Was macht ein Anlagenmechaniker SHK im Kundendienst?
Der Arbeitstag besteht aus einer Tour: fünf bis zehn Adressen, meist Privathaushalte, dazwischen Gewerbeobjekte und Hausverwaltungen. An jeder Adresse steht eine andere Aufgabe an. Eine Gasbrennwerttherme wird gewartet, also Brenner ausgebaut, Wärmetauscher gereinigt, Abgaswerte gemessen, Wasserdruck und Ausdehnungsgefäß geprüft, Werte dokumentiert. Beim nächsten Kunden tropft ein Heizkörperventil, danach meldet eine Wärmepumpe einen Störcode, der ausgelesen und einem Fehler zugeordnet werden muss - Fühler, Umwälzpumpe, Kältekreis oder ein falsch eingestellter Heizkurvenwert. Dazu kommen tropfende Armaturen, verstopfte Abläufe, defekte Trinkwassererwärmer und Anlagen, deren Regelung niemand mehr versteht.
Ein großer Teil der Arbeit ist Umgang mit Menschen. Kunden stehen daneben, stellen Fragen, sind verärgert, weil die Heizung im Winter ausgefallen ist, oder wollen wissen, ob sich eine Reparatur noch lohnt. Wer im Kundendienst arbeitet, erklärt, empfiehlt, schreibt Angebote an, gibt Verkaufsimpulse für Modernisierungen und schreibt am Ende den Bericht. Deshalb zählt der Beruf zunehmend zum Kundenservice und nicht nur zur Montage.
Wie wird man Anlagenmechaniker SHK im Kundendienst?
Grundlage ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik im Handwerk. Zugang gibt es mit Hauptschulabschluss, viele Betriebe nehmen mittlere Reife. In den Kundendienst wechseln die meisten nicht sofort, sondern nach einigen Jahren Baustelle und Montage, weil Diagnose Erfahrung braucht. Betriebe schicken Servicetechniker regelmäßig auf Herstellerschulungen für Brennwertgeräte, Wärmepumpen, Regelungstechnik und Hydraulik. Für Arbeiten am Kältekreis ist ein Kältemittel-Sachkundenachweis nötig, für Gasanlagen die Eintragung des Betriebs beim Netzbetreiber. Umsteiger aus verwandten Metall- oder Elektroberufen können über eine verkürzte Ausbildung oder eine Externenprüfung einsteigen.
Was der Beruf verlangt
Körperlich ist die Arbeit fordernd: Knien vor Heizkesseln, Arbeiten in engen Kellern und auf Dachböden, Geräte über Treppen tragen, Schmutz, Ruß und Abwasser. Der Rücken merkt das nach Jahren. Rufbereitschaft und Notdienst an Wochenenden und Feiertagen gehören in vielen Betrieben dazu, im Winter mit hoher Belastung. Der Zeitdruck ist real, weil die Tour eng geplant ist und jeder Auftrag länger dauern kann als kalkuliert. Dazu kommt die Papierarbeit, die abends im Fahrzeug oder am Tablet erledigt wird. Wer Konflikte schlecht erträgt, hat es schwer, denn Preisdiskussionen und Beschwerden landen beim Techniker, nicht im Büro. Führerschein Klasse B ist praktisch Pflicht.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Millionen Heizungsanlagen müssen gewartet werden, der Umbau auf Wärmepumpen und die Fachkräftelücke im Handwerk sorgen dafür, dass gute Servicetechniker sich den Arbeitgeber aussuchen können. Entwicklungswege führen über die Spezialisierung auf Wärmepumpen, Kälte- oder Regelungstechnik, über den Servicetechniker mit eigenem Gebiet, zum Kundendienstleiter oder Serviceberater. Mit der Meisterprüfung ist die Betriebsleitung oder ein eigener Betrieb möglich, alternativ die Weiterbildung zum Techniker oder ein Wechsel in den technischen Außendienst eines Herstellers.