mehrere Standorte sind der übliche Weg zu tragfähigen Einkommen, weil ein einzelner Betrieb nach Abzug von Gebühren, Miete und Personalkosten oft nur ein mittleres Unternehmereinkommen abwirft. Erworbene Fähigkeiten in Führung, Filialsteuerung und Betriebswirtschaft sind auch außerhalb des Systems verwertbar, etwa in der Systemgastronomie, im Filialhandel oder als Franchise-Nehmer anderer Marken.