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Gesundheit & Pflege

Atmungstherapeut

Atmungstherapeuten betreuen beatmete und lungenkranke Patienten auf Intensivstationen, in Weaning-Zentren und in der außerklinischen Beatmung. Sie steuern Beatmungsgeräte, führen die Beatmungsentwöhnung durch und schulen Patienten im Umgang mit Sauerstoff- und Beatmungstechnik.

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Gehalt

Was man als Atmungstherapeut verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 3.900 € 4.300 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 3.900 € 4.400 € 5.000 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.500 € 5.100 € 5.900 € 61.200 €

In kommunalen und kirchlichen Kliniken richtet sich die Vergütung nach TVöD-P beziehungsweise AVR, wo die Zusatzqualifikation über Funktionszulagen oder eine höhere Entgeltgruppe honoriert wird; Universitätskliniken zahlen nach TV-L. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen machen einen erheblichen Teil des tatsächlichen Einkommens aus, während private Anbieter außerklinischer Intensivpflege stärker frei verhandeln.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Atmungstherapeut?

Atmungstherapeuten arbeiten dort, wo Menschen nicht selbstständig atmen können oder ihre Lunge dauerhaft geschädigt ist. Auf der Intensivstation kontrollieren sie Beatmungsparameter, passen Druck, Volumen und Sauerstoffanteil an, beurteilen Blutgasanalysen und Röntgenbilder gemeinsam mit den Ärzten und schlagen Änderungen der Beatmungsstrategie vor. Ein Schwerpunkt ist das Weaning, die schrittweise Entwöhnung vom Beatmungsgerät: Spontanatemversuche planen, Belastbarkeit einschätzen, den richtigen Zeitpunkt für die Entfernung des Tubus oder den Verschluss des Tracheostomas mitentscheiden.

Dazu kommen Sekretmanagement, Absaugen, Inhalationstherapie, Lagerung zur Verbesserung des Gasaustauschs, das Anpassen von Masken für die nichtinvasive Beatmung und die Einstellung von Heimbeatmungsgeräten. In der außerklinischen Versorgung schulen Atmungstherapeuten Patienten und Angehörige, prüfen Geräte und arbeiten mit Pflegediensten und Sanitätshäusern zusammen. Viele übernehmen zusätzlich Fortbildungen für Pflegeteams, schreiben Standards mit und begleiten die Einführung neuer Geräte.

Wie wird man Atmungstherapeut?

Der Beruf ist keine Erstausbildung, sondern eine Weiterbildung. Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung in der Pflege, als Physiotherapeut oder als Anästhesietechnischer Assistent, meist verbunden mit mehreren Jahren Erfahrung auf einer Intensiv- oder Beatmungsstation. Häufig wird zusätzlich die Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie erwartet oder ergänzend erworben.

Die Weiterbildung selbst dauert je nach Anbieter etwa ein bis zwei Jahre in Teilzeit, umfasst mehrere hundert Theoriestunden sowie begleitete Praxiseinsätze und endet mit schriftlicher, mündlicher und praktischer Prüfung. Anerkannt sind vor allem Kurse nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und der Fachgesellschaften für Intensivmedizin. Die Bezeichnung ist nicht staatlich geschützt, weshalb Arbeitgeber genau auf das Zertifikat schauen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet meist im Schichtdienst statt, auf Intensivstationen auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen. Einige Kliniken setzen Atmationstherapeuten im Tagdienst als Konsildienst über mehrere Stationen ein, dann ist der Rhythmus ruhiger, die Wegstrecken und die Zahl der Ansprechpartner aber hoch. Körperlich fordern Lagerungsmanöver, Bauchlage bei schwerkranken Patienten und lange Stehzeiten.

Belastend ist vor allem die inhaltliche Verantwortung ohne formale ärztliche Entscheidungsbefugnis: Atmungstherapeuten beraten und schlagen vor, die Anordnung trifft der Arzt. Das setzt Fachkenntnis, Standfestigkeit und die Fähigkeit voraus, sich in eingespielten Teams Gehör zu verschaffen. Hinzu kommt die Nähe zu Sterben und Therapiebegrenzung, gerade bei Patienten, die dauerhaft von der Maschine abhängig bleiben. Wer Technik nicht mag, wird sich schwertun, denn Gerätekunde und Alarmmanagement machen einen großen Teil des Alltags aus.

Aussichten

Die Nachfrage ist deutlich gestiegen, weil Weaning-Zentren zertifiziert werden müssen und die außerklinische Intensivpflege gesetzlich neu geordnet wurde. Kliniken suchen Atmungstherapeuten oft über Monate. Entwicklungswege führen in die Leitung eines Weaning-Bereichs, in die Praxisanleitung und Fortbildung, in den Medizinproduktevertrieb oder ins Überleitungs- und Beatmungsmanagement von Pflegediensten und Kostenträgern. Ein pflegewissenschaftliches oder medizinpädagogisches Studium erweitert die Möglichkeiten zusätzlich.

Aufgaben

  • Beatmungsgeräte einstellen und Parameter an den Krankheitsverlauf anpassen
  • Blutgasanalysen und bildgebende Befunde beurteilen
  • Weaning-Protokolle planen und Spontanatemversuche durchführen
  • Sekretmanagement, Absaugen und Inhalationstherapie übernehmen
  • Masken und Geräte für nichtinvasive und Heimbeatmung anpassen
  • Patienten und Angehörige in der außerklinischen Beatmung schulen
  • Pflegeteams fortbilden und Behandlungsstandards mitentwickeln
  • Geräte prüfen, dokumentieren und mit Technik und Sanitätshäusern abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in Pflege, Physiotherapie oder als Anästhesietechnischer Assistent
  • Mehrjährige Erfahrung in Intensivmedizin oder Beatmungspflege
  • Zertifizierte Weiterbildung zum Atmungstherapeuten
  • Sicherer Umgang mit Medizintechnik und Bereitschaft zu ständiger Fortbildung
  • Belastbarkeit für Schichtdienst und für die Arbeit mit schwerkranken Patienten
  • Kommunikationsstärke gegenüber Ärzten, Pflege und Angehörigen

Wo man arbeitet

  • Intensivstationen von Kranken- und Universitätskliniken
  • Zertifizierte Weaning-Zentren und pneumologische Fachkliniken
  • Anbieter außerklinischer Intensivpflege und Beatmungs-WGs
  • Schlaflabore und Lungenfachpraxen
  • Hersteller und Vertriebe von Beatmungs- und Sauerstofftechnik

Der Weg in den Beruf

Nach einer Ausbildung in der Pflege oder Physiotherapie und einigen Jahren Praxis auf einer Intensivstation folgt die berufsbegleitende Weiterbildung zum Atmungstherapeuten, die je nach Anbieter ein bis zwei Jahre dauert. Sie umfasst Theorieblöcke, begleitete Praxiseinsätze und eine Abschlussprüfung und endet mit einem Zertifikat der jeweiligen Fachgesellschaft. Häufig wird zusätzlich die Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie vorausgesetzt oder erworben.

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