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Gesundheit & Pflege

Facharzt Allgemeinmedizin

Fachärzte für Allgemeinmedizin behandeln Patienten jeden Alters mit allen Arten von Beschwerden, meist als Hausärztin oder Hausarzt in einer Praxis. Sie sind erste Anlaufstelle, begleiten chronisch Kranke über Jahre und koordinieren die Behandlung mit Fachärzten und Kliniken.

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Gehalt

Was man als Facharzt Allgemeinmedizin verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.000 € 7.000 € 8.500 € 84.000 €
Mit Berufserfahrung 7.500 € 9.000 € 11.000 € 108.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 12.000 € 20.000 € 144.000 €

Angestellte in Kliniken und kommunalen Einrichtungen werden nach dem TV-Ärzte (VKA bzw. TdL) bezahlt, in Praxen und Medizinischen Versorgungszentren wird frei verhandelt. Bei eigener Praxis hängt das Einkommen vom Praxisüberschuss ab und schwankt stark mit Patientenzahl, Region, Personalkosten und Investitionen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Allgemeinmedizin?

Der Arbeitstag besteht überwiegend aus Sprechstunde: Patienten kommen mit Husten, Rückenschmerzen, Bluthochdruck, Hautausschlägen, Erschöpfung, Bauchschmerzen oder unklaren Beschwerden, die sich nicht sofort einem Organ zuordnen lassen. Dazu gehören Anamnese, körperliche Untersuchung, Blutentnahme, EKG, Lungenfunktion, Ultraschall, Wundversorgung, Impfungen und das Verordnen von Medikamenten, Physiotherapie oder Hilfsmitteln.

Ein großer Teil der Arbeit ist Langzeitbetreuung: Diabetes, Herzinsuffizienz, COPD, Depression, Demenz. Fachärzte für Allgemeinmedizin führen Disease-Management-Programme, Gesundheitsuntersuchungen und Krebsfrüherkennung durch, stellen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus, schreiben Überweisungen, Berichte für Krankenkassen und Rentenversicherung und machen Hausbesuche, besonders bei Pflegebedürftigen und in der letzten Lebensphase. Hinzu kommen Praxisorganisation, Personalführung und Abrechnung, wenn die Praxis selbst geführt wird.

Wie wird man Facharzt für Allgemeinmedizin?

Am Anfang steht das Studium der Humanmedizin, rund sechs Jahre inklusive Praktischem Jahr, abgeschlossen mit dem Staatsexamen und der Approbation. Der Zugang läuft über die Abiturnote, Testergebnisse und Wartezeitverfahren; Studienplätze sind knapp. Danach folgt die Weiterbildung Allgemeinmedizin von fünf Jahren, aufgeteilt in Klinikabschnitte, meist Innere Medizin, und mindestens zwei Jahre in der hausärztlichen Praxis. Sie endet mit der Facharztprüfung bei der Landesärztekammer.

Ein echter Quereinstieg existiert nicht. Wer bereits einen anderen Facharzttitel besitzt, kann Weiterbildungszeiten anrechnen lassen und in die Allgemeinmedizin wechseln. Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Abschluss brauchen die Anerkennung der Approbation und in der Regel den Nachweis von Fachsprachkenntnissen.

Was der Beruf verlangt

Die Sprechstunde ist dicht. Kurze Kontakte, viele Patienten pro Tag, ständige Entscheidungen unter Unsicherheit: Der Hausarzt sieht Beschwerden im Frühstadium, ohne apparative Vollausstattung, und muss trennen, was harmlos ist und was sofort in die Klinik gehört. Dokumentation und Verwaltung kosten viel Zeit und werden von vielen als der unangenehmste Teil beschrieben.

Die Arbeitszeiten sind in der Praxis planbarer als in der Klinik, dafür kommen Bereitschaftsdienste der Kassenärztlichen Vereinigung an Abenden und Wochenenden hinzu. Wer eine eigene Praxis führt, trägt wirtschaftliches Risiko, Investitionen und Verantwortung für Angestellte. Belastend sind auch fordernde Patienten, Konflikte um Bescheinigungen und die Nähe zu Sterben und Trauer bei Menschen, die man jahrelang begleitet hat. Emotionale Abgrenzung ist eine erlernbare, aber notwendige Fähigkeit.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wächst weiter. Ein erheblicher Teil der Hausärzte erreicht in den kommenden Jahren das Rentenalter, viele Sitze auf dem Land und in Kleinstädten bleiben unbesetzt. Wer sich niederlassen will, findet Praxen zur Übernahme, teils mit Förderprogrammen von Kassenärztlichen Vereinigungen und Ländern. Anstellung in Praxis, Medizinischem Versorgungszentrum oder Gesundheitsamt ist ebenso möglich wie Teilzeit, was den Beruf im Vergleich zur Klinik familienfreundlicher macht.

Entwicklungswege führen über Zusatzqualifikationen wie Palliativmedizin, Notfallmedizin, Psychosomatische Grundversorgung, Sportmedizin oder Diabetologie, über die Lehre als akademische Lehrpraxis oder in die ärztliche Selbstverwaltung.

Aufgaben

  • Sprechstunde mit Anamnese, Untersuchung und Diagnosestellung
  • Behandlung akuter Erkrankungen und Betreuung chronisch Kranker
  • Blutentnahmen, EKG, Ultraschall, Lungenfunktion und Wundversorgung
  • Medikamente verordnen und Dauertherapien überwachen
  • Impfungen, Vorsorge- und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen
  • Hausbesuche bei immobilen und pflegebedürftigen Patienten
  • Überweisungen, Berichte, Bescheinigungen und Abrechnung
  • Anleitung von medizinischen Fachangestellten und Praxisorganisation

Voraussetzungen

  • Approbation als Ärztin oder Arzt nach dem Studium der Humanmedizin
  • Anerkennung als Facharzt für Allgemeinmedizin durch die Landesärztekammer
  • Sehr gute Deutschkenntnisse und Fähigkeit, medizinische Sachverhalte verständlich zu erklären
  • Entscheidungsfähigkeit bei unklaren Befunden und begrenzter Diagnostik
  • Belastbarkeit, Empathie und Abgrenzungsfähigkeit
  • Für die Niederlassung: Kassenzulassung sowie kaufmännisches Grundverständnis
  • Mitgliedschaft in Ärztekammer und Versorgungswerk

Wo man arbeitet

  • Hausarztpraxis, einzeln oder als Gemeinschaftspraxis
  • Medizinisches Versorgungszentrum
  • Klinik während der Weiterbildungsabschnitte
  • Pflegeheime und Hausbesuche im Umkreis
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst und Notdienstzentralen
  • Gesundheitsämter und betriebsärztliche Dienste

Der Weg in den Beruf

Nach etwa sechs Jahren Medizinstudium und der Approbation folgt eine fünfjährige Weiterbildung in Allgemeinmedizin, die Klinikzeiten und mindestens zwei Jahre in einer hausärztlichen Praxis umfasst. Sie endet mit der Facharztprüfung bei der Landesärztekammer. Insgesamt sind es damit rund elf Jahre von Studienbeginn bis zum Facharzttitel.

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