Was macht ein Fahrlehrer?
Der Arbeitstag besteht überwiegend aus Fahrstunden: Fahrlehrer sitzen auf dem Beifahrersitz eines Schulfahrzeugs mit Doppelpedalerie, geben Anweisungen, greifen im Notfall ein und beurteilen anschließend, was gelungen ist und was nicht. Dazu kommen Übungsstunden auf dem Verkehrsübungsplatz, Autobahn- und Überlandfahrten, Nachtfahrten sowie der theoretische Unterricht in festen Doppelstunden, meist abends. Fahrlehrer führen die Ausbildungsnachweise, meldet Schüler zur theoretischen und praktischen Prüfung an, begleiten sie zur Prüfung und stimmen sich mit den Prüfern von TÜV oder DEKRA ab. In kleineren Fahrschulen kommt die Verwaltung hinzu: Termine vergeben, Rechnungen schreiben, Fahrzeuge tanken, warten und reinigen, Werbung und Beratung von Interessenten.
Ein großer Teil der Arbeit ist pädagogisch. Fahrschüler sind unterschiedlich schnell, manche sind ängstlich, andere überschätzen sich. Fahrlehrer müssen ruhig bleiben, wenn im Kreisverkehr die Vorfahrt missachtet wird, und dieselbe Erklärung zum zwanzigsten Mal geduldig wiederholen.
Wie wird man Fahrlehrer?
Der Weg ist im Fahrlehrergesetz geregelt. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 21 Jahren, ein mittlerer Schulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung oder eine gleichwertige Vorbildung, der Führerschein der Klasse B seit mindestens drei Jahren sowie die Klassen A und CE. Es folgen etwa sieben Monate Ausbildung an einer Fahrlehrerausbildungsstätte, eine Fahrlehrerprüfung mit fachlichen und praktischen Teilen und anschließend ein viereinhalbmonatiges Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule. Am Ende steht die Fahrlehrerlaubnis der Klasse BE; die Klassen A und CE lassen sich später erweitern. Erforderlich sind außerdem ein Führungszeugnis, ein Auszug aus dem Fahreignungsregister und ein medizinisch-psychologisches Gutachten.
Der Beruf ist ein klassischer Quereinstieg. Viele kommen aus Handwerk, Logistik, Bundeswehr oder Einzelhandel. Die Ausbildung kostet mehrere zehntausend Euro und wird häufig über einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur oder durch die künftige Fahrschule mitfinanziert.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten liegen dort, wo Fahrschüler Zeit haben: nachmittags, abends, samstags. Ein Arbeitstag, der um 7 Uhr mit einer Fahrstunde vor der Schule beginnt und um 21 Uhr nach dem Theorieunterricht endet, ist keine Ausnahme. Stundenlanges Sitzen im Fahrzeug belastet Rücken und Nacken, die Dauerkonzentration im Verkehr ist anstrengender als sie aussieht – Verantwortung für Fahrzeug, Schüler und Dritte liegt beim Fahrlehrer. Nervenstärke ist Grundvoraussetzung, ebenso die Fähigkeit, Kritik so zu formulieren, dass sie nicht demotiviert. Wer zu Ungeduld oder Lautwerden neigt, ist im Beruf falsch. Alle fünf Jahre ist eine dreitägige Fortbildung Pflicht.
Aussichten
Der Bedarf ist hoch. Ein großer Teil der Fahrlehrer steht kurz vor dem Rentenalter, gleichzeitig bleibt die Zahl der Führerscheinbewerber stabil. Wer die Erlaubnis hat, findet in der Regel schnell eine Anstellung, oft mit Wechselmöglichkeit zwischen Fahrschulen im Umkreis. Entwicklungswege führen über die Erweiterung auf Motorrad- und Lkw-Klassen, die Ausbildung von Berufskraftfahrern, Fahrsicherheitstrainings, die Fahrschulüberwachung oder die Fahrlehrerausbildung selbst. Viele machen sich selbstständig und gründen eine eigene Fahrschule – dafür braucht es die Fahrschulerlaubnis und kaufmännisches Geschick, denn Fahrzeuge, Räume und Personal binden Kapital.