Was macht ein Fachgesundheits- und Krankenpfleger Anästhesie/Intensiv?
Die Arbeit findet an den kritischsten Stellen eines Krankenhauses statt: auf der Intensivstation, in der Anästhesie, in der Intermediate Care oder im Aufwachraum. Auf der Intensivstation werden Patienten versorgt, die beatmet sind, Katecholamine erhalten, nach einer großen Operation überwacht werden oder im Multiorganversagen liegen. Dazu gehört das Bedienen und Überwachen von Beatmungsgeräten, Dialyse- und Hämofiltrationsverfahren, das Richten und Verabreichen hochwirksamer Medikamente über Perfusoren, das Absaugen über den Tubus, Lagerung zur Dekubitus- und Pneumonieprophylaxe, Bilanzierung, Blutgasanalysen und die Dokumentation im Minutentakt.
In der Anästhesie richten die Fachpflegenden den Narkosearbeitsplatz ein, prüfen Geräte und Notfallmedikamente, assistieren bei der Intubation, überwachen den Patienten während des Eingriffs gemeinsam mit dem Anästhesisten und begleiten die Ausleitung. Sie legen venöse Zugänge, assistieren bei Regionalanästhesien und arbeiten im Schockraum oder bei innerklinischen Reanimationen mit. Ein großer Teil der Tätigkeit ist außerdem Zuwendung: Angehörigengespräche, Begleitung Sterbender, Beruhigung deliranter Patienten.
Wie wird man Fachgesundheits- und Krankenpfleger Anästhesie/Intensiv?
Am Anfang steht die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, früher Gesundheits- und Krankenpflege. Nach in der Regel sechs Monaten bis zwei Jahren Berufserfahrung folgt die zweijährige Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivpflege, meist berufsbegleitend an einem Weiterbildungsinstitut oder einer Krankenhausakademie. Sie umfasst rund 700 bis 800 Theoriestunden sowie Praxiseinsätze in Anästhesie, Intensiv, Aufwachraum, Notaufnahme und oft in Nachbarbereichen wie Dialyse oder Kinderintensiv. Abgeschlossen wird mit schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfungen. Viele Häuser übernehmen die Kosten und stellen frei, verlangen dafür aber eine Bindungsfrist. Ein Quereinstieg ohne Pflegeexamen ist nicht möglich; Pflegende aus dem Ausland brauchen die Anerkennung ihres Abschlusses.
Was der Beruf verlangt
Die Belastung ist hoch und wird oft unterschätzt. Der Dienst läuft im Dreischichtsystem mit Nächten, Wochenenden und Feiertagen, Einspringen bei Ausfall ist verbreitet. Der Personalmangel ist auf Intensivstationen besonders spürbar, auch wenn Personaluntergrenzen die Lage etwas entschärft haben. Körperlich fordern Umlagerungen und Bauchlagerungen schwerer Patienten den Rücken, psychisch fordern Tod, Sterbebegleitung und Entscheidungen über Therapiezieländerungen. Wer keine Fehler unter Zeitdruck aushält, wird hier unglücklich: Medikamentendosierungen in der Intensivpflege verzeihen keine Unaufmerksamkeit. Verlangt werden technisches Verständnis, Ruhe in Notfällen, saubere Dokumentation und die Fähigkeit, im Team eng mit Ärzten zusammenzuarbeiten und dabei auch Widerspruch zu äußern.
Aussichten
Die Nachfrage ist bundesweit anhaltend hoch, Fachpflegende mit dieser Weiterbildung finden praktisch überall eine Stelle und können Arbeitgeber und Region wählen. Weiterentwicklungen führen in die Praxisanleitung, in Schichtleitung oder Stationsleitung, in die Pflegeexpertise für Beatmung, Wundmanagement oder Ethik, in die Notfallpflege, in die Arbeit als ATA-Pendant im OP-Bereich oder in die Luftrettung und Intensivverlegung. Ein anschließendes Studium in Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement öffnet Leitungs- und Lehrpositionen. Auch der Wechsel in die außerklinische Intensivpflege oder in die Medizintechnik als Anwendungsberater ist ein üblicher Weg.