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Technik & Ingenieurwesen

Fachplaner TGA

Fachplaner für Technische Gebäudeausrüstung planen Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroanlagen in Gebäuden. Sie berechnen Lasten, dimensionieren Leitungen und erstellen die Unterlagen, nach denen ausführende Firmen später bauen.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Fachplaner TGA verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.900 € 4.500 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.200 € 5.000 € 5.900 € 60.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.200 € 6.300 € 8.000 € 75.600 €

Entscheidend sind Betriebsgröße und Region: Kleine Ingenieurbüros zahlen deutlich unter dem Niveau von Generalplanern, Industrie und Anlagenbau. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD oder TV-L mit Eingruppierung meist zwischen E 10 und E 13, in der Privatwirtschaft wird überwiegend frei verhandelt, teils orientiert an den Tarifen der Metall- und Elektroindustrie.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Fachplaner TGA?

Technische Gebäudeausrüstung umfasst alles, was ein Gebäude versorgt: Heizung, Kälte, Lüftung, Sanitär, Elektrotechnik, Mess- und Regeltechnik, oft auch Sprinkleranlagen und Gebäudeautomation. Fachplaner TGA übersetzen die Vorstellungen von Architekten und Bauherren in funktionierende Anlagentechnik. Sie rechnen die Heizlast eines Bürogebäudes, legen Luftmengen für Besprechungsräume fest, dimensionieren Rohrnetze und Kanäle, wählen Wärmeerzeuger und Lüftungsgeräte aus und weisen den Anlagen ihren Platz im Gebäude zu.

Ein großer Teil der Arbeit findet in CAD- und Berechnungsprogrammen statt, zunehmend in BIM-Modellen. Dort prüfen Fachplaner, ob eine Trasse durch den Deckenhohlraum passt, ob eine Wanddurchführung mit einem Träger kollidiert und ob der Technikraum groß genug bleibt. Dazu kommen Leistungsverzeichnisse, Kostenschätzungen, Nachweise nach Gebäudeenergiegesetz, Abstimmungen mit Tragwerksplanung und Brandschutz sowie die Begleitung der Ausführung: Angebote prüfen, Baustellen begehen, Mängel dokumentieren, Anlagen bei der Abnahme einregulieren lassen.

Wie wird man Fachplaner TGA?

Der häufigste Weg ist ein Studium der Versorgungstechnik, Gebäude- und Energietechnik, Technischen Gebäudeausrüstung, Elektrotechnik oder des Maschinenbaus mit passender Vertiefung, meist als Bachelor an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg über Technikerschule oder Meisterprüfung im Anlagenmechanikerhandwerk oder in der Elektrotechnik. Wer aus der Ausführung kommt, bringt Anlagenkenntnis mit, muss sich Normen, Berechnungsverfahren und Software aneignen.

Ein Quereinstieg aus dem Vertrieb technischer Gebäudeausrüstung oder aus der Inbetriebnahme ist möglich, wenn das Fachwissen belegbar ist. Ohne technische Grundausbildung führt kein Weg in den Beruf. Die entscheidenden Kenntnisse - VDI-Richtlinien, DIN-Normen, HOAI-Leistungsphasen, Revit oder Plancal nova - entstehen ohnehin erst in den ersten Berufsjahren im Büro.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind überwiegend regulär, aber Abgabetermine und Bauzeitenpläne erzeugen Phasen mit deutlichen Überstunden. Fachplanung ist Detailarbeit unter Zeitdruck: Ein falsch gerechneter Volumenstrom fällt erst auf, wenn die Anlage läuft und ein Raum zu laut oder zu kalt ist. Fehler kosten Geld, und die Haftung des Planers ist ein reales Thema.

Belastend ist weniger die Körperarbeit als die Koordination. Fachplaner sitzen zwischen Bauherr, Architekt, anderen Fachplanern und ausführenden Firmen, oft mit widersprüchlichen Interessen. Wer Konflikte schlecht erträgt oder Entscheidungen nicht schriftlich absichert, hat es schwer. Baustellenbegehungen bedeuten Lärm, Staub und gelegentliche Termine in Rohbauten ohne Aufzug. Der Normendschungel wächst, und energetische Anforderungen ändern sich schneller, als sich Routinen bilden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Wärmepumpen, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Gebäudeautomation und energetische Sanierung sorgen dafür, dass kaum ein Bauvorhaben ohne TGA-Planung auskommt, während qualifizierte Fachkräfte in Ingenieurbüros seit Jahren fehlen. Auch der Rückgang im Wohnungsneubau hat daran wenig geändert, weil Bestandsmodernisierung nachrückt.

Entwicklungswege führen zur Projektleitung, zur Fachbauleitung, zur Spezialisierung auf Reinraum-, Labor- oder Krankenhaustechnik, in die BIM-Koordination oder in die Bauherrenvertretung bei Wohnungsunternehmen und Konzernen. Mit einigen Jahren Erfahrung und eigenem Netzwerk ist die Selbstständigkeit als Planungsbüro ein realistischer Schritt.

Aufgaben

  • Heiz- und Kühllasten sowie Luftmengen berechnen
  • Rohrnetze, Kanäle und Anlagenkomponenten dimensionieren
  • Plansätze in CAD und BIM erstellen und Kollisionen prüfen
  • Leistungsverzeichnisse und Kostenschätzungen ausarbeiten
  • Energetische Nachweise nach GEG und Förderanträge vorbereiten
  • Angebote ausführender Firmen prüfen und vergleichen
  • Baustellen begehen, Ausführung überwachen und Mängel dokumentieren
  • Abstimmung mit Architektur, Tragwerksplanung und Brandschutz

Voraussetzungen

  • Studium in Versorgungstechnik, Gebäudetechnik, Elektrotechnik oder Maschinenbau, alternativ Techniker- oder Meisterabschluss
  • Sicheres technisches Rechnen und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Kenntnisse in CAD- und Auslegungssoftware, zunehmend BIM
  • Vertrautheit mit DIN-Normen, VDI-Richtlinien, HOAI und VOB
  • Sorgfalt und Bereitschaft, Entscheidungen schriftlich zu dokumentieren
  • Kommunikationsfähigkeit für Abstimmung mit vielen Beteiligten
  • Führerschein für Baustellen- und Objekttermine

Wo man arbeitet

  • Ingenieur- und Planungsbüros für Gebäudetechnik
  • Generalplaner und Architekturbüros mit eigener TGA-Abteilung
  • Bauabteilungen von Industrieunternehmen und Wohnungsgesellschaften
  • Anlagenbau- und Gebäudetechnikfirmen
  • Öffentliche Bauämter und Hochbauverwaltungen
  • Baustellen und Bestandsobjekte bei Begehungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium in Versorgungstechnik, Gebäude- und Energietechnik oder Elektrotechnik, häufig mit Praxissemester in einem Planungsbüro. Der zweite verbreitete Weg führt über eine Ausbildung als Anlagenmechaniker SHK oder Elektroniker mit anschließender Technikerschule oder Meisterprüfung, jeweils ein bis zwei Jahre in Vollzeit. In beiden Fällen entstehen die planungsspezifischen Fähigkeiten erst in den ersten zwei bis drei Berufsjahren im Büro.

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