Was macht ein Consultant in der Transaktionsberatung?
Wenn ein Unternehmen ein anderes kaufen will, braucht der Käufer belastbare Zahlen. Diese Zahlen liefert die Transaktionsberatung. Consultants sichten Jahresabschlüsse, Monatsreportings, Auftragsbücher und Verträge des Zielunternehmens, rechnen einmalige Effekte heraus und ermitteln, welche Ertragskraft tatsächlich nachhaltig ist. Das Ergebnis ist eine Financial Due Diligence: ein Bericht, der Umsatz- und Margenentwicklung erklärt, Working Capital und Nettoverschuldung analysiert und Risiken benennt, die im Kaufpreis oder im Vertrag berücksichtigt werden müssen.
Der Alltag besteht zu großen Teilen aus Arbeit in Excel und in Datenräumen, aus Fragenlisten an das Management des Zielunternehmens, aus Telefonkonferenzen mit Anwälten und Investmentbankern und aus dem Schreiben von Berichten in PowerPoint. Dazu kommen Managementgespräche vor Ort, Abstimmungen mit dem Mandanten und die Mitarbeit an Kaufpreismechanismen. Projekte laufen oft parallel, und weil Transaktionen an Fristen hängen, verschieben sich Prioritäten kurzfristig.
Wie wird man Consultant in der Transaktionsberatung?
Üblich ist ein abgeschlossenes Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen oder Finance, gern mit Schwerpunkt Accounting, Controlling oder Corporate Finance. Praktika bei Wirtschaftsprüfern, Beratungen oder im Beteiligungsgeschäft sind faktisch Voraussetzung, weil der Einstieg stark über Bewerbungsvorauswahl und Case-Interviews läuft. Ein Master oder ein Auslandssemester hilft, ist aber nicht zwingend.
Quereinstiege gibt es aus der Wirtschaftsprüfung, aus Konzerncontrolling, aus M&A-Abteilungen von Unternehmen und aus Banken. Wer aus einem ganz anderen Feld kommt, braucht mindestens gute Kenntnisse in Rechnungslegung nach HGB und IFRS und die Bereitschaft, Bilanzanalyse gründlich nachzuholen. Berufsbegleitend werden häufig das Wirtschaftsprüferexamen, der CFA oder der CVA angestrebt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind der härteste Teil. In heißen Projektphasen sind Sechzig-Stunden-Wochen normal, Abgabetermine liegen auch am Wochenende, und Urlaub muss manchmal verschoben werden. Reisetätigkeit gehört dazu, wenn auch weniger als früher. Wer Planbarkeit im Privatleben braucht, wird damit dauerhaft nicht glücklich; die Fluktuation in der Branche ist entsprechend hoch.
Inhaltlich verlangt der Beruf sehr sauberes Arbeiten mit Zahlen, weil Fehler in einer Due Diligence teure Folgen haben. Gefordert sind außerdem Schreibfähigkeit, Englisch auf Verhandlungsniveau, Belastbarkeit unter Zeitdruck und die Fähigkeit, unvollständige Datenlagen einzuordnen statt sich in ihnen zu verlieren. Feedback ist direkt, Leistungsbeurteilung erfolgt regelmäßig und offen.
Aussichten
Die Nachfrage schwankt mit dem Transaktionsmarkt: In Jahren mit vielen Übernahmen wird stark eingestellt, in Zinsanstiegs- und Krisenphasen werden Teams verkleinert oder in benachbarte Bereiche wie Restrukturierung verschoben. Langfristig bleibt der Bedarf bestehen, weil Unternehmensverkäufe, Nachfolgeregelungen und Beteiligungsgeschäfte ohne externe Prüfung kaum ablaufen.
Der Karriereweg innerhalb der Beratung ist klar getaktet: Consultant, Senior Consultant, Manager, Senior Manager, Director, Partner. Viele wechseln nach drei bis sechs Jahren auf die Gegenseite, etwa in M&A-Abteilungen von Konzernen, zu Beteiligungsgesellschaften, ins Beteiligungscontrolling oder in Finanzleitungsfunktionen mittelständischer Unternehmen. Diese Ausstiegsmöglichkeiten sind für viele der eigentliche Grund für die Anfangsjahre.