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IT & Software

Consultant ERP

ERP-Consultants führen Unternehmenssoftware wie SAP, Microsoft Dynamics oder Odoo bei Kunden ein und passen sie an deren Abläufe an. Sie arbeiten zwischen Fachabteilung und Technik, oft projektweise und mit Reisetätigkeit.

14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Consultant ERP verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 6.000 € 7.500 € 72.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 8.000 € 11.000 € 96.000 €

Das Gehalt hängt stark vom Arbeitgebertyp ab: große Beratungshäuser und SAP-Umfeld zahlen deutlich mehr als kleine regionale Systemhäuser oder Inhouse-Stellen im Mittelstand, dort ist dafür die Reisetätigkeit geringer. Ein Branchentarifvertrag existiert nicht, variable Bonusanteile von zehn bis zwanzig Prozent sind in der Beratung üblich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein ERP-Consultant?

ERP-Systeme bündeln Buchhaltung, Einkauf, Lager, Produktion und Personalwesen in einer Software. Wer sie einführt, muss zuerst verstehen, wie ein Unternehmen tatsächlich arbeitet. Ein ERP-Consultant führt dafür Workshops mit Fachabteilungen durch, protokolliert Prozesse, erkennt Widersprüche und schlägt vor, was im Standard abgebildet wird und was eine Anpassung braucht.

Danach folgt die Konfiguration: Buchungskreise anlegen, Belegarten definieren, Berechtigungsrollen zuschneiden, Schnittstellen zu Vorsystemen abstimmen. In vielen Projekten kommt Entwicklungsarbeit dazu oder zumindest die Fähigkeit, Anforderungen so zu spezifizieren, dass Entwickler sie umsetzen können. Vor dem Produktivstart stehen Testphasen, Datenmigration und Anwenderschulungen, danach Hypercare-Wochen, in denen Störungen im Tagesbetrieb schnell gelöst werden müssen.

Die Arbeit ist zu großen Teilen Kommunikation. Consultants moderieren zwischen einer Fachabteilung, die alles wie bisher behalten will, und einer Projektleitung, die Budget und Termin im Blick hat. Dokumentation, Aufwandsschätzungen und Statusberichte gehören ebenso dazu wie die Pflege des Angebots gegenüber dem Kunden.

Wie wird man ERP-Consultant?

Der häufigste Weg ist ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt oder Informatik. Auch eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Fachweiterbildung führt hinein, ebenso die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder zum Kaufmann für IT-System-Management.

Ein großer Teil der Consultants kommt aus der Fachabteilung: Buchhalter, Disponenten oder Produktionsplaner, die jahrelang mit dem System gearbeitet haben und ihr Prozesswissen mitbringen. Für diesen Quereinstieg sind Herstellerzertifizierungen der übliche Nachweis, etwa die SAP-Zertifikate für einzelne Module oder die Microsoft-Dynamics-Prüfungen. Beratungshäuser bilden Einsteiger häufig selbst aus und setzen sie zunächst als Junior in laufenden Projekten ein.

Was der Beruf verlangt

Reisetätigkeit gehört in klassischen Beratungshäusern zum Alltag, wenn auch weniger als vor der Verbreitung von Remote-Workshops. Zwei bis drei Tage pro Woche beim Kunden sind in vielen Projekten normal. Wer feste Präsenzzeiten am Wohnort braucht, sollte gezielt nach Inhouse-Stellen oder regional arbeitenden Systemhäusern suchen.

Projektphasen sind ungleich belastet. Vor Go-Live-Terminen, zum Jahreswechsel und bei Datenmigrationen fallen Wochenendeinsätze und lange Tage an, danach wird es ruhiger. Die fachliche Halbwertszeit ist kurz: Releasewechsel, Cloud-Umstellungen und neue Lizenzmodelle zwingen zu ständigem Nachlernen, oft in der Freizeit.

Schwer fällt vielen der Umgang mit Widerstand. Eine ERP-Einführung ändert Arbeitsabläufe und macht Tätigkeiten überflüssig. Consultants stehen dann zwischen den Fronten und müssen Kritik aushalten, die nicht ihnen persönlich gilt.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Der Auslauf des Wartungssupports für ältere SAP-Versionen zwingt tausende Unternehmen zu Migrationen, gleichzeitig steigen kleinere Betriebe von Insellösungen auf integrierte Systeme um. Erfahrene Berater mit Modulschwerpunkt sind knapp.

Entwicklungswege führen zur Spezialisierung auf ein Modul oder eine Branche, zur Projektleitung, in die Vorverkaufsberatung oder in eine leitende Rolle im Beratungshaus. Viele wechseln nach einigen Jahren auf die Kundenseite als Inhouse-Consultant oder ERP-Verantwortliche, meist mit weniger Reisetätigkeit. Selbstständigkeit als Freiberufler ist verbreitet und wird auf Tagessatzbasis vergütet.

Aufgaben

  • Prozesse in Fachabteilungen aufnehmen und in Workshops abstimmen
  • ERP-Module konfigurieren und Customizing-Einstellungen vornehmen
  • Anforderungen für Entwicklungen spezifizieren und Ergebnisse testen
  • Datenmigration aus Altsystemen planen und begleiten
  • Anwender schulen und Dokumentation erstellen
  • Schnittstellen zu Vorsystemen und Drittanwendungen abstimmen
  • Störungen nach dem Go-Live analysieren und beheben
  • Aufwände schätzen und Projektstatus gegenüber dem Kunden berichten

Voraussetzungen

  • Studium der Wirtschaftsinformatik, BWL oder Informatik oder vergleichbare kaufmännisch-technische Qualifikation
  • Verständnis betriebswirtschaftlicher Abläufe in Buchhaltung, Logistik oder Produktion
  • Herstellerzertifizierung für das jeweilige System, häufig SAP oder Microsoft Dynamics
  • Sicheres Auftreten in Workshops und Präsentationen
  • Englischkenntnisse für Dokumentation und internationale Projekte
  • Bereitschaft zu Reisetätigkeit und projektbedingten Belastungsspitzen
  • Führerschein Klasse B in den meisten Beratungshäusern

Wo man arbeitet

  • IT-Beratungshäuser und Systemhäuser
  • ERP-Hersteller und deren Partnerunternehmen
  • IT-Abteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Wirtschaftsprüfungs- und Managementberatungen
  • freiberufliche Tätigkeit auf Projektbasis

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium der Wirtschaftsinformatik oder BWL mit IT-Schwerpunkt, das drei bis fünf Jahre dauert. Der Einstieg erfolgt danach als Junior Consultant, wobei das Beratungshaus in sechs bis achtzehn Monaten die Herstellerzertifizierung für ein Modul finanziert. Quereinsteiger aus Fachabteilungen qualifizieren sich über dieselben Zertifikate und ihre Prozesserfahrung.

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