Was macht man im DHBW-Studium?
Das Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg läuft im Zwölf-Wochen-Rhythmus: drei Monate Vorlesungen am Campus, drei Monate Arbeit im Unternehmen, sechs Mal hintereinander. In den IT-Studiengängen Wirtschaftsinformatik, Informatik, Angewandte Informatik oder Data Science stehen an der Hochschule Programmierung, Datenbanken, Algorithmen, Softwarearchitektur, Mathematik, Statistik und je nach Profil Betriebswirtschaft auf dem Plan. Klausuren am Ende jeder Theoriephase, dazu Studienarbeiten, die meist an einem Thema aus dem Betrieb hängen.
In den Praxisphasen arbeiten Studierende in der Regel in wechselnden Abteilungen mit: Anforderungen mit Fachbereichen klären, Code schreiben und testen, Schnittstellen bauen, Tickets im zweiten Level bearbeiten, Datenmodelle dokumentieren, an Sprint-Meetings teilnehmen. Wie viel Verantwortung dabei entsteht, hängt stark vom Unternehmen ab. In manchen Betrieben übernehmen Dualstudierende ab dem zweiten Jahr eigene Features, in anderen bleibt es länger beim Zuschauen und Zuarbeiten. Die Bachelorarbeit entsteht am Ende fast immer zu einer realen Fragestellung des Partnerunternehmens.
Wie wird man Dualstudierende?
Der Weg führt über das Unternehmen, nicht über die Hochschule. Zuerst wird ein Studienplatzbewerbung bei einem der Partnerunternehmen eingereicht, in der Regel ein Jahr vor Studienbeginn. Nach Auswahlverfahren, Test und Gespräch folgt ein Studienvertrag; mit diesem Vertrag erfolgt die Einschreibung an der DHBW, eine eigene Zulassung über die Hochschule gibt es nicht. Voraussetzung ist die allgemeine Hochschulreife, die Fachhochschulreife oder eine fachgebundene Hochschulreife, in einigen Fällen auch eine Berufsausbildung mit entsprechender Eignungsprüfung.
Das Studium dauert drei Jahre und endet mit dem Bachelor of Science, teils Bachelor of Engineering. Wer aus einer IT-Ausbildung kommt, findet mit Fachinformatiker-Abschluss und guten Zeugnissen häufig einen Platz; Quereinstieg im engeren Sinn ist kaum möglich, weil der Studienvertrag am Anfang steht.
Was der Beruf verlangt
Die größte Belastung ist die Dichte. Es gibt keine Semesterferien, sondern Urlaubstage nach Vertrag, meist 25 bis 30 im Jahr, und die liegen in den Praxisphasen. Klausurphasen fallen unmittelbar vor den Betriebsstart, Studienarbeiten werden oft abends und am Wochenende geschrieben. Wer nebenher viel Zeit für Nebenjobs, längere Auslandsaufenthalte oder ein sehr freies Studentenleben will, ist an der DHBW falsch.
Dazu kommt die Bindung: Der Studienvertrag legt in vielen Fällen eine Übernahme- oder Rückzahlungsklausel fest, ein Wechsel des Arbeitgebers während des Studiums ist praktisch nicht vorgesehen. Die Theorie ist stark verschult, Fächer und Prüfungstermine sind vorgegeben. Mathematik im ersten Jahr sortiert regelmäßig aus. Wer eine wissenschaftliche Laufbahn anstrebt, muss beachten, dass die Forschungsanteile gering sind, ein Masterstudium danach aber möglich bleibt.
Aussichten
Die Nachfrage nach IT-Fachkräften ist hoch, und Dualabsolventen haben nach drei Jahren Betriebspraxis und einem akademischen Abschluss einen sehr guten Start. Übernahmequoten in den Partnerunternehmen liegen in der IT deutlich über dem Durchschnitt anderer Fächer. Typische erste Stellen sind Softwareentwicklung, IT-Consulting, Systemintegration, Datenanalyse oder IT-Projektarbeit.
Weiter geht es über Fachlaufbahnen zum Software Architect oder Datenspezialisten, über Projektleitung oder über einen berufsbegleitenden Master. Ein Nachteil bleibt: Die Spezialisierung ist eng am ersten Arbeitgeber ausgerichtet, breitere Grundlagen müssen später selbst nachgeholt werden.