Was macht ein Kindheitspädagoge?
Kindheitspädagogen arbeiten dort, wo Kinder aufwachsen und lernen: in Krippen, Kindergärten, Horten, Familienzentren, Frühförderstellen und zunehmend auch in Grundschulen im Ganztag. Der Alltag besteaus aus zwei Teilen. Zum einen die direkte Arbeit mit Kindern: Spielangebote vorbereiten, Sprachanlässe schaffen, Konflikte begleiten, wickeln, trösten, essen und schlafen begleiten, draußen sein. Zum anderen die fachliche Arbeit dahinter: Entwicklungsverläufe systematisch beobachten und dokumentieren, Portfolios führen, Entwicklungsgespräche mit Eltern vorbereiten und halten, das pädagogische Konzept der Einrichtung weiterentwickeln, mit Jugendamt, Logopädie, Ergotherapie oder Frühförderung zusammenarbeiten. Wer im Hochschulstudium ausgebildet wurde, übernimmt häufig Aufgaben, die über die Gruppenarbeit hinausgehen: Anleitung von Praktikanten und Auszubildenden, Qualitätsentwicklung, Elternbildungsangebote, teils Gruppen- oder Einrichtungsleitung.
Wie wird man Kindheitspädagoge?
Der Weg führt über ein Bachelorstudium Kindheitspädagogik, Bildung und Erziehung in der Kindheit oder Frühpädagogik an einer Hochschule, meist sechs bis sieben Semester. Zugang gibt die Fachhochschulreife oder das Abitur, an vielen Hochschulen auch eine abgeschlossene Erzieherausbildung mit Berufserfahrung. Es gibt duale und berufsbegleitende Varianten, die besonders für Erzieherinnen und Erzieher interessant sind, die ihre Praxis mit einem akademischen Abschluss verbinden wollen. Mit dem Bachelor verbunden ist in der Regel die staatliche Anerkennung als Kindheitspädagoge, die für die Anerkennung als Fachkraft nach den Landesgesetzen nötig ist. Ein Masterstudium ist möglich und öffnet Leitungs-, Fachberatungs- und Lehrtätigkeiten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengender, als sie von außen wirkt: viel Bewegung auf Kinderhöhe, Heben, Lärm über Stunden, kaum Rückzugsmöglichkeit. Der Personalmangel ist in vielen Einrichtungen der bestimmende Faktor; Krankheitsausfälle werden in der Gruppe aufgefangen, Vorbereitungszeit fällt weg. Öffnungszeiten von früh bis spät bedeuten Frühdienst und Spätdienst im Wechsel, in Einrichtungen mit erweiterten Zeiten auch Randzeiten. Belastend sind außerdem Situationen, die über die Pädagogik hinausgehen: Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, Familien in Krisen, Kinder mit Fluchterfahrung. Wer aus dem Studium kommt, erlebt oft eine Lücke zwischen fachlichem Anspruch und dem, was im Personalschlüssel möglich ist. Hinzu kommt, dass der Bachelorabschluss in manchen Trägerstrukturen tariflich kaum anders eingruppiert wird als eine Erzieherausbildung.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Der Ausbau der Ganztagsbetreuung, der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule und der Altersabgang großer Jahrgänge sorgen dafür, dass Stellen praktisch überall frei sind. Wer sich fachlich profilieren will, findet Wege über Leitung, Fachberatung, Kita-Qualitätsentwicklung bei Trägern, Frühförderung, Familienbildung oder über den Master in Lehre und Forschung. Auch der Wechsel in Jugendämter, Fachschulen oder zu Verbänden ist möglich. Die Verhandlungsposition ist gut, allerdings begrenzen Tarifstrukturen und die Haushaltslage der Kommunen den Spielraum nach oben.