Was macht ein Consultant Accounting & Reporting Advisory?
Die Arbeit dreht sich um die Frage, wie ein Geschäftsvorfall richtig in Zahlen abgebildet wird. Ein Unternehmen kauft einen Wettbewerber und braucht eine Kaufpreisallokation. Ein Mittelständler will an die Börse und muss von HGB auf IFRS umstellen. Ein Konzern führt ein neues Konsolidierungssystem ein und benötigt einen sauberen Reporting-Prozess dazu. In all diesen Fällen kommen Beraterinnen und Berater aus dem Accounting Advisory ins Haus, analysieren Verträge und Sachverhalte, prüfen die einschlägigen Standards und schreiben Positionspapiere, auf die sich Vorstand und Abschlussprüfer stützen.
Der Alltag besteht zu großen Teilen aus Lesen, Rechnen und Schreiben: Leasingverträge nach IFRS 16 durchgehen, Umsatzverträge nach IFRS 15 in Leistungsverpflichtungen zerlegen, Bewertungsmodelle in Excel aufbauen, Anhangangaben formulieren, Workshops für Fachabteilungen vorbereiten. Dazu gehören Abstimmungen mit dem Controlling, mit der IT und mit Prüfern. Wer weiter fortgeschritten ist, führt Teilprojekte, hält den Kontakt zum Kunden und schreibt Angebote mit.
Wie wird man Consultant Accounting & Reporting Advisory?
Üblich ist ein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit Schwerpunkt Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung, Controlling oder Finance, in der Regel mit Master. Praktika in einer Prüfungsgesellschaft oder im Konzernrechnungswesen sind faktisch Voraussetzung, weil die Bewerberzahl auf die Einstiegsstellen hoch ist. Ein Quereinstieg gelingt am häufigsten aus der Wirtschaftsprüfung oder aus dem Konzernabschluss eines Industrieunternehmens, teils auch aus dem Steuerbereich. Wer aus der kaufmännischen Ausbildung kommt, braucht dafür meist eine Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter und einige Jahre Abschlusserfahrung. Parallel zum Job wird oft das Wirtschaftsprüferexamen oder das CPA angestrebt; die Arbeitgeber unterstützen das mit Freistellung und Kostenübernahme.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind projektgetrieben und schwanken stark. In der Abschlusssaison zwischen Januar und April sowie kurz vor Transaktionsstichtagen sind lange Abende und Wochenendarbeit verbreitet, danach wird es ruhiger. Reisetätigkeit gehört dazu, wenn auch weniger als früher. Fachlich verlangt der Beruf die Bereitschaft, sich dauerhaft in Standardtexte einzuarbeiten, die sich regelmäßig ändern, und Ergebnisse so zu formulieren, dass sie einer Prüfung standhalten. Genauigkeit zählt mehr als Tempo, gleichzeitig steht der Termin fest.
Schwer fällt vielen der Wechsel zwischen Tiefe und Breite: Ein Sachverhalt muss bis ins Detail durchdacht, dem Kunden aber in zehn Minuten verständlich erklärt werden. Der Leistungsdruck ist hoch, die Beurteilung erfolgt jährlich und offen, und in den großen Häusern trennen sich Karrierewege früh. Sichere Englischkenntnisse sind kein Zusatz, sondern Arbeitsmittel.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und eher steigend. Neue Berichtspflichten, insbesondere zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, Konzernumbauten, Transaktionen und ERP-Umstellungen erzeugen fortlaufend Beratungsbedarf, während qualifizierte Fachleute für Konzernrechnungslegung knapp sind. Innerhalb der Beratung führt der Weg über Senior Consultant und Manager bis zur Partnerebene, wobei sich der Anteil an Vertrieb mit jeder Stufe erhöht. Viele wechseln nach einigen Jahren in die Industrie, in das Konzernrechnungswesen, in die Leitung Bilanzierungsgrundsätze oder später in die Position des Head of Accounting. Ein bestandenes Wirtschaftsprüferexamen erweitert die Möglichkeiten deutlich.