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Finanzen & Controlling

Filialleiter Private Banking

Filialleiter im Private Banking führen eine Beratungsniederlassung für vermögende Privatkunden, verantworten deren Geschäftsergebnis und betreuen selbst einen Teil der wichtigsten Kundenbeziehungen.

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Gehalt

Was man als Filialleiter Private Banking verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 5.200 € 6.300 € 7.800 € 75.600 €
Mit Berufserfahrung 6.500 € 8.000 € 10.500 € 96.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.500 € 10.500 € 16.000 € 126.000 €

Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken richtet sich das Grundgehalt nach TVöD-S beziehungsweise dem Tarifvertrag für Volks- und Raiffeisenbanken und ist eng begrenzt; Privat- und Auslandsbanken zahlen frei verhandelt deutlich mehr. Entscheidend sind zudem die Größe des betreuten Kundenvermögens und der variable Anteil, der zwischen zehn und vierzig Prozent des Jahreseinkommens ausmachen kann.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Filialleiter Private Banking?

Ein Filialleiter im Private Banking trägt die Verantwortung für einen Standort, an dem vermögende Privatkunden betreut werden – meist ab einem liquiden Vermögen von einigen Hunderttausend Euro. Die Arbeit besteht aus zwei Hälften. Die eine ist Führung: Beraterteams von etwa fünf bis dreißig Personen anleiten, Zielvereinbarungen treffen, Vertriebszahlen auswerten, Personal einstellen und Gespräche führen, wenn Ergebnisse ausbleiben. Die andere Hälfte ist eigenes Kundengeschäft. Filialleiter behalten in der Regel ein Portfolio der bedeutendsten Kunden, führen Depotgespräche, begleiten Unternehmensverkäufe, Erbregelungen und Immobilienfinanzierungen und treten bei Veranstaltungen als Gesicht des Hauses auf.

Dazu kommt Verwaltung, deren Umfang oft unterschätzt wird: Berichte an die Bereichsleitung, Kostenstellenplanung, Umsetzung regulatorischer Vorgaben aus MiFID II, Geldwäscheprävention, Nachbearbeitung von Prüfungsergebnissen der internen Revision. Wer Beratungsprotokolle nicht mag, findet in dieser Rolle keine Erleichterung, sondern eine zusätzliche Kontrollpflicht.

Wie wird man Filialleiter Private Banking?

Der klassische Weg beginnt mit der Ausbildung zum Bankkaufmann, gefolgt von Jahren in der Privatkundenberatung und dem Wechsel in die Vermögensberatung. Parallel absolvieren viele ein Studium in Betriebswirtschaft oder Finance, eine Weiterbildung zum Bankfachwirt und Bankbetriebswirt oder den Certified Financial Planner. Ein Hochschulabschluss ist bei Privatbanken und Auslandsinstituten häufig Voraussetzung, bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken ersetzt ihn oft der Aufstieg über die Bankakademie.

Ohne mehrjährige Erfahrung in der Beratung vermögender Kunden wird die Position praktisch nicht vergeben. Zwischen erster Beraterstelle und Filialleitung liegen üblicherweise acht bis fünfzehn Jahre. Quereinstiege gelingen gelegentlich aus der Steuerberatung, dem Wirtschaftsrecht oder dem Versicherungsvertrieb, dann aber fast immer über eine Beraterrolle als Zwischenstation.

Was der Beruf verlangt

Die Rolle ist ergebnisgetrieben. Vertriebsziele für Wertpapierumsätze, Nettomittelzufluss und Provisionsertrag werden quartalsweise gemessen, und wer sie verfehlt, spürt das schnell. Der Druck wird nach unten weitergegeben, was Konflikte im Team erzeugt – zwischen dem Anspruch, im Kundeninteresse zu beraten, und Produktvorgaben aus der Zentrale. Diesen Widerspruch auszuhalten, fällt vielen schwerer als die Fachthemen.

Die Arbeitszeiten liegen deutlich über der vertraglichen Zeit, Abendtermine bei Kunden und Netzwerkveranstaltungen sind normal, Homeoffice nur eingeschränkt möglich, weil Präsenz am Standort erwartet wird. Verlangt werden zudem belastbare Kenntnisse in Kapitalmarkt, Steuern, Nachfolgeplanung und Kreditgeschäft, dazu Verbindlichkeit im Umgang mit Menschen, die gewohnt sind, ernst genommen zu werden.

Aussichten

Die Nachfrage bleibt stabil, weil private Vermögen wachsen und Banken das margenstarke Geschäft mit ihnen ausbauen. Gleichzeitig verringern viele Häuser die Zahl der Standorte und bündeln Kompetenzzentren, sodass Leitungsstellen seltener, aber größer werden. Wettbewerb kommt von unabhängigen Vermögensverwaltern und Family Offices, die erfahrene Leiter samt Kundenstamm abwerben.

Entwicklungswege führen in die Regional- oder Bereichsleitung Private Banking, in den Wealth-Management-Bereich für sehr große Vermögen, in die Leitung eines Family Office oder in die Selbstständigkeit als Vermögensverwalter mit eigener Zulassung. Wer Kundenbeziehungen aufgebaut hat, ist am Markt gut positioniert.

Aufgaben

  • Führung und Zielsteuerung eines Beraterteams am Standort
  • Verantwortung für Ertrag, Kosten und Nettomittelzufluss der Filiale
  • eigene Betreuung der bedeutendsten Kundenverbindungen
  • Beratung zu Depotstruktur, Nachfolge, Stiftungen und Finanzierungen
  • Einhaltung regulatorischer Vorgaben und Nachbearbeitung von Revisionsprüfungen
  • Personalauswahl, Einarbeitung und Mitarbeitergespräche
  • Repräsentation der Bank bei Netzwerk- und Kundenveranstaltungen
  • Berichtswesen und Planung gegenüber der Bereichsleitung

Voraussetzungen

  • Ausbildung zum Bankkaufmann, meist ergänzt um Studium oder Bankbetriebswirt
  • mehrjährige Erfahrung in der Beratung vermögender Privatkunden
  • fundierte Kenntnisse in Kapitalmarkt, Steuerrecht und Kreditgeschäft
  • Sachkunde nach WpHG und Nachweis der Zuverlässigkeit
  • Führungserfahrung oder nachgewiesene Eignung dafür
  • hohe Belastbarkeit und Bereitschaft zu Abendterminen
  • sicheres Auftreten und Verhandlungsstärke

Wo man arbeitet

  • Sparkassen und Genossenschaftsbanken
  • Privatbanken und Vermögensverwaltungen
  • Großbanken mit Private-Banking-Standorten
  • Auslandsbanken mit deutschen Niederlassungen
  • unabhängige Finanzberatungsgesellschaften

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige Ausbildung zum Bankkaufmann, oft gefolgt von einem betriebswirtschaftlichen Studium oder der Weiterbildung zum Bankfachwirt und Bankbetriebswirt. Darauf folgen mehrere Jahre in der Privatkunden- und Vermögensberatung, häufig ergänzt durch eine Zertifizierung wie den Certified Financial Planner. Die Leitungsposition wird meist nach acht bis fünfzehn Berufsjahren intern übertragen.

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