Was macht ein Servicetechniker HKLS?
Der Arbeitstag beginnt meist am Firmensitz oder direkt zu Hause am Servicefahrzeug. Auf dem Tourenplan stehen fünf bis acht Einsätze: eine Jahreswartung an einer Gastherme, eine Störungsmeldung bei einer Wärmepumpe, ein tropfender Warmwasserspeicher, die Prüfung einer Lüftungsanlage in einem Bürogebäude. Bei der Wartung werden Brenner gereinigt, Abgaswerte gemessen, Anlagendrücke geprüft, Filter getauscht, Sicherheitsventile kontrolliert und Regelungsparameter angepasst. Bei Störungen kommt die Fehlersuche dazu: Fehlercodes auslesen, Messwerte an Fühlern prüfen, Hydraulik und Elektrik systematisch eingrenzen, entscheiden, ob ein Ersatzteil sofort verbaut werden kann oder bestellt werden muss.
Dazu gehört die Arbeit mit Kunden. Servicetechniker erklären, warum die Heizung ausgefallen ist, was eine Reparatur kostet und ob sich der Austausch eines zwanzig Jahre alten Kessels lohnt. Jeder Einsatz wird dokumentiert, meist digital auf dem Tablet, inklusive Messprotokoll, Materialverbrauch und Arbeitszeit.
Wie wird man Servicetechniker HKLS?
Üblicher Weg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Der Einsatz im Kundendienst folgt meist erst nach einigen Jahren Montageerfahrung, weil man allein beim Kunden steht und Entscheidungen selbst treffen muss. Hersteller von Heizgeräten und Wärmepumpen schulen ihre Servicepartner auf einzelne Gerätereihen; diese Zertifikate sind für die Arbeit wichtiger als jeder Zusatztitel. Quereinstieg gelingt aus verwandten Metall- und Elektroberufen, etwa als Mechatroniker für Kältetechnik oder Elektroniker, wenn die fehlenden Fachkenntnisse nachgeholt werden. Wer an Kältemittelkreisläufen arbeitet, braucht den Sachkundenachweis nach der Kälte-Klima-Verordnung, für Gasanlagen eine entsprechende Fachkundebescheinigung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet in Heizungskellern, auf Dächern, in engen Schächten und Technikzentralen statt. Knien, Bücken, Arbeiten über Kopf und das Tragen von Werkzeug und Ersatzteilen gehören dazu. Ruß, Öl, Staub und schlecht zugängliche Anlagen sind Alltag. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit ist Fahrzeit, in Ballungsräumen oft im Stau. Die meisten Betriebe verlangen Rufbereitschaft an Wochenenden und in der Heizperiode; ein Heizungsausfall im Januar wird nicht auf Montag vertagt. Kunden sind nicht immer freundlich, besonders wenn es kalt ist und ein Ersatzteil fehlt.
Gleichzeitig wird die Technik anspruchsvoller. Wärmepumpen, Hybridsysteme, Regelungstechnik und Fernwartung verlangen elektrotechnisches Verständnis und die Bereitschaft, ständig neue Geräte zu lernen. Wer nur schrauben will, ist im Kundendienst falsch.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Der Bestand an Heizungsanlagen muss gewartet werden, der Umbau auf Wärmepumpen und die Nachrüstung von Lüftung mit Wärmerückgewinnung schaffen zusätzliche Arbeit. Betriebe finden kaum Personal, was die Verhandlungsposition erfahrener Techniker verbessert, aber auch die Arbeitsbelastung erhöht. Entwicklungswege führen über den Servicemeister oder Kundendiensleiter, den staatlich geprüften Techniker der Versorgungstechnik, in den technischen Innendienst oder Vertrieb eines Herstellers. Auch die Selbstständigkeit mit einem eigenen Servicebetrieb ist nach der Meisterprüfung realistisch.