Berater Private Banking
Berater im Private Banking betreuen vermögende Privatkunden bei Anlage, Finanzierung und Vermögensnachfolge. Sie verwalten meist einen festen Kundenstamm und arbeiten mit Ertragszielen.
15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Berater Private Banking verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.400 € | 5.200 € | 52.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.800 € | 7.500 € | 69.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.500 € | 8.000 € | 12.000 € | 96.000 € |
Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken richtet sich das Fixum nach TVöD-S beziehungsweise dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe; Privatbanken zahlen frei und deutlich höher. Ein erheblicher Teil der Vergütung ist variabel und hängt von Neugeld, Ertrag und betreutem Volumen ab.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Berater Private Banking?
Private Banking ist die Betreuung von Privatkunden mit größeren liquiden Vermögen, je nach Haus ab etwa 250.000 bis 500.000 Euro. Der Berater führt einen eigenen Kundenstamm von oft 80 bis 200 Verbindungen. Der Alltag besteht aus Kundengesprächen, Depotbesprechungen, der Vorbereitung von Anlagevorschlägen und viel Dokumentation. Vor jedem Gespräch werden Portfolios auf Abweichungen von der vereinbarten Strategie geprüft, Marktentwicklungen aufbereitet und Anlagealternativen mit dem hauseigenen Research abgeglichen.
Neben Wertpapieren geht es um Immobilienfinanzierungen, Altersvorsorge, Absicherung, Stiftungen und Vermögensnachfolge. Berater arbeiten dabei mit Spezialisten zusammen: Steuerrecht, Erbrecht, Firmenkundenbetreuung, Immobilienbewertung. Ein wachsender Teil der Arbeit ist Regulatorik. Geeignetheitserklärungen, Beratungsprotokolle, Angemessenheitsprüfungen und Geldwäscheprävention nehmen Zeit, sind aber nicht verhandelbar.
Wie wird man Berater Private Banking?
Der klassische Weg beginnt mit der Ausbildung zum Bankkaufmann, danach folgen einige Jahre Privatkundenbetreuung, dann der Wechsel ins gehobene Segment. Weiterbildungen wie Bankfachwirt, Bankbetriebswirt oder ein Studium in Betriebswirtschaft, Finance oder Wirtschaftsrecht sind für den Aufstieg üblich. Viele Häuser erwarten inzwischen einen Bachelor. Als fachliche Qualifikation gilt der Certified Financial Planner oder der Zertifizierte Estate Planner als anerkanntes Signal.
Quereinstiege kommen vor, meist aus der Versicherungs- oder Vermögensberatung, aus dem Steuerwesen oder aus dem Wealth Management unabhängiger Häuser. Ohne belastbare Kenntnisse in Kapitalmarkt, Steuer- und Erbrecht ist der Einstieg schwierig. Wer Kunden mitbringt, hat auf dem Arbeitsmarkt einen deutlichen Vorteil.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten liegen im Rahmen, Abendtermine und Veranstaltungen kommen aber regelmäßig dazu. Der eigentliche Druck entsteht durch Ziele: Nettoneugeld, Ertrag pro Kunde, Abschlüsse in bestimmten Produktgruppen. Diese Vorgaben werden quartalsweise gemessen und stehen mitunter im Spannungsverhältnis zum Kundeninteresse. Wer damit nicht umgehen kann, ist im Private Banking unglücklich.
Kunden in diesem Segment sind anspruchsvoll und häufig selbst finanzkundig. Fehlende Vorbereitung fällt sofort auf. In Verlustphasen an den Märkten muss man Gespräche führen, in denen man keine gute Nachricht hat, aber Haltung zeigen soll. Diskretion ist Pflicht, Fluktuation im Kundenstamm wird persönlich zugerechnet. Die fachliche Halbwertszeit ist kurz, laufende Weiterbildung gehört zum Beruf.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis gut. Vermögen konzentrieren sich weiter, die Erbengeneration übernimmt große Volumen, und erfahrene Berater mit eigenem Netzwerk sind knapp. Gleichzeitig verschieben digitale Vermögensverwaltung und standardisierte Anlagelösungen die Arbeit weg von der reinen Produktauswahl hin zu Planung, Nachfolge und Betreuung komplexer Familienverhältnisse.
Entwicklungswege führen ins Wealth Management mit größeren Vermögen, in die Betreuung von Unternehmerfamilien, in ein Family Office oder in die Leitung eines Beraterteams. Auch der Wechsel in Portfoliomanagement, Produktentwicklung oder zu einem unabhängigen Vermögensverwalter ist möglich. Wer Kunden binden kann, hat in diesem Beruf eine gute Verhandlungsposition.
Aufgaben
- Betreuung eines festen Kundenstamms vermögender Privatkunden
- Analyse von Depots und Erarbeitung von Anlagevorschlägen
- Beratung zu Finanzierungen, Altersvorsorge und Absicherung
- Begleitung von Vermögensnachfolge und Stiftungsgründungen
- Hinzuziehen von Spezialisten für Steuer-, Erb- und Immobilienfragen
- Dokumentation nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben
- Akquise neuer Kunden über Netzwerk und Empfehlungen
- Erreichen von Ertrags- und Neugeldzielen
Voraussetzungen
- Ausbildung als Bankkaufmann oder wirtschaftswissenschaftliches Studium
- Mehrjährige Erfahrung in der Privatkundenbetreuung
- Fundierte Kenntnisse in Kapitalmarkt, Steuer- und Erbrecht
- Sicheres Auftreten und Gesprächsführung mit anspruchsvollen Kunden
- Bereitschaft zu Vertriebszielen und laufender Weiterbildung
- Absolute Diskretion und einwandfreier Leumund
- Englischkenntnisse, je nach Kundenkreis
Wo man arbeitet
- Privatbanken und Vermögensverwaltungen
- Sparkassen und Genossenschaftsbanken
- Großbanken mit Wealth-Management-Einheiten
- Unabhängige Finanzdienstleister
- Family Offices
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige Ausbildung zum Bankkaufmann, gefolgt von einigen Jahren in der Privatkundenberatung und einer Weiterbildung zum Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt. Alternativ führt ein Bachelor in Betriebswirtschaft oder Finance über ein Traineeprogramm in das Segment. Zertifizierungen wie Certified Financial Planner dauern etwa ein bis zwei Jahre berufsbegleitend.
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