Was macht ein Baulogistikkoordinator?
Auf einer Großbaustelle arbeiten oft zwanzig oder mehr Nachunternehmer gleichzeitig, und jeder braucht Material, Fläche und Zugang. Der Baulogistikkoordinator organisiert genau das. Er legt fest, wann welcher Lkw an welchem Tor entlädt, wer den Kran wie lange belegt, wo Gerüstteile, Trockenbauplatten oder Fenster zwischengelagert werden und wie der Bauschutt wieder herauskommt. Dazu gehören Zeitfensterbuchungen, ein Baustellenverkehrskonzept, Abstimmung mit der Stadt über Halteverbote und Straßensperrungen sowie die Steuerung von Aufzügen, Umsetzbühnen und Ver- und Entsorgungsflächen.
Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation: morgens Begehung mit den Bauleitern, mittags Telefonate mit Speditionen, deren Fahrer im Stau stehen, nachmittags Abstimmung mit dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator über Rettungswege. Dazwischen entstehen Logistikpläne in CAD, Auswertungen zu Anlieferzahlen und Nachweise für den Bauherrn. Wer im Vorfeld arbeitet, erstellt Logistikkonzepte für Ausschreibungen und kalkuliert Kosten für Krane, Container und Personal.
Wie wird man Baulogistikkoordinator?
Es gibt keine eigene Ausbildung. Der Weg führt meist über ein Studium in Bauingenieurwesen, Baubetrieb, Logistik oder Wirtschaftsingenieurwesen, häufig auch über eine Bauausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Bautechniker oder Meister. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg: Bauleiter, Disponenten aus Speditionen, Poliere oder Fachkräfte für Lagerlogistik wechseln in die Baulogistik, weil sie Abläufe auf der Baustelle und im Transportgewerbe kennen. Entscheidend ist praktische Erfahrung auf Baustellen, denn Pläne, die den Bauablauf ignorieren, halten keine Woche.
Was der Beruf verlangt
Der Arbeitsplatz ist der Baucontainer und die Baustelle selbst, bei Kälte, Nässe und Lärm. Frühbeginn um sechs oder sieben Uhr ist normal, ebenso lange Tage, wenn Betonagen oder Schwertransporte anstehen. Wer innerstädtisch arbeitet, hat mit engen Straßen, Anwohnerbeschwerden und Behördenauflagen zu tun. Fachlich braucht es Kenntnisse in Arbeitssicherheit, Verkehrsrecht, Krantechnik und Bauablaufplanung.
Schwer fällt vielen der Dauerdruck zwischen den Gewerken. Der Koordinator hat selten Weisungsbefugnis, muss aber Entscheidungen durchsetzen, die für einzelne Firmen unbequem sind. Konflikte gehören zum Alltag, ebenso das ständige Umplanen, weil Lieferungen ausfallen oder ein Gewerk in Verzug ist. Projektbezogene Einsätze bedeuten oft Montage oder Wochenpendeln, weil Großprojekte nicht am Wohnort liegen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Bei Großprojekten im Hochbau, im Infrastrukturbau und bei Rechenzentren ist Baulogistik inzwischen eine eigene, ausgeschriebene Leistung, weil Stillstandskosten und Platzmangel Bauherren teuer werden. Auch Vorgaben zu Emissionen, Lärm und CO2-Bilanz auf Baustellen erhöhen den Bedarf an Fachleuten. Wer sich bewährt, übernimmt die Logistikleitung mehrerer Projekte, geht in die Konzeptplanung, in den Vertrieb von Baulogistikdienstleistern oder zurück in die klassische Bauleitung. Konjunkturell hängt der Beruf allerdings am Bauvolumen: Bricht der Hochbau ein, werden Logistikstellen früh gestrichen.