Angestellte:r Kundenbetreuer im Vertrieb
Kundenbetreuer im Vertrieb halten den Kontakt zu Bestandskunden, erstellen Angebote und bearbeiten Aufträge. Sie arbeiten meist im Innendienst und sind die feste Ansprechperson zwischen Kunde, Außendienst und Technik.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Angestellte:r Kundenbetreuer im Vertrieb verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.800 € | 3.300 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.200 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.400 € | 5.500 € | 52.800 € |
Am stärksten hängt das Gehalt von Branche und Tarifbindung ab: in der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie liegen tarifgebundene Innendienststellen deutlich über denen im nicht tarifgebundenen Großhandel oder bei kleinen Dienstleistern. Viele Stellen enthalten einen variablen Anteil von etwa fünf bis zwanzig Prozent, der an Umsatz- oder Zielvorgaben hängt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kundenbetreuer im Vertrieb?
Der Arbeitstag beginnt in der Regel mit dem Postfach und der Telefonanlage. Kunden fragen Preise an, wollen Liefertermine wissen, melden falsche Mengen oder brauchen ein Ersatzteil. Kundenbetreuer im Vertrieb nehmen diese Anliegen auf, prüfen sie im ERP-System, erstellen Angebote, wandeln sie in Aufträge um und verfolgen, ob geliefert und fakturiert wurde. Dazu kommen Preispflege, Rahmenverträge, Reklamationen und die Abstimmung mit Lager, Produktion, Einkauf und Buchhaltung.
Ein zweiter Teil der Arbeit ist aktiv: Bestandskunden werden angerufen, wenn ein Vertrag ausläuft, ein Verbrauchsartikel nachbestellt werden müsste oder ein neues Produkt passt. Manche Stellen enthalten echte Neukundenansprache am Telefon, andere fast nur Betreuung. Wer im Innendienst für Außendienstkollegen arbeitet, bereitet Besuche vor, pflegt das CRM und übernimmt die Kunden, die kein Vertreterbesuch mehr rechtfertigt.
Wie wird man Kundenbetreuer im Vertrieb?
Der klassische Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufmann, Kaufmann für Büromanagement oder Kaufmann im Einzelhandel mit anschließendem Wechsel in den Innendienst. Ein Studium ist nicht erforderlich, in erklärungsbedürftigen technischen Branchen sind aber Techniker oder Wirtschaftsingenieure gern gesehen. Quereinstieg ist verbreitet: Wer aus dem Einzelhandel, aus der Hotellerie, aus einem Callcenter oder aus einer Handwerksberufsausbildung kommt und Produktverständnis mitbringt, wird eingearbeitet. Entscheidend ist meist die Kombination aus sicherem Auftreten am Telefon und Sorgfalt bei Zahlen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist selten hektisch im Sinne von körperlicher Belastung, aber sie ist ständig unterbrochen. Wer sich am Telefon nicht schnell auf einen anderen Kunden umschalten kann, kommt schlecht durch den Tag. Reklamationen und Preisdiskussionen laufen oft unfreundlich, teilweise persönlich verletzend, und der Betreuer trägt einen Fehler aus, den er nicht verursacht hat. Zum Quartals- und Jahresende steigt der Druck, weil Zahlen erreicht werden sollen; bei variabler Vergütung hängt daran ein Teil des Einkommens.
Die Arbeitszeiten sind in der Regel planbar, üblich sind Kernzeiten zwischen acht und siebzehn Uhr, Gleitzeit ist verbreitet, Homeoffice teilweise möglich. Belastend ist eher die Bildschirmarbeit über Jahre und die Abhängigkeit von Systemen, die nicht immer gut funktionieren. Fremdsprachen, meist Englisch, werden im Exportgeschäft täglich gebraucht.
Aussichten
Kundenbetreuer werden branchenübergreifend gesucht, von Industriezulieferern über Großhandel und Versicherungen bis zu Softwarehäusern. Einfache Bestellabwicklung wird zunehmend automatisiert, Webshops und Kundenportale nehmen Routineaufträge ab. Was bleibt, ist der Teil, der Beratung, Verhandlung und Problemlösung verlangt, und der wird eher aufwendiger. Wer sich fachlich vertieft, geht in den Key-Account-Bereich, in den Außendienst oder in die Teamleitung Innendienst. Weiterbildungen wie Fachwirt für Vertrieb oder Betriebswirt öffnen Wege in Vertriebssteuerung und Produktmanagement. Ohne Bereitschaft, sich in Produkte und Systeme einzuarbeiten, bleibt der Beruf reine Sachbearbeitung mit entsprechendem Gehalt.
Aufgaben
- Kundenanfragen per Telefon und E-Mail beantworten
- Angebote kalkulieren, erstellen und nachverfolgen
- Aufträge im ERP-System anlegen und Liefertermine überwachen
- Reklamationen aufnehmen und mit Lager, Technik oder Produktion klären
- Bestandskunden aktiv ansprechen und Nachbestellungen auslösen
- Kundendaten, Preise und Konditionen im CRM pflegen
- Außendienst mit Auswertungen und Besuchsvorbereitung unterstützen
- Umsatz- und Absatzzahlen für das eigene Kundengebiet auswerten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Berufserfahrung
- Sicheres, freundliches Auftreten am Telefon auch bei Beschwerden
- Sorgfalt bei Preisen, Mengen und Terminen
- Kenntnisse in ERP- und CRM-Systemen sowie Excel
- Englisch in Wort und Schrift bei internationalen Kunden
- Belastbarkeit bei vielen parallelen Vorgängen
Wo man arbeitet
- Industrie- und Zulieferbetriebe
- Groß- und Außenhandelsunternehmen
- Dienstleister und Softwarehäuser
- Versicherungen und Banken
- Handwerks- und Technikbetriebe mit eigenem Vertrieb
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im kaufmännischen Bereich, etwa als Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder als Industriekaufmann, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Danach folgt die Einarbeitung im Vertriebsinnendienst, die je nach Produktkomplexität mehrere Monate dauert. Quereinsteiger mit Vertriebs- oder Serviceerfahrung werden häufig direkt eingestellt und intern geschult.
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