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Handwerk & Produktion

Erste Hausdame / Executive Housekeeper

Erste Hausdamen und Executive Housekeeper leiten die Etagenabteilung eines Hotels: Sie planen die Zimmerreinigung, führen Reinigungs- und Wäschepersonal und verantworten die Sauberkeit und Ausstattung aller Gäste- und öffentlichen Bereiche.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Erste Hausdame / Executive Housekeeper verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.500 € 6.000 € 54.000 €

Entscheidend sind Hotelkategorie, Zimmerzahl und Region: In tarifgebundenen Häusern gilt der Manteltarifvertrag für das Hotel- und Gaststättengewerbe des jeweiligen Bundeslandes, dessen Sätze für Führungspositionen niedrig ausfallen. Große Ketten und Luxushäuser in München, Frankfurt oder Hamburg zahlen deutlich über kleinen Privathotels auf dem Land, dort oft ergänzt durch Bonus auf Qualitäts- und Kostenziele.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Erste Hausdame?

Die Erste Hausdame, im internationalen Sprachgebrauch Executive Housekeeper, führt den Housekeeping-Bereich eines Hotels. Morgens werden die Zimmerlisten aus dem Hotelprogramm gezogen und auf die Zimmermädchen und Roomboys verteilt: Abreisen, Bleiber, erwartete Ankünfte, Suiten, VIP-Zimmer. Danach folgen Zimmerkontrollen nach festem Standard - Bettwäsche, Bad, Minibar, Fernbedienung, Staub auf den Bilderrahmen. Was nicht in Ordnung ist, geht zurück ans Reinigungsteam oder als Störmeldung an die Technik.

Dazu kommt die Verwaltung: Dienst- und Urlaubspläne, Zeiterfassung, Einarbeitung neuer Kräfte, Bestellung von Reinigungsmitteln, Gästeartikeln und Wäsche, Inventuren, Abrechnung der Fremdfirmen, wenn extern gereinigt wird. Die Erste Hausdame verhandelt mit der Wäscherei, prüft Lieferungen, kontrolliert Verbrauchszahlen pro Zimmer und arbeitet dem Controlling gegenüber mit einem Budget. Sie stimmt sich täglich mit Rezeption, Reservierung und Technik ab, kümmert sich um Fundsachen, Gästebeschwerden und die Hygiene- sowie Arbeitsschutzvorgaben.

Wie wird man Erste Hausdame?

Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung im Hotelfach, meist Hotelfachfrau oder Hotelfachmann, gefolgt von mehreren Jahren im Housekeeping. Wer als Zimmerkraft anfängt, kann über die Stationen Vorarbeiterin, Hausdamenassistenz und Zweite Hausdame aufsteigen; das dauert in der Regel einige Jahre und setzt voraus, dass man Verantwortung übernehmen will. Auch Gebäudereiniger mit Führungserfahrung, Hauswirtschafterinnen und Absolventen von Hotelmanagement-Studiengängen kommen in die Position. Formale Pflichtqualifikationen gibt es nicht, gefragt sind Praxis, Englisch und der Umgang mit Property-Management-Systemen wie Opera oder Protel. Weiterbildungen zur geprüften Hauswirtschafterin oder zum Fachwirt im Gastgewerbe verbessern die Chancen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit beginnt früh, oft um sechs oder sieben Uhr, und endet selten pünktlich. Wochenenden, Feiertage und Hochsaison gehören dazu, Teildienste ebenso. Der Tag wird zu großen Teilen im Gehen und Stehen verbracht, Treppen und lange Flure inklusive; auch die Erste Hausdame greift bei Personalausfall selbst zum Wagen.

Belastend ist vor allem die Personalsituation. Housekeeping ist niedrig bezahlt, die Fluktuation hoch, ein Teil der Teams besteht aus Beschäftigten mit geringen Deutschkenntnissen oder aus Leiharbeit. Führen heißt hier: erklären, vormachen, kontrollieren, kurzfristig umplanen, wenn drei Kräfte krank sind und siebzig Abreisen im Haus stehen. Dazu kommt der Druck zwischen dem Reinigungsstandard, der Zeitvorgabe pro Zimmer und dem Materialbudget. Wer Konflikte scheut oder Kritik nicht aushält, hält die Position nicht lange.

Aussichten

Jedes Hotel ab einer bestimmten Größe braucht die Funktion, und geeignete Kandidaten sind knapp - der Arbeitsmarkt ist für erfahrene Housekeeper günstig, gerade in Städten, Ferienregionen und bei Ketten. Entwicklungswege führen in größere Häuser, in eine Cluster-Verantwortung für mehrere Hotels, in die Qualitätssicherung einer Hotelgruppe oder in die Leitung eines Reinigungsdienstleisters. Der Wechsel Richtung Rooms Division Management oder Hoteldirektion ist möglich, wenn Erfahrung an der Rezeption dazukommt. Wer aus der Hotellerie heraus will, findet ähnliche Aufgaben in Kliniken, Senioreneinrichtungen, auf Kreuzfahrtschiffen und bei Facility-Dienstleistern.

Aufgaben

  • Zimmerlisten auswerten und Reinigungsreviere auf das Team verteilen
  • Zimmer und öffentliche Bereiche nach Standard kontrollieren
  • Dienst-, Urlaubs- und Einsatzpläne erstellen und Arbeitszeiten erfassen
  • Reinigungsmittel, Gästeartikel und Wäsche bestellen und Bestände prüfen
  • neue Reinigungskräfte einarbeiten und Team führen
  • Schäden und Mängel an die Technik melden und Reparaturen nachverfolgen
  • Fundsachen verwalten und Gästebeschwerden bearbeiten
  • Budget, Verbrauchszahlen und Fremdfirmenrechnungen überwachen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung im Hotel- oder Hauswirtschaftsbereich oder langjährige Praxis im Housekeeping
  • mehrere Jahre Erfahrung in der Etagenabteilung, davon möglichst mit Führungsverantwortung
  • Englisch für Gästekontakt und internationale Teams, weitere Sprachen hilfreich
  • Umgang mit Hotelsoftware, Dienstplan- und Tabellenprogrammen
  • körperliche Belastbarkeit für ganztägiges Gehen und Stehen
  • Durchsetzungsvermögen, Organisationstalent und Bereitschaft zu Früh-, Wochenend- und Feiertagsdiensten

Wo man arbeitet

  • Stadt- und Ferienhotels aller Kategorien
  • Hotelketten und Resorts
  • Tagungs- und Kongresshotels
  • Kliniken, Rehazentren und Senioreneinrichtungen
  • Kreuzfahrtschiffe
  • Reinigungs- und Facility-Dienstleister

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung als Hotelfachfrau oder Hotelfachmann, alternativ eine Ausbildung in der Hauswirtschaft oder Gebäudereinigung. Danach folgen mehrere Jahre Praxis im Housekeeping mit Aufstieg über Vorarbeit, Hausdamenassistenz und Zweite Hausdame. Ergänzend möglich sind die Weiterbildung zur geprüften Hauswirtschafterin oder zum Fachwirt im Gastgewerbe sowie ein Studium im Hotelmanagement.

Offene Stellen als Erste Hausdame / Executive Housekeeper

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