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Handwerk & Produktion

Elektriker im Rechenzentrum

Elektriker im Rechenzentrum halten die Stromversorgung von Serverräumen am Laufen: Sie warten Notstromanlagen, USV-Systeme und Verteilungen, bauen Racks an und beheben Störungen. Ein Ausfall kostet Geld, deshalb läuft der Betrieb rund um die Uhr.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektriker im Rechenzentrum verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.100 € 4.900 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 4.900 € 6.000 € 58.800 €

Am stärksten wirken Betreiber und Tarifbindung: Große internationale Rechenzentrumsbetreiber und Konzernstandorte zahlen deutlich über kleinen Dienstleistern, tarifgebundene Betriebe folgen meist dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder dem Elektrohandwerk. Schichtzulagen, Rufbereitschaftspauschalen und Nachtzuschläge erhöhen das reale Monatseinkommen oft um zehn bis zwanzig Prozent.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektriker im Rechenzentrum?

Ein Rechenzentrum ist im Kern eine große Elektroinstallation mit Servern darin. Die Elektrofachkraft vor Ort sorgt dafür, dass an jeder Steckdose im Serverraum jederzeit Spannung liegt - und zwar auch dann, wenn das öffentliche Netz ausfällt. Zum Alltag gehören Wartungsrundgänge an Mittelspannungsanlagen, Transformatoren, Niederspannungshauptverteilungen, USV-Anlagen mit ihren Batterieblöcken und Netzersatzanlagen, also Dieselgeneratoren. Batterien werden geprüft und getauscht, Generatoren werden im Probelauf gestartet, Messwerte werden dokumentiert.

Dazu kommt der Ausbau: neue Racks werden angeschlossen, Stromschienen und PDUs montiert, Kabelwege gezogen, Schaltschränke bestückt. Wer im Betrieb arbeitet, begleitet außerdem Fremdfirmen, gibt Anlagen frei, sichert Arbeitsstellen und prüft Anlagen nach DGUV V3. Bei Störungen liest man Fehlermeldungen aus dem Gebäudeleitsystem, grenzt ein und schaltet um - oft unter Zeitdruck, weil Kundenverträge Verfügbarkeiten im Bereich von wenigen Minuten Ausfall pro Jahr zusichern. Vieles ist Routine und Dokumentation, das Spannende ist selten und dann sehr ernst.

Wie wird man Elektriker im Rechenzentrum?

Der übliche Weg ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, meist als Elektroniker für Betriebstechnik oder für Gebäude- und Infrastruktursysteme, auch Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik passt. Danach folgt die Einarbeitung im Rechenzentrum, denn die Anlagentechnik dort ist speziell: Redundanzkonzepte, Umschaltlogiken, Batterietechnik, Klimatisierung als Nachbargewerk.

Quereinstieg gelingt vor allem aus dem Anlagenbau, aus Industriebetrieben mit eigener Energieversorgung, von der Bahn oder aus Krankenhaustechnik. Ohne einschlägigen elektrotechnischen Abschluss geht es nicht, weil die Arbeiten an spannungsführenden Anlagen an die Elektrofachkraft gebunden sind. Betreiber verlangen häufig zusätzliche Qualifikationen wie Schaltberechtigung für Mittelspannung, Nachweise für Arbeiten unter Spannung oder die Befähigung zur Prüfung elektrischer Betriebsmittel. Diese Schulungen bezahlt in der Regel der Arbeitgeber.

Was der Beruf verlangt

Rechenzentren stehen nie still. Große Standorte besetzen Schichten rund um die Uhr, kleinere arbeiten mit Rufbereitschaft und Wochenendeinsätzen. Wartungsfenster liegen häufig nachts oder am Sonntag, weil dann die geringste Last anliegt. Wer Familienleben mit festen Zeiten braucht, sollte das vorher prüfen.

Körperlich ist die Arbeit mittelschwer: Batterieblöcke schleppen, in engen Doppelböden knien, Kabel ziehen, viel Stehen und Gehen über weite Hallen. Serverräume sind laut, kühl und trocken, Generatorräume sind heiß und ölig. Sicherheitsvorschriften sind streng, Zugangskontrollen und Sicherheitsüberprüfungen gehören dazu. Hinzu kommt Verantwortung: Eine falsch geschaltete Verteilung kann tausende Kunden treffen. Deshalb wird jeder Handgriff geplant, freigegeben und protokolliert - wer improvisieren möchte, ist hier am falschen Platz.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und steigt weiter. In Frankfurt, Berlin, München, Hamburg und im Rheinland entstehen laufend neue Standorte, gleichzeitig gehen erfahrene Fachkräfte in Rente. Elektrofachkräfte mit Rechenzentrumserfahrung finden schnell eine Stelle und können den Arbeitgeber wechseln, ohne lange zu suchen.

Entwicklungswege führen über den Schichtführer zum Teamleiter Facility, über die Meisterschule zum verantwortlichen Elektrofachkraft-Posten oder in die Planung und Bauüberwachung neuer Standorte. Auch der Wechsel zu Herstellern von USV- und Netzersatzanlagen ist üblich, dann meist im Service mit Reisetätigkeit.

Aufgaben

  • Wartung und Prüfung von USV-Anlagen, Batteriesystemen und Netzersatzanlagen
  • Rundgänge und Kontrolle der Mittel- und Niederspannungsverteilungen
  • Anschluss neuer Racks, PDUs und Stromschienen im Weißraum
  • Störungssuche über Gebäudeleitsystem und Umschalten auf Redundanzpfade
  • Prüfung elektrischer Betriebsmittel nach DGUV Vorschrift 3
  • Freigabe von Arbeitsstellen und Begleitung von Fremdfirmen
  • Dokumentation von Messwerten, Wartungen und Schaltmaßnahmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem elektrotechnischen Beruf, etwa Elektroniker für Betriebstechnik
  • Status als Elektrofachkraft, häufig zusätzlich Schaltberechtigung Mittelspannung
  • Bereitschaft zu Schichtdienst, Nachtarbeit oder Rufbereitschaft
  • Sorgfalt und Bereitschaft, Arbeitsabläufe schriftlich zu dokumentieren
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeiten in engen Räumen und Heben von Batterieblöcken
  • Sauberes Führungszeugnis und Bestehen von Sicherheitsüberprüfungen
  • Grundkenntnisse Englisch bei internationalen Betreibern

Wo man arbeitet

  • Colocation-Rechenzentren und Cloud-Standorte großer Betreiber
  • Konzernrechenzentren von Banken, Versicherungen und Industrie
  • Technische Dienstleister und Facility-Management-Firmen
  • Hersteller und Servicefirmen für USV- und Notstromanlagen
  • Rechenzentren von Behörden, Kliniken und Hochschulen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik oder für Gebäude- und Infrastruktursysteme mit Abschluss vor der Industrie- beziehungsweise Handwerkskammer. Die Spezialisierung auf Rechenzentrumstechnik erfolgt danach im Betrieb, ergänzt durch Herstellerschulungen und die Schaltberechtigung. Wer weiter will, macht den Meister oder eine Weiterbildung zum Techniker.

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