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Bildung & Soziales

Erzieher/ Erzieherin

Erzieherinnen und Erzieher begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung, meist in Kitas, Horten oder Wohngruppen. Sie planen Bildungsangebote, beobachten Entwicklungsschritte und arbeiten mit Eltern zusammen.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Erzieher/ Erzieherin verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.300 € 3.600 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.800 € 4.200 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €

Bei kommunalen Trägern gilt der TVöD im Sozial- und Erziehungsdienst, kirchliche Träger zahlen nach AVR Caritas oder Diakonie in ähnlicher Höhe. Kleine private und elterninitiativ getragene Einrichtungen liegen teils deutlich darunter; Leitungsfunktion und Gruppengröße der Einrichtung wirken sich stark aus, Schicht- und Wochenendzulagen fallen vor allem in der Jugendhilfe an.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Erzieherin?

Der Alltag richtet sich nach der Einrichtung. In einer Kindertagesstätte beginnt der Tag mit dem Bringdienst, dem Frühstück und dem Morgenkreis. Danach folgen Angebote, die vorher geplant wurden: Bewegungsspiele, Vorlesen, Malen, Experimente mit Wasser und Sand, Ausflüge in den Wald. Dazwischen liegt das, was den größten Teil der Arbeit ausmacht: Kinder trösten, Streit begleiten, beim Anziehen helfen, Wickeln, Essen begleiten, Schlafwache halten.

Zur Arbeit gehört Schreiben. Entwicklungsverläufe werden beobachtet und dokumentiert, Portfolios geführt, Elterngespräche vorbereitet. Erzieherinnen und Erzieher bemerken oft zuerst, wenn ein Kind in der Sprache zurückbleibt, sich zurückzieht oder Anzeichen von Vernachlässigung zeigt, und geben das an Eltern, Frühförderung oder Jugendamt weiter. In der Jugendhilfe, etwa in Wohngruppen, kommen Hilfeplangespräche, Schulkontakte und Krisensituationen hinzu.

Wie wird man Erzieherin?

Üblich ist die Ausbildung an einer Fachschule oder Fachakademie für Sozialpädagogik. Sie dauert je nach Bundesland und Vorbildung drei bis fünf Jahre und endet mit der staatlichen Anerkennung. Voraussetzung ist meist ein mittlerer Schulabschluss plus eine berufliche Vorbildung, etwa als Sozialassistentin, Kinderpflegerin oder ein einjähriges Praktikum. Wer Abitur hat, steigt oft direkt ein.

Es gibt inzwischen in fast allen Bundesländern die praxisintegrierte Ausbildung, bei der von Beginn an Vergütung gezahlt wird. Das hat den Zugang für Umsteiger deutlich geöffnet. Alternativ führt ein Studium der Kindheitspädagogik oder Sozialen Arbeit in verwandte Positionen. Quereinsteigende arbeiten häufig zunächst als Ergänzungskraft und qualifizieren sich nebenberuflich nach.

Was der Beruf verlangt

Der Lärmpegel in Gruppenräumen liegt dauerhaft hoch, Gehörschäden und Stimmprobleme sind verbreitet. Gearbeitet wird viel im Stehen, Hocken und Tragen; Rücken und Knie merken das. Der Personalmangel ist der bestimmende Faktor: Gruppen sind größer als vorgesehen, Krankheitsausfälle werden aufgefangen, Vorbereitungszeit fällt als Erstes weg. Infektionen holt man sich häufig, besonders im ersten Jahr.

Die Arbeitszeiten sind meist ohne Nachtdienst, aber im Früh- und Spätdienst versetzt, in Kitas mit erweiterten Öffnungszeiten auch früh ab sechs. In Wohngruppen und Heimen gibt es Wochenend-, Nacht- und Bereitschaftsdienste. Emotional belastend sind Fälle von Kindeswohlgefährdung und der Umgang mit Eltern, die unter Druck stehen. Wer schlecht abgrenzen kann, nimmt viel mit nach Hause.

Aussichten

Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich und wird das auf Jahre hinaus tun; der Rechtsanspruch auf Betreuung und der Ausbau der Ganztagsgrundschule binden zusätzliches Personal. Eine Stelle zu finden ist praktisch überall möglich, oft mit der Wahl zwischen mehreren Angeboten.

Entwicklungswege führen über Zusatzqualifikationen in Sprachförderung, Inklusion, Motopädagogik oder Fachberatung. Mit Berufserfahrung und Weiterbildung ist die stellvertretende oder eigene Leitung einer Einrichtung erreichbar, ebenso der Wechsel in die Praxisanleitung oder an eine Fachschule. Ein Studium der Sozialen Arbeit oder Kindheitspädagogik öffnet Aufgaben in Jugendamt, Familienbildung oder Träger­verwaltung.

Aufgaben

  • Bildungsangebote planen, durchführen und nachbereiten
  • Kinder beim Essen, Anziehen, Wickeln und Schlafen begleiten
  • Entwicklungsschritte beobachten und schriftlich dokumentieren
  • Konflikte in der Gruppe begleiten und Regeln aushandeln
  • Eltern- und Entwicklungsgespräche führen
  • bei Anzeichen von Gefährdung Fachstellen einbeziehen
  • Gruppenraum, Material und Ausflüge organisieren
  • Praktikanten und Auszubildende anleiten

Voraussetzungen

  • staatliche Anerkennung als Erzieherin oder Erzieher, in der Regel über eine Fachschule für Sozialpädagogik
  • erweitertes Führungszeugnis ohne einschlägige Einträge
  • Nachweis über Belehrung nach Infektionsschutzgesetz, meist auch Masernschutz
  • Geduld, Belastbarkeit bei Lärm und Unruhe, klare Sprache
  • körperliche Fitness für Heben, Tragen und Arbeiten in Bodenhöhe
  • Bereitschaft zu Früh- und Spätdiensten, in der Jugendhilfe auch zu Nacht- und Wochenenddiensten

Wo man arbeitet

  • Kindertagesstätten und Kindergärten
  • Krippen und Krabbelgruppen
  • Horte und Ganztagsgrundschulen
  • Wohngruppen und Heime der Jugendhilfe
  • integrative und heilpädagogische Einrichtungen
  • Familienzentren und Frühförderstellen

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist die drei- bis fünfjährige Ausbildung an einer Fachschule oder Fachakademie für Sozialpädagogik, die mit der staatlichen Anerkennung endet. Voraussetzung ist meist ein mittlerer Schulabschluss und eine berufliche Vorbildung oder ein längeres Praktikum. Die praxisintegrierte Variante wird von Beginn an vergütet und ist besonders für Umsteigende interessant.

Offene Stellen als Erzieher/ Erzieherin

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Verwandte Berufe

Kindheitspädagoge

Kindheitspädagogen begleiten die Bildung und Entwicklung von Kindern zwischen null und etwa zehn Jahren. Sie arbeiten in Kitas, Horten und Frühförderstellen, oft mit fachlicher Verantwortung für Konzepte, Beobachtungsverfahren und Elternarbeit.

Offene Stellen
11
Monatsbrutto
3.100 – 5.300 €

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