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Logistik & Verkehr

Baulogistikkoordinator

Baulogistikkoordinatoren steuern die Material-, Geräte- und Verkehrsströme auf Großbaustellen. Sie planen Anlieferzeiten, Lagerflächen, Kranbelegung und Entsorgung, damit Gewerke ohne Stillstand arbeiten können.

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Gehalt

Was man als Baulogistikkoordinator verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 4.000 € 4.700 € 5.600 € 56.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.000 € 6.000 € 7.500 € 72.000 €

Am stärksten wirken Projektgröße und Bindung an den Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe beziehungsweise den Tarifvertrag für Angestellte im Baugewerbe; bei großen Generalunternehmern und Auslandsprojekten liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Logistikdienstleister, und Auslösungen sowie Projektprämien kommen häufig hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Baulogistikkoordinator?

Auf einer Großbaustelle arbeiten oft zwanzig oder mehr Nachunternehmer gleichzeitig, und jeder braucht Material, Fläche und Zugang. Der Baulogistikkoordinator organisiert genau das. Er legt fest, wann welcher Lkw an welchem Tor entlädt, wer den Kran wie lange belegt, wo Gerüstteile, Trockenbauplatten oder Fenster zwischengelagert werden und wie der Bauschutt wieder herauskommt. Dazu gehören Zeitfensterbuchungen, ein Baustellenverkehrskonzept, Abstimmung mit der Stadt über Halteverbote und Straßensperrungen sowie die Steuerung von Aufzügen, Umsetzbühnen und Ver- und Entsorgungsflächen.

Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation: morgens Begehung mit den Bauleitern, mittags Telefonate mit Speditionen, deren Fahrer im Stau stehen, nachmittags Abstimmung mit dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator über Rettungswege. Dazwischen entstehen Logistikpläne in CAD, Auswertungen zu Anlieferzahlen und Nachweise für den Bauherrn. Wer im Vorfeld arbeitet, erstellt Logistikkonzepte für Ausschreibungen und kalkuliert Kosten für Krane, Container und Personal.

Wie wird man Baulogistikkoordinator?

Es gibt keine eigene Ausbildung. Der Weg führt meist über ein Studium in Bauingenieurwesen, Baubetrieb, Logistik oder Wirtschaftsingenieurwesen, häufig auch über eine Bauausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Bautechniker oder Meister. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg: Bauleiter, Disponenten aus Speditionen, Poliere oder Fachkräfte für Lagerlogistik wechseln in die Baulogistik, weil sie Abläufe auf der Baustelle und im Transportgewerbe kennen. Entscheidend ist praktische Erfahrung auf Baustellen, denn Pläne, die den Bauablauf ignorieren, halten keine Woche.

Was der Beruf verlangt

Der Arbeitsplatz ist der Baucontainer und die Baustelle selbst, bei Kälte, Nässe und Lärm. Frühbeginn um sechs oder sieben Uhr ist normal, ebenso lange Tage, wenn Betonagen oder Schwertransporte anstehen. Wer innerstädtisch arbeitet, hat mit engen Straßen, Anwohnerbeschwerden und Behördenauflagen zu tun. Fachlich braucht es Kenntnisse in Arbeitssicherheit, Verkehrsrecht, Krantechnik und Bauablaufplanung.

Schwer fällt vielen der Dauerdruck zwischen den Gewerken. Der Koordinator hat selten Weisungsbefugnis, muss aber Entscheidungen durchsetzen, die für einzelne Firmen unbequem sind. Konflikte gehören zum Alltag, ebenso das ständige Umplanen, weil Lieferungen ausfallen oder ein Gewerk in Verzug ist. Projektbezogene Einsätze bedeuten oft Montage oder Wochenpendeln, weil Großprojekte nicht am Wohnort liegen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Bei Großprojekten im Hochbau, im Infrastrukturbau und bei Rechenzentren ist Baulogistik inzwischen eine eigene, ausgeschriebene Leistung, weil Stillstandskosten und Platzmangel Bauherren teuer werden. Auch Vorgaben zu Emissionen, Lärm und CO2-Bilanz auf Baustellen erhöhen den Bedarf an Fachleuten. Wer sich bewährt, übernimmt die Logistikleitung mehrerer Projekte, geht in die Konzeptplanung, in den Vertrieb von Baulogistikdienstleistern oder zurück in die klassische Bauleitung. Konjunkturell hängt der Beruf allerdings am Bauvolumen: Bricht der Hochbau ein, werden Logistikstellen früh gestrichen.

Aufgaben

  • Anlieferungen über Zeitfenstersysteme disponieren und überwachen
  • Logistik- und Verkehrskonzepte für die Baustelle erstellen
  • Lager-, Umschlag- und Entsorgungsflächen einteilen
  • Kran-, Aufzugs- und Hebezeugbelegung koordinieren
  • Genehmigungen für Sperrungen und Halteverbote mit Behörden abstimmen
  • Nachunternehmer und Speditionen einweisen und kontrollieren
  • Ordnung, Verkehrssicherheit und Rettungswege auf dem Gelände sicherstellen
  • Kosten, Anlieferzahlen und Störungen dokumentieren und auswerten

Voraussetzungen

  • Studium im Bauingenieurwesen, in Logistik oder eine bautechnische Weiterbildung, alternativ einschlägige Baustellenerfahrung
  • Kenntnisse in Bauablaufplanung, Arbeitssicherheit und Straßenverkehrsrecht
  • Sicherer Umgang mit CAD, Terminplanungs- und Zeitfenstersoftware
  • Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit gegenüber Nachunternehmern
  • Bereitschaft zu frühem Arbeitsbeginn, Außeneinsatz und Reisen oder Montage
  • Führerschein Klasse B, oft auch Kenntnis von Baustellenverordnung und SiGeKo-Themen

Wo man arbeitet

  • Bauunternehmen und Generalunternehmer
  • spezialisierte Baulogistikdienstleister
  • Projektsteuerungs- und Ingenieurbüros
  • Bauherrenorganisationen und öffentliche Bauverwaltungen
  • Großbaustellen im Hoch-, Tief- und Infrastrukturbau

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor in Bauingenieurwesen, Baubetrieb oder Logistik mit drei bis vier Jahren Studiendauer, gefolgt von ein bis zwei Jahren Einarbeitung auf Baustellen. Ebenso möglich ist eine dreijährige Bauausbildung mit anschließender Weiterbildung zum staatlich geprüften Bautechniker oder Meister. Für den Quereinstieg aus Bauleitung oder Spedition gibt es Lehrgänge zum Fachkoordinator Baulogistik bei Kammern und Verbänden.

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