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IT & Software

Data Quality Manager

Data Quality Manager sorgen dafür, dass die Daten eines Unternehmens vollständig, korrekt und einheitlich sind. Sie definieren Qualitätsregeln, messen Kennzahlen und arbeiten mit Fachbereichen und IT an der Behebung von Fehlerquellen.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Data Quality Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 4.000 € 4.700 € 48.000 €
Mit Berufserfahrung 4.400 € 5.300 € 6.300 € 63.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.800 € 7.000 € 8.800 € 84.000 €

Am stärksten wirken Branche und Unternehmensgröße: Banken, Versicherungen und Pharmakonzerne zahlen deutlich über Handel, Mittelstand oder öffentlichem Dienst. In tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Vergütung meist nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, dem Bankentarifvertrag oder dem TVöD, wo die Einstufung typischerweise in den Entgeltgruppen 11 bis 14 liegt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Data Quality Manager?

In großen Unternehmen liegen Kundendaten, Artikelstammdaten, Lieferantendaten und Finanzkennzahlen in Dutzenden Systemen verteilt. Adressen sind doppelt erfasst, Artikelnummern folgen unterschiedlichen Formaten, Pflichtfelder bleiben leer. Data Quality Manager gehen diesen Problemen strukturiert nach. Sie definieren, was für ein Datenfeld überhaupt "korrekt" bedeutet, gießen diese Definition in prüfbare Regeln und lassen sie automatisiert gegen die Datenbestände laufen.

Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Analyse und Abstimmung. Mit SQL und Profiling-Werkzeugen wird untersucht, wie hoch die Fehlerquote in einem Bestand tatsächlich ist. Dashboards zeigen Vollständigkeits- und Dublettenquoten über die Zeit. Wird ein Muster auffällig, folgt die Ursachensuche: Liegt es an einer Schnittstelle, an einem fehlenden Pflichtfeld in der Erfassungsmaske oder daran, dass der Vertrieb ein Feld anders nutzt als vorgesehen. Danach beginnt der zähere Teil, nämlich mit den verantwortlichen Fachbereichen Regeln zu vereinbaren und Data Owner zu benennen, die für ihre Datendomäne geradestehen. Dazu kommen Bereinigungsprojekte, Migrationsbegleitung bei Systemwechseln und Zuarbeit für Compliance-Themen, etwa wenn Aufsichtsbehörden oder Wirtschaftsprüfer Nachweise über die Herkunft und Belastbarkeit von Zahlen verlangen.

Wie wird man Data Quality Manager?

Der übliche Weg führt über ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Informatik, Statistik, Mathematik oder eines betriebswirtschaftlichen Fachs mit Datenschwerpunkt. Es ist selten ein Einstiegsberuf: Die meisten kommen aus einer vorgelagerten Rolle, etwa als Datenanalyst, BI-Entwickler, Stammdatenpfleger oder Fachanwendungsbetreuer, und wachsen in die Qualitätsverantwortung hinein. Auch Quereinstiege aus dem Controlling oder aus operativen Fachbereichen sind möglich, wenn solide SQL-Kenntnisse und Verständnis für Datenmodelle vorhanden sind. Ausbildungsberufe wie Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse führen mit einigen Jahren Praxis ebenfalls dorthin. Zertifikate zu Data Governance oder zu Werkzeugen wie Informatica, Collibra, Ataccama oder SAP Master Data Governance sind gängige Ergänzungen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit, oft mit Homeoffice-Anteil, in geregelten Arbeitszeiten. Belastend ist weniger das Pensum als die Position zwischen den Stühlen. Datenqualität hat selten einen eigenen Budgettopf, und Fachbereiche empfinden Qualitätsregeln zunächst als Mehraufwand ohne sichtbaren Nutzen. Wer hier ohne Geduld und ohne Rückhalt aus der Geschäftsführung arbeitet, läuft gegen Wände. Man braucht Ausdauer für Themen, die sich über Monate ziehen, und die Fähigkeit, technische Befunde so zu erklären, dass ein Vertriebsleiter versteht, warum ihn das betrifft. Zu Quartalsabschlüssen, Audits oder Systemmigrationen wird es zeitlich eng.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst. Regulatorische Anforderungen wie BCBS 239 im Bankensektor, Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit und der Einsatz von KI-Modellen, die ohne saubere Trainingsdaten unbrauchbar bleiben, haben das Thema aus der Nische geholt. Vor allem Banken, Versicherungen, Pharma, Handel und Industrie mit komplexen Lieferketten besetzen solche Stellen. Entwicklungswege führen zum Data Governance Lead, zum Chief Data Officer, in die Beratung oder in die fachliche Spezialisierung auf eine Datendomäne. Wer zusätzlich Erfahrung mit Cloud-Datenplattformen und Automatisierung mitbringt, hat die besseren Karten.

Aufgaben

  • Datenqualitätsregeln definieren und mit Fachbereichen abstimmen
  • Datenbestände mit SQL und Profiling-Tools analysieren
  • Kennzahlen und Dashboards zur Datenqualität aufbauen und pflegen
  • Fehlerursachen in Prozessen und Schnittstellen zurückverfolgen
  • Bereinigungs- und Dublettenprojekte steuern
  • Data Owner benennen und Governance-Richtlinien dokumentieren
  • Datenmigrationen bei Systemwechseln qualitätsseitig begleiten
  • Nachweise für Audits, Prüfer und Aufsichtsbehörden bereitstellen

Voraussetzungen

  • Studium in Wirtschaftsinformatik, Informatik, Statistik oder BWL mit Datenschwerpunkt, alternativ einschlägige Berufserfahrung
  • Sichere SQL-Kenntnisse und Verständnis relationaler Datenmodelle
  • Erfahrung mit ETL-, BI- oder Data-Quality-Werkzeugen
  • Analytisches Denken und Genauigkeit bei großen Datenmengen
  • Kommunikationsstärke und Durchsetzungsvermögen gegenüber Fachbereichen
  • Englisch in Wort und Schrift, in Konzernen häufig Arbeitssprache

Wo man arbeitet

  • Banken und Versicherungen
  • Industrie- und Handelskonzerne
  • IT- und Managementberatungen
  • Pharma- und Gesundheitsunternehmen
  • Öffentliche Verwaltung und Statistikbehörden
  • Softwarehäuser und Datenplattform-Anbieter

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftsinformatik, Informatik, Statistik oder einem verwandten Fach mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren. Der Einstieg erfolgt meist über eine analytische Rolle wie Datenanalyst oder BI-Entwickler, aus der heraus nach zwei bis vier Jahren die Qualitätsverantwortung übernommen wird. Alternativ führt die dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse mit Berufspraxis und Weiterbildungen im Bereich Data Governance in den Beruf.

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