Was macht ein Servicetechniker für Aufzugsanlagen?
Der Arbeitstag besteht aus einer Tour: acht bis fünfzehn Anlagen an einem Tag, verteilt über ein festes Gebiet. An jeder Anlage stehen Wartungsarbeiten an. Türantriebe werden nachgestellt, Seile und Rollen auf Verschleiß geprüft, Fangvorrichtung und Bremse getestet, Schachtgruben gereinigt, Steuerungen ausgelesen und Fehlerspeicher bewertet. Dazu kommen Fahrkorbbeleuchtung, Notrufsysteme und die Prüfung der Nachholeinrichtung.
Der zweite Teil der Arbeit sind Störungen. Ein Aufzug steht, oft mit Menschen darin. Dann zählt Tempo und ein ruhiger Kopf: Personen befreien, Ursache finden, Anlage wieder in Betrieb nehmen oder stillsetzen und sichern. Häufig sind es Türkontakte, Sicherheitsschalter, defekte Frequenzumrichter oder Wassereintritt im Schacht. Bei größeren Schäden kommt ein Reparaturtermin mit Ersatzteilen.
Hinzu kommen Begleitung von Prüfungen durch TÜV oder DEKRA, Dokumentation im Prüfbuch und digital, Ersatzteilbestellung, Rücksprache mit Hausverwaltungen und Kunden. Wer in der Montage arbeitet, baut Neuanlagen ein oder modernisiert Steuerungen und Antriebe.
Wie wird man Servicetechniker für Aufzugsanlagen?
Üblich ist eine abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik, Mechatroniker oder Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik, jeweils dreieinhalb Jahre im Dualsystem. Auch Industriemechaniker mit elektrotechnischer Zusatzqualifikation kommen unter. Direkt in den Beruf führt die Ausbildung zum Mechatroniker für Aufzugsanlagen oder eine Ausbildung bei einem der großen Aufzugshersteller.
Die Aufzugstechnik selbst lernt man im Betrieb. Neue Mitarbeiter fahren mehrere Monate mit erfahrenen Kollegen mit und besuchen Herstellerschulungen zu Steuerungen, Antrieben und Sicherheitsbauteilen. Erforderlich sind der Nachweis als Elektrofachkraft, die Befähigung zur Personenbefreiung und regelmäßige Unterweisungen. Ein Quereinstieg ohne elektrotechnische Grundqualifikation ist nicht möglich, weil an spannungsführenden Anlagen gearbeitet wird.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet in Schächten, Triebwerksräumen, Kellern und auf Fahrkorbdächern statt. Es ist eng, staubig, oft heiß oder kalt, manchmal nass. Höhenangst und Platzangst schließen den Beruf praktisch aus. Körperlich zählen Treppensteigen, Arbeiten über Kopf, Heben von Motoren und Türblättern.
Bereitschaftsdienst gehört dazu, meist wochenweise im Wechsel, mit Einsätzen nachts, an Wochenenden und Feiertagen. Störungsdruck ist ein Dauerthema: Kunden warten, Aufzüge in Krankenhäusern oder Pflegeheimen müssen sofort laufen. Wer allein unterwegs ist, trägt die Verantwortung für die Freigabe einer Anlage selbst - Fehler können Menschen gefährden. Dokumentationspflichten sind umfangreich und werden gern unterschätzt. Führerschein Klasse B ist Voraussetzung, das Servicefahrzeug wird in der Regel gestellt.
Aussichten
Der Bedarf ist hoch und stabil. Der Aufzugsbestand in Deutschland wächst, jede Anlage muss regelmäßig gewartet und wiederkehrend geprüft werden - unabhängig von der Konjunktur. Betriebe suchen dauerhaft Personal, viele Serviceteams arbeiten unterbesetzt, was den Tourendruck erhöht, die Verhandlungsposition von Fachkräften aber verbessert.
Entwicklungswege führen in die Modernisierung und Montage, zum Gebietsleiter oder Serviceleiter, in den technischen Innendienst oder in die Sachverständigentätigkeit bei einer Prüforganisation. Mit Meisterprüfung oder einer Weiterbildung zum Technikerkommen Planung, Kalkulation und Ausbildung von Nachwuchs hinzu.