Kindheitspädagoge
Kindheitspädagogen begleiten die Bildung und Entwicklung von Kindern zwischen null und etwa zehn Jahren. Sie arbeiten in Kitas, Horten und Frühförderstellen, oft mit fachlicher Verantwortung für Konzepte, Beobachtungsverfahren und Elternarbeit.
11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kindheitspädagoge verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.100 € | 3.400 € | 3.700 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 3.900 € | 4.300 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.500 € | 5.300 € | 54.000 € |
Bei kommunalen Trägern und den meisten Wohlfahrtsverbänden gilt der TVöD SuE, häufig Entgeltgruppe S 8b bis S 11b, bei kirchlichen Trägern die AVR von Caritas oder Diakonie; die Stufen steigen mit den Berufsjahren fast automatisch. Deutlich mehr bringen vor allem Leitungsfunktionen, Fachberatung und Zulagen für Schichtlagen, während kleine private Träger ohne Tarifbindung oft unter diesen Werten zahlen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kindheitspädagoge?
Kindheitspädagogen arbeiten dort, wo Kinder aufwachsen und lernen: in Krippen, Kindergärten, Horten, Familienzentren, Frühförderstellen und zunehmend auch in Grundschulen im Ganztag. Der Alltag besteaus aus zwei Teilen. Zum einen die direkte Arbeit mit Kindern: Spielangebote vorbereiten, Sprachanlässe schaffen, Konflikte begleiten, wickeln, trösten, essen und schlafen begleiten, draußen sein. Zum anderen die fachliche Arbeit dahinter: Entwicklungsverläufe systematisch beobachten und dokumentieren, Portfolios führen, Entwicklungsgespräche mit Eltern vorbereiten und halten, das pädagogische Konzept der Einrichtung weiterentwickeln, mit Jugendamt, Logopädie, Ergotherapie oder Frühförderung zusammenarbeiten. Wer im Hochschulstudium ausgebildet wurde, übernimmt häufig Aufgaben, die über die Gruppenarbeit hinausgehen: Anleitung von Praktikanten und Auszubildenden, Qualitätsentwicklung, Elternbildungsangebote, teils Gruppen- oder Einrichtungsleitung.
Wie wird man Kindheitspädagoge?
Der Weg führt über ein Bachelorstudium Kindheitspädagogik, Bildung und Erziehung in der Kindheit oder Frühpädagogik an einer Hochschule, meist sechs bis sieben Semester. Zugang gibt die Fachhochschulreife oder das Abitur, an vielen Hochschulen auch eine abgeschlossene Erzieherausbildung mit Berufserfahrung. Es gibt duale und berufsbegleitende Varianten, die besonders für Erzieherinnen und Erzieher interessant sind, die ihre Praxis mit einem akademischen Abschluss verbinden wollen. Mit dem Bachelor verbunden ist in der Regel die staatliche Anerkennung als Kindheitspädagoge, die für die Anerkennung als Fachkraft nach den Landesgesetzen nötig ist. Ein Masterstudium ist möglich und öffnet Leitungs-, Fachberatungs- und Lehrtätigkeiten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengender, als sie von außen wirkt: viel Bewegung auf Kinderhöhe, Heben, Lärm über Stunden, kaum Rückzugsmöglichkeit. Der Personalmangel ist in vielen Einrichtungen der bestimmende Faktor; Krankheitsausfälle werden in der Gruppe aufgefangen, Vorbereitungszeit fällt weg. Öffnungszeiten von früh bis spät bedeuten Frühdienst und Spätdienst im Wechsel, in Einrichtungen mit erweiterten Zeiten auch Randzeiten. Belastend sind außerdem Situationen, die über die Pädagogik hinausgehen: Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, Familien in Krisen, Kinder mit Fluchterfahrung. Wer aus dem Studium kommt, erlebt oft eine Lücke zwischen fachlichem Anspruch und dem, was im Personalschlüssel möglich ist. Hinzu kommt, dass der Bachelorabschluss in manchen Trägerstrukturen tariflich kaum anders eingruppiert wird als eine Erzieherausbildung.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Der Ausbau der Ganztagsbetreuung, der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule und der Altersabgang großer Jahrgänge sorgen dafür, dass Stellen praktisch überall frei sind. Wer sich fachlich profilieren will, findet Wege über Leitung, Fachberatung, Kita-Qualitätsentwicklung bei Trägern, Frühförderung, Familienbildung oder über den Master in Lehre und Forschung. Auch der Wechsel in Jugendämter, Fachschulen oder zu Verbänden ist möglich. Die Verhandlungsposition ist gut, allerdings begrenzen Tarifstrukturen und die Haushaltslage der Kommunen den Spielraum nach oben.
Aufgaben
- Bildungs- und Spielangebote für einzelne Kinder und Gruppen planen und durchführen
- Entwicklungsschritte beobachten und in Portfolios dokumentieren
- Entwicklungs- und Elterngespräche führen, auch in schwierigen Situationen
- Kinder beim Essen, Schlafen, Wickeln und Anziehen begleiten
- pädagogische Konzeption der Einrichtung mitentwickeln und überprüfen
- mit Frühförderung, Therapiestellen, Schule und Jugendamt zusammenarbeiten
- Auszubildende, Praktikanten und Freiwilligendienstleistende anleiten
- Verfahren bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung einleiten und begleiten
Voraussetzungen
- Bachelorabschluss in Kindheitspädagogik oder einem verwandten Studiengang mit staatlicher Anerkennung
- Hochschulzugang über Abitur, Fachhochschulreife oder Erzieherausbildung mit Berufspraxis
- erweitertes Führungszeugnis ohne einschlägige Einträge
- Belastbarkeit bei Lärm, Bewegung und dauerhafter Aufmerksamkeit
- Fähigkeit, mit Eltern auch bei Konflikten sachlich zu sprechen
- Nachweis über Masernschutz nach Infektionsschutzgesetz
- Bereitschaft zu Früh- und Spätdiensten
Wo man arbeitet
- Kindertagesstätten und Krippen
- Horte und Ganztagsschulen
- Familienzentren und Familienbildungsstätten
- interdisziplinäre Frühförderstellen
- Träger- und Fachberatungsstellen
- Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium der Kindheitspädagogik an einer Hochschule, das mit dem Bachelor of Arts und der staatlichen Anerkennung als Kindheitspädagoge endet. Es gibt Vollzeit-, duale und berufsbegleitende Varianten, letztere vor allem für Erzieherinnen und Erzieher mit Berufserfahrung. Ein Master in Kindheitspädagogik oder Sozialer Arbeit ist für Leitung, Fachberatung und Lehre sinnvoll.
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Verwandte Berufe
Erzieher
Erzieherinnen und Erzieher begleiten Kinder und Jugendliche in Kitas, Horten oder Wohngruppen: Sie fördern Sprache, Motorik und Sozialverhalten, gestalten den Tagesablauf und arbeiten mit Eltern zusammen. Der Beruf ist pädagogisch anspruchsvoll und personell dauerhaft angespannt.
- Offene Stellen
- 51
- Monatsbrutto
- 2.900 – 5.200 €
Sozialpädagoge
Sozialpädagogen begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen: Kinder und Jugendliche, Familien, Wohnungslose, Menschen mit Suchterkrankung. Sie beraten, vermitteln zu Ämtern und Hilfen und dokumentieren ihre Arbeit.
- Offene Stellen
- 11
- Monatsbrutto
- 3.100 – 5.800 €
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