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Bildung & Soziales

Werkstudierende Sozialarbeit/-pädagogik im Bereich stationäre Wohngruppen

Werkstudierende der Sozialarbeit oder Sozialpädagogik unterstützen das Team einer stationären Wohngruppe im Alltag mit Kindern, Jugendlichen oder erwachsenen Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Tätigkeit läuft studienbegleitend, meist an Wochenenden, Abenden und in den Semesterferien.

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Gehalt

Was man als Werkstudierende Sozialarbeit/-pädagogik im Bereich stationäre Wohngruppen verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.000 € 2.250 € 2.500 € 27.000 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.700 € 3.000 € 32.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €

Die Werte sind auf Vollzeit hochgerechnet; tatsächlich wird meist stundenweise abgerechnet, üblich sind etwa 13 bis 17 Euro pro Stunde zuzüglich Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste. Bei Trägern mit Tarifbindung nach TVöD-SuE oder AVR Caritas/Diakonie liegt die Vergütung erkennbar höher und planbarer als bei kleinen privaten Trägern; die Werte für langjährige Tätigkeit beziehen sich auf die Zeit nach dem Abschluss als Fachkraft.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Werkstudierende in stationären Wohngruppen?

Stationäre Wohngruppen sind Orte, an denen Menschen dauerhaft leben: Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Familien wohnen können, Menschen mit Behinderung, Menschen in psychischen Krisen. Werkstudierende arbeiten dort im laufenden Gruppenalltag mit. Sie kochen mit, begleiten Hausaufgaben, fahren zu Arztterminen, sind bei Konflikten in der Küche dabei und übernehmen Nachtbereitschaften oder Wochenenddienste. Vieles davon ist unspektakulär und wiederholt sich: Wäsche, Einkäufe, Weckdienst, Abendrunde. Genau in diesen Situationen entsteht der Kontakt, auf dem pädagogische Arbeit aufbaut.

Dazu gehört Dokumentation. Besondere Vorfälle, Beobachtungen, Gespräche werden schriftlich festgehalten, weil Jugendämter, Ärzte und Kolleginnen im Folgedienst darauf zugreifen. Werkstudierende arbeiten nicht eigenverantwortlich in der Fallführung, sondern im Rahmen dessen, was die Fachkraft der Gruppe vorgibt. Übergaben und Teamsitzungen strukturieren die Schicht.

Wie wird man Werkstudierende in stationären Wohngruppen?

Voraussetzung ist ein laufendes Studium der Sozialen Arbeit, Sozialpädagogik, Heilpädagogik, Erziehungswissenschaft oder Psychologie. Viele Träger nehmen Studierende schon ab dem ersten oder zweiten Semester, teils auch aus verwandten Fächern. Ein erweitertes Führungszeugnis ist Pflicht, ebenso in der Regel eine Belehrung nach Infektionsschutzgesetz. Der Führerschein wird häufig verlangt, weil Dienstfahrten zum Alltag gehören. Der Einstieg gelingt oft über ein Praktikum in derselben Einrichtung, über ein freiwilliges soziales Jahr oder über Nachtbereitschaften, für die Träger fast immer Leute suchen.

Der Werkstudentenstatus erlaubt während des Semesters bis zu zwanzig Stunden pro Woche, in den Ferien mehr. Wer dauerhaft darüber liegt, verliert die Vergünstigung bei der Sozialversicherung.

Was der Beruf verlangt

Die Dienstplangestaltung passt selten gut zu Vorlesungszeiten. Wochenenddienste, Spätschichten und Nachtbereitschaften sind die Regel, weil Wohngruppen rund um die Uhr besetzt sein müssen. Wer Prüfungsphasen und Schichtplan unter einen Hut bringen will, muss früh und deutlich verhandeln.

Inhaltlich ist die Arbeit belastend. Werkstudierende begegnen Gewalterfahrungen, Selbstverletzung, Suchtproblemen, Bewohnern, die Nähe testen oder ablehnen. Verbale Angriffe kommen vor, körperliche Eskalationen sind möglich. Der Personalmangel in der stationären Jugendhilfe führt dazu, dass Studierende manchmal mehr Verantwortung tragen, als ihrer Qualifikation entspricht. Wer merkt, dass eine Schicht die eigenen Grenzen übersteigt, sollte das benennen können; eine funktionierende Anleitung und Supervision sind entscheidend und nicht überall selbstverständlich.

Gleichzeitig ist es die realistischste Vorbereitung auf den Beruf, die ein Studium bieten kann. Theorie zu Bindung, Traumapädagogik oder Kinderschutz bekommt hier ein Gesicht.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Träger der Jugend- und Behindertenhilfe suchen dauerhaft nach Personal, gerade für Rand- und Nachtzeiten. Wer sich als Werkstudierende bewährt, hat nach dem Abschluss in derselben Einrichtung meist eine Stelle sicher, oft mit übernommener Kenntnis der Gruppe und der Fälle. Nach dem Bachelor führt der Weg in die Gruppenleitung, in ambulante Familienhilfe, in den Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamts oder in Beratungsstellen. Weiterbildungen in systemischer Beratung oder Traumapädagogik erhöhen die Auswahl. Die Fluktuation im stationären Bereich ist hoch, was Einstiege erleichtert und über die Arbeitsbedingungen etwas aussagt.

Aufgaben

  • Begleitung des Gruppenalltags von Aufstehen bis Zubettgehen
  • Unterstützung bei Hausaufgaben, Behördenpost und Arztterminen
  • Freizeitangebote planen und durchführen, Ausflüge begleiten
  • Nachtbereitschaften und Wochenenddienste übernehmen
  • Beobachtungen und besondere Vorfälle dokumentieren
  • Mitwirkung an Teamsitzungen und Dienstübergaben
  • Deeskalation in Konflikten unter Anleitung der Fachkraft

Voraussetzungen

  • Immatrikulation in Sozialer Arbeit, Sozialpädagogik oder einem verwandten Fach
  • Erweitertes Führungszeugnis ohne Eintragungen
  • Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Nachtdiensten
  • Belastbarkeit im Umgang mit Krisen, Aggression und Nähe-Distanz-Fragen
  • Führerschein Klasse B in vielen Einrichtungen
  • Zuverlässigkeit und Fähigkeit, eigene Grenzen zu benennen

Wo man arbeitet

  • Stationäre Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe mit Wohnangebot
  • Inobhutnahmestellen und Kriseneinrichtungen
  • Sozialpsychiatrische Wohnheime
  • Internate und heilpädagogische Heime

Der Weg in den Beruf

Der Zugang erfolgt über ein laufendes Bachelorstudium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik, das je nach Hochschule sechs bis sieben Semester dauert. Die Werkstudententätigkeit läuft studienbegleitend mit bis zu zwanzig Stunden pro Woche und wird häufig mit Praktikums- oder Praxissemester verbunden. Nach dem Bachelor of Arts und der staatlichen Anerkennung ist die Übernahme als pädagogische Fachkraft möglich.

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47
Monatsbrutto
2.900 – 5.200 €

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25
Monatsbrutto
2.900 – 4.900 €

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