Was macht ein Zimmermädchen?
Zimmermädchen – die männliche Bezeichnung lautet Zimmerbursche oder Roomboy, im Betrieb spricht man meist vom Housekeeping – bringen Gästezimmer in den Zustand, in dem ein Hotel sie vermieten kann. Ein Arbeitstag beginnt mit der Zimmerliste: Welche Zimmer sind abgereist, welche bleiben belegt, wo ist eine frühe Anreise angekündigt. Bei Abreisezimmern wird komplett gewechselt, bei Bleibezimmern wird aufgeräumt, das Bad gereinigt und Handtücher getauscht.
Zur Arbeit gehören Betten abziehen und frisch beziehen, staubsaugen, Böden wischen, Spiegel und Glasflächen streifenfrei putzen, Waschbecken, WC und Dusche reinigen und desinfizieren, Kosmetikartikel, Kaffee und Minibar auffüllen, Müll entsorgen, Möbel abstauben und die Zimmerausstattung auf Vollständigkeit prüfen. Gefundene Gegenstände gehen ins Fundbüro, Schäden und defekte Lampen werden an die Haustechnik gemeldet. Je nach Kategorie des Hauses sind zwischen zwölf und zwanzig Zimmer pro Schicht üblich, für ein Abreisezimmer bleiben oft nur zwanzig bis dreißig Minuten. Dazu kommen öffentliche Bereiche, Flure, Aufzüge und das Sortieren der Schmutzwäsche.
Wie wird man Zimmermädchen?
Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. In den Beruf kommt man durch Einarbeitung im Betrieb, die je nach Haus wenige Tage bis zwei Wochen dauert. Verlangt werden meist kein bestimmter Schulabschluss, aber Zuverlässigkeit und ausreichende Deutschkenntnisse, um Anweisungen zu verstehen; in vielen Häusern arbeiten Teams mit hohem Anteil an Beschäftigten mit Migrationsgeschichte, teils genügt auch Englisch.
Wer den Bereich als Laufbahn versteht, kann die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Gastgewerbe oder zur Hotelfachfrau anschließen. Für die Leitung der Etage gibt es die Weiterbildung zur Hausdame beziehungsweise zum Executive Housekeeper, häufig über Lehrgänge der Branchenverbände. Auch der Wechsel in die Gebäudereinigung mit anerkannter Ausbildung ist ein Weg.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich hart. Bücken, Knien, Heben von Matratzen, Schieben des Wagens, ständiges Stehen – Rücken, Knie und Schultern werden dauerhaft belastet. Der Kontakt mit Reinigungsmitteln kann Haut und Atemwege reizen. Der Zeitdruck ist real: Die Zimmervorgaben sind eng kalkuliert, unbezahlte Mehrarbeit kommt in der Branche vor und ist ein bekanntes Problem.
Gearbeitet wird meist vormittags, oft an Wochenenden und Feiertagen, in Saisonbetrieben mit starken Schwankungen zwischen Hochbetrieb und Kurzarbeit. Viele Stellen sind Teilzeit oder geringfügig, manche über Fremdfirmen vergeben, die nach Zimmerzahl statt nach Stunden abrechnen – hier lohnt ein genauer Blick auf den Vertrag. Wer schnell und gründlich zugleich sein kann, Diskretion wahrt und ohne Aufsicht arbeitet, ist in diesem Beruf gut aufgehoben.
Aussichten
Der Bedarf ist hoch und stabil, Hotels finden für diese Stellen dauerhaft schwer Personal. Wer zuverlässig ist, findet fast überall Arbeit, besonders in Städten mit Tourismus und Messebetrieb sowie in Ferienregionen. Die Bezahlung bleibt allerdings am unteren Ende, spürbar mehr verdient man erst als Vorarbeiterin einer Etage oder als Hausdame mit Verantwortung für Dienstpläne, Materialbestellung und Qualitätskontrolle. Der Sprung dorthin gelingt in größeren Häusern und Ketten am ehesten.