Betriebsleiter Gastronomie
Betriebsleiter in der Gastronomie führen ein Restaurant, eine Kantine oder einen Hotelbetrieb wirtschaftlich und organisatorisch. Sie verantworten Personal, Umsatz, Wareneinsatz und die Einhaltung von Hygiene- und Arbeitsschutzvorschriften.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Betriebsleiter Gastronomie verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 4.300 € | 5.200 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.500 € | 5.800 € | 8.000 € | 69.600 € |
Entscheidend sind Betriebsgröße und Trägerschaft: In der Betriebsgastronomie großer Cateringkonzerne oder im öffentlichen Dienst wird nach Tarif gezahlt, häufig nach dem Manteltarifvertrag des DEHOGA des jeweiligen Bundeslandes oder nach TVöD, während inhabergeführte Restaurants meist frei verhandeln und am unteren Rand liegen. Umsatzbeteiligungen und Bonusregelungen sind in Ketten und Hotellerie verbreitet und können mehrere Hundert Euro im Monat ausmachen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Betriebsleiter in der Gastronomie?
Betriebsleiter tragen die Verantwortung dafür, dass ein gastronomischer Betrieb läuft und Geld verdient. Der Tag beginnt oft mit einem Blick auf die Zahlen des Vortages: Umsatz, durchschnittlicher Bon, Wareneinsatzquote, Personalkosten im Verhältnis zum Erlös. Danach folgt die operative Steuerung, also Dienstplanung, Bestellungen bei Lieferanten, Preisverhandlungen, Absprachen mit Küchenleitung und Serviceleitung, Kontrolle der Kühlhaustemperaturen und der HACCP-Dokumentation.
Ein großer Teil der Arbeit ist Personalarbeit. Betriebsleiter stellen ein, führen Einarbeitungen durch, schlichten Konflikte im Team, führen Kritikgespräche und kümmern sich um Auszubildende. Bei Personalausfall stehen sie selbst im Service oder an der Bar. Dazu kommen Gästebeschwerden, Reklamationen, die Betreuung von Veranstaltungen und Reservierungen größerer Gruppen sowie die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung oder, bei Ketten, mit der Regionalleitung. Kassenabschluss, Inventur, Rechnungsprüfung und die Vorbereitung von Unterlagen für die Buchhaltung gehören ebenso dazu wie Kontakte zu Lebensmittelüberwachung, Berufsgenossenschaft und Vermieter.
Wie wird man Betriebsleiter in der Gastronomie?
Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung als Restaurantfachkraft, Fachkraft für Gastronomie, Hotelfachkraft oder Koch, mehrere Jahre Berufspraxis und den Aufstieg über Schichtleitung und stellvertretende Leitung. Formal abgesichert wird das oft durch die Fortbildung zum Restaurantmeister, Küchenmeister, Hotelmeister oder zum Fachwirt im Gastgewerbe. Auch ein Studium in Hotel- oder Tourismusmanagement, Betriebswirtschaft oder Food Management führt in die Position, meist über Traineeprogramme großer Ketten und Hotelgruppen.
Quereinstieg kommt vor, etwa aus dem Einzelhandel oder aus der Systemgastronomie, verlangt aber Praxis im operativen Geschäft. Wer nie selbst im Service oder in der Küche gestanden hat, verliert im Team schnell an Autorität. Wichtig sind außerdem die Unterrichtung nach dem Gaststättengesetz, eine gültige Belehrung nach Infektionsschutzgesetz und in vielen Häusern die Ausbildereignungsprüfung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind der härteste Punkt. Abende, Wochenenden, Feiertage und die Hochsaison sind Arbeitszeit, geteilte Dienste kommen vor, Sechzig-Stunden-Wochen sind in inhabergeführten Häusern keine Seltenheit. Viele Verträge enthalten Pauschalen, mit denen Mehrarbeit abgegolten sein soll. Der Beruf steht ständig unter Kostendruck: Energie, Wareneinkauf und Löhne steigen schneller als die Preisbereitschaft der Gäste.
Dazu kommt der Personalmangel. Betriebsleiter verbringen viel Zeit damit, offene Schichten zu füllen, und springen selbst ein. Die Doppelrolle aus Zahlenverantwortung und operativem Mitarbeiten zehrt. Wer Konflikte scheut, unter Zeitdruck den Überblick verliert oder abends nicht freundlich bleiben kann, wenn ein Gast reklamiert, ist an der falschen Stelle. Körperlich sind lange Stehzeiten und Lärm normal.
Aussichten
Der Bedarf an erfahrenen Führungskräften im Gastgewerbe ist hoch, weil viele Fachkräfte die Branche nach der Pandemie verlassen haben. Wer nachweisbar Betriebe wirtschaftlich geführt hat, findet zügig eine Stelle. Entwicklungswege führen in die Leitung größerer oder mehrerer Häuser, in die Regional- oder Gebietsleitung von Ketten, in die Betriebsgastronomie mit deutlich planbareren Arbeitszeiten oder in die Selbstständigkeit mit eigenem Betrieb oder Franchise. Auch Wechsel in Einkauf, Vertrieb oder Beratung für Gastronomiebedarf sind üblich.
Aufgaben
- Dienst- und Urlaubsplanung für Küche und Service erstellen
- Wareneinsatz, Umsatz und Personalkosten auswerten und steuern
- Einkauf organisieren und mit Lieferanten verhandeln
- Personal einstellen, einarbeiten und Mitarbeitergespräche führen
- Hygienevorschriften und HACCP-Dokumentation überwachen
- Gästebeschwerden bearbeiten und Veranstaltungen betreuen
- Kassenabschluss, Inventur und Rechnungsprüfung durchführen
- Bei Engpässen selbst im operativen Betrieb mitarbeiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene gastronomische Ausbildung oder einschlägiges Studium
- Mehrjährige Praxis im Service oder in der Küche, idealerweise mit Schichtleitung
- Kaufmännisches Verständnis für Kalkulation, Kennzahlen und Personalkosten
- Belehrung nach Infektionsschutzgesetz und Kenntnisse im Lebensmittelrecht
- Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit
- Führungsstärke, Belastbarkeit und Konfliktfähigkeit
- Körperliche Belastbarkeit für lange Stehzeiten
Wo man arbeitet
- Restaurants und Gasthäuser
- Hotels und Resorts
- Systemgastronomie und Restaurantketten
- Betriebsrestaurants und Kantinen
- Catering- und Eventunternehmen
- Freizeitparks, Kliniken und Mensen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im Gastgewerbe, etwa als Restaurantfachkraft, Hotelfachkraft oder Koch, gefolgt von mehreren Jahren Berufspraxis. Darauf baut häufig eine Fortbildung zum Restaurant-, Küchen- oder Hotelmeister oder zum Fachwirt im Gastgewerbe auf, die je nach Form ein bis zwei Jahre dauert. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Hotel- oder Tourismusmanagement über Traineeprogramme in die Betriebsleitung.
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