Was macht ein Fachkrankenpfleger Intensiv?
Auf einer Intensivstation betreut eine Fachpflegekraft in der Regel einen oder zwei Patienten pro Schicht. Die Arbeit besteht aus lückenloser Überwachung und ständigem Eingreifen: Beatmungsparameter kontrollieren und nach Anordnung anpassen, Katecholamine und Sedativa über Perfusoren steuern, Blutgasanalysen abnehmen und auswerten, Drainagen, zentrale Venenkatheter und arterielle Zugänge versorgen. Dazu kommt die Grundpflege bei Menschen, die sich nicht bewegen können - Lagerung zur Dekubitusprophylaxe, Mundpflege beim intubierten Patienten, Bauchlagerung im Team.
Fachpflegekräfte assistieren bei Intubation, Tracheotomie, Anlage von Dialysekathetern und bei der Reanimation. In der Anästhesie richten sie Narkosearbeitsplätze ein, überwachen Patienten während der Operation gemeinsam mit dem Anästhesisten und betreuen sie im Aufwachraum. Ein großer Teil des Tages geht in Dokumentation, Übergaben, Angehörigengespräche und die Mitwirkung an Entscheidungen über Therapiebegrenzung.
Wie wird man Fachkrankenpfleger Intensiv?
Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann beziehungsweise als Gesundheits- und Krankenpfleger, dazu meist mindestens sechs Monate bis zwei Jahre Berufserfahrung, häufig bereits auf einer Intensivstation. Darauf folgt die Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie, die zwei Jahre in Teilzeit neben der Arbeit läuft und rund 720 Theoriestunden sowie Einsätze in verschiedenen Intensivbereichen, im OP und in der Notaufnahme umfasst. Sie endet mit schriftlicher, mündlicher und praktischer Prüfung. Die Weiterbildung ist landesrechtlich geregelt, viele Krankenhäuser übernehmen die Kosten und binden dafür an einen Vertrag. Alternativ gibt es Bachelorstudiengänge in Intensivpflege und die Zusatzqualifikation ATA für den Funktionsdienst. Ein Quereinstieg ohne Pflegeexamen ist nicht möglich.
Was der Beruf verlangt
Drei-Schicht-Betrieb, Wochenend- und Feiertagsdienste, Rufbereitschaft in kleineren Häusern. Nachtdienste über Jahre hinweg belasten Schlaf und Privatleben messbar. Körperlich fordern Umlagerungen und Mobilisation beatmeter Menschen den Rücken, auch mit Hilfsmitteln. Psychisch ist die Nähe zu Sterben und Tod das Schwerste: Patienten, die über Wochen begleitet werden und dann versterben, Entscheidungen über Therapieabbruch, Konflikte mit Angehörigen, gelegentlich Aggression. Fehler haben unmittelbare Folgen, die Aufmerksamkeit muss über zwölf Stunden halten. Personalmangel führt vielerorts dazu, dass Betten gesperrt werden oder Pflegekräfte mehr Patienten übernehmen, als die Personaluntergrenzenverordnung eigentlich vorsieht. Wer Technik scheut oder Unordnung im Ablauf schlecht erträgt, wird hier unglücklich.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird hoch bleiben. Fachweitergebildete Intensivpflegekräfte finden praktisch überall eine Stelle, auch in Zeitarbeit zu deutlich höheren Stundensätzen. Entwicklungswege führen in die Praxisanleitung, die Stationsleitung, das Qualitäts- und Hygienemanagement, in die außerklinische Intensivpflege, zur Organspendekoordination, in die Notfallmedizin oder in ein Studium der Pflegewissenschaft. Auch spezialisierte Felder wie ECMO-Betreuung, Beatmungsentwöhnung oder Kinderintensivpflege bieten dauerhaft Perspektiven.