Berater Private Banking Beratungscenter Voll- oder
Berater im Private Banking Beratungscenter betreuen vermögende Privatkunden überwiegend telefonisch und digital: Anlagestrategie, Wertpapierdepots, Vorsorge und Finanzierungen. Der Beruf verbindet Vermögensberatung mit klaren Vertriebszielen.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Berater Private Banking Beratungscenter Voll- oder verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.500 € | 5.400 € | 6.500 € | 64.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 7.200 € | 9.500 € | 86.400 € |
Bei Sparkassen richtet sich die Vergütung nach dem TVöD-S, bei Genossenschaftsbanken und privaten Instituten nach den Tarifverträgen für das private Bankgewerbe beziehungsweise die Volksbanken und Raiffeisenbanken; entscheidend sind Eingruppierung und Bestandsgröße. Bei Privatbanken und außertariflichen Verträgen kommt ein variabler Anteil von zehn bis dreißig Prozent hinzu, der an Nettomittelzufluss und Vertriebszielen hängt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Berater im Private Banking Beratungscenter?
Im Mittelpunkt steht die Betreuung vermögender Privatkunden, die keinem festen Berater in einer Filiale zugeordnet sind, sondern medial betreut werden. Die Beratung läuft über Telefon, Videokonferenz, gesicherte Postfächer und E-Mail, bei Bedarf ergänzt durch Termine in einem Beratungscenter oder in der Filiale. Ein typischer Kundenbestand umfasst mehrere hundert Verbindungen mit Anlagevolumina ab etwa 250.000 Euro, je nach Haus auch ab einer halben Million.
Die Arbeit besteht aus Depotgesprächen, Anlagevorschlägen auf Basis der Hausmeinung, Umschichtungen nach Marktveränderungen, Vorsorge- und Nachfolgethemen sowie Finanzierungsanfragen, die an Spezialisten weitergegeben werden. Dazu kommt viel Dokumentation: Geeignetheitsprüfung, Beratungsprotokoll, Zielmarktabgleich, Aufzeichnung von Telefonaten nach MiFID II. Wer den Nachmittag für Gespräche nutzt, arbeitet Vor- und Nachbereitung häufig am Rand des Tages ab.
Wie wird man Berater im Private Banking Beratungscenter?
Der übliche Weg führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann, danach mehrere Jahre in der Privatkundenberatung und eine Weiterbildung zum Bankfachwirt, Bankbetriebswirt oder ein berufsbegleitendes Studium in Betriebswirtschaft oder Finance. Viele Häuser verlangen zusätzlich eine Zertifizierung als Financial Consultant, Certified Financial Planner oder eine vergleichbare Qualifikation im Wertpapiergeschäft. Direkteinstiege nach einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium sind möglich, meist über ein Traineeprogramm mit anschließender Zeit in der gehobenen Privatkundenbetreuung.
Ohne Bankhintergrund ist der Einstieg schwierig. Sachkunde nach der Wertpapierhandelsverordnung, Kenntnis der Anlageberatungsregeln und Erfahrung mit Kernbanksystemen lassen sich kaum nebenbei erwerben. Quereinsteiger kommen am ehesten aus Versicherungsvertrieb oder Vermögensverwaltung.
Was der Beruf verlangt
Der mediale Kanal bedeutet hohe Gesprächstaktung. Wer in der Filiale vier Termine am Tag hat, führt im Beratungscenter oft acht bis zehn Kontakte. Erreichbarkeitszeiten sind vorgegeben, in vielen Häusern bis in den frühen Abend, teilweise samstags. Vertriebsziele werden quartalsweise gemessen, meist über Nettomittelzufluss, Wertpapierumsatz und Abschlüsse in Vorsorge und Verbund. Der Druck ist real und wird in Zielgesprächen deutlich.
Belastend ist zudem der Umgang mit Kursverlusten. Kunden, deren Depot zweistellig im Minus steht, rufen an, und die Erklärung muss ohne Beschönigung auskommen. Regulatorische Dokumentation frisst Zeit, ohne dass sie Kunden sichtbar nützt. Wer Beratung als ruhiges Gespräch versteht, wird das Tempo als störend empfinden. Teilzeit ist in diesem Bereich verbreiteter als in der klassischen Filiale, weil Bestände geteilt und Erreichbarkeitsfenster verteilt werden können.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Banken und Sparkassen bauen Filialnetze ab und verlagern die Betreuung vermögender Kunden in mediale Center, weil sich dort größere Bestände wirtschaftlich betreuen lassen. Gleichzeitig gehen erfahrene Berater in Ruhestand, und der Nachwuchs aus der Bankausbildung ist zahlenmäßig geschrumpft.
Entwicklungswege führen in die klassische Private-Banking-Betreuung mit festem Kundenkreis, in die Vermögensverwaltung, in Spezialistenrollen für Stiftungen, Unternehmerkunden oder Generationenmanagement sowie in die Teamleitung eines Beratungscenters. Wer eine anspruchsvolle Zertifizierung mitbringt, hat auch bei Privatbanken und unabhängigen Vermögensverwaltern gute Chancen.
Aufgaben
- Vermögende Privatkunden telefonisch und per Video beraten
- Depots analysieren und Anlagevorschläge nach Hausmeinung erstellen
- Anlagestrategie und Risikoprofil regelmäßig überprüfen
- Wertpapieraufträge erfassen und Umschichtungen umsetzen
- Vorsorge-, Nachfolge- und Finanzierungsbedarf erkennen und Spezialisten einbinden
- Geeignetheitserklärungen und Beratungsdokumentation regulatorisch sauber führen
- Kundenbestand aktiv ansprechen und Vertriebsziele verfolgen
- Marktentwicklungen verfolgen und Kunden bei Kursrückgängen begleiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Bankausbildung oder wirtschaftswissenschaftliches Studium
- Mehrjährige Erfahrung in der Privatkunden- oder Anlageberatung
- Sachkundenachweis für die Anlageberatung nach WpHG
- Fundierte Kenntnisse in Wertpapieren, Fonds, Altersvorsorge und Steuergrundlagen
- Sicheres, verbindliches Auftreten am Telefon und in Videogesprächen
- Belastbarkeit bei hoher Gesprächstaktung und Vertriebszielen
- Sorgfalt in der Dokumentation und Umgang mit Beratungssoftware
Wo man arbeitet
- Sparkassen und Genossenschaftsbanken
- Großbanken und Direktbanken
- Private Bankhäuser
- Mediale Beratungscenter und Kundenservicecenter
- Unabhängige Vermögensverwaltungen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bankkaufmann, gefolgt von mehreren Jahren Praxis in der Privatkundenberatung. Darauf setzt eine Weiterbildung zum Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt auf, häufig ergänzt um eine Zertifizierung im Wertpapier- oder Finanzplanungsbereich. Alternativ führt ein Bachelor in Betriebswirtschaft oder Finance mit anschließendem Traineeprogramm in den Beruf.
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Verwandte Berufe
Vermögensberater
Vermögensberater beraten Privatkunden bei Geldanlage, Altersvorsorge und Absicherung und vermitteln passende Finanzprodukte. Der Beruf ist stark vertrieblich geprägt und häufig auf Provisionsbasis organisiert.
- Offene Stellen
- 13
- Monatsbrutto
- 1.800 – 12.000 €
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