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IT & Software

Volljurist / Syndikusrechtsanwalt

Volljuristinnen und Syndikusrechtsanwälte beraten ein Unternehmen als angestellte Juristen von innen heraus – in IT- und Softwarefirmen vor allem zu Verträgen, Datenschutz, Lizenzen und IT-Recht. Sie prüfen Risiken, verhandeln mit Kunden und Lieferanten und begleiten Projekte rechtlich.

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Gehalt

Was man als Volljurist / Syndikusrechtsanwalt verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.500 € 5.800 € 7.500 € 69.600 €
Mit Berufserfahrung 6.500 € 8.500 € 11.000 € 102.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 12.000 € 18.000 € 144.000 €

Entscheidend sind Examensnoten, Unternehmensgröße und Branche: Konzerne und börsennotierte Technologieunternehmen zahlen deutlich mehr als Start-ups oder Mittelständler, oft mit variablem Anteil oder Aktienprogrammen. Einen Tarifvertrag gibt es in der Regel nicht; im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD oder TV-L und liegt niedriger.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Syndikusrechtsanwalt?

Die Arbeit besteht zu einem großen Teil aus Vertragsarbeit. In Software- und IT-Unternehmen sind das Software-Überlassungs- und Pflegeverträge, SaaS- und Cloud-Verträge, Projektverträge nach agilen Modellen, Auftragsverarbeitungsverträge, Lizenz- und Distributionsvereinbarungen sowie Rahmenverträge mit Großkunden und öffentlichen Auftraggebern. Entwürfe der Gegenseite werden geprüft, kommentiert, in Verhandlungen verteidigt oder abgeräumt. Dazu kommen Fragen des Datenschutzrechts, der Open-Source-Compliance, des Urheber- und Markenrechts, des Arbeitsrechts bei Einstellungen und Kündigungen sowie zunehmend regulatorische Themen wie NIS2, der AI Act oder Cyberresilienzvorgaben.

Ein zweiter Teil ist Beratung im laufenden Betrieb: Vertrieb, Produktentwicklung, Einkauf und Geschäftsführung stellen Fragen und brauchen eine Antwort, die im Zweifel heute noch trägt. Syndikusrechtsanwälte schreiben interne Richtlinien, schulen Mitarbeitende, steuern externe Kanzleien und begleiten Streitigkeiten, Betriebsprüfungen oder Behördenanfragen. Wer in einer größeren Rechtsabteilung arbeitet, hat ein Fachgebiet; in kleinen Unternehmen ist man für alles zuständig, was juristisch aussieht.

Wie wird man Syndikusrechtsanwalt?

Der Weg führt über das Studium der Rechtswissenschaft mit erster juristischer Prüfung, das zweijährige Referendariat und das zweite Staatsexamen. Erst damit ist man Volljurist. Für die Bezeichnung Syndikusrechtsanwalt ist zusätzlich die Zulassung durch die Rechtsanwaltskammer nötig; sie setzt eine anwaltlich geprägte Tätigkeit im Anstellungsverhältnis voraus und ermöglicht unter anderem die Mitgliedschaft im anwaltlichen Versorgungswerk. Ein Quereinstieg ohne zweites Staatsexamen ist nicht möglich, wohl aber ein Wechsel aus der Kanzlei ins Unternehmen, was der häufigste Weg ist. Für IT-Rechtsabteilungen helfen ein Fachanwaltstitel für IT-Recht, LL.M.-Abschlüsse, technisches Grundverständnis und gutes Englisch, weil Verträge und Konzernkommunikation oft englischsprachig sind.

Was der Beruf verlangt

Die Ausbildung ist lang und die Examina sind hart; die Noten entscheiden weiterhin über den Zugang zu den attraktiven Positionen. Im Unternehmen ist der Druck anders als in der Kanzlei: keine Stundenerfassung, aber Verantwortung für Entscheidungen, die sofort wirken. Deadlines im Vertrieb kollidieren regelmäßig mit dem Wunsch nach sorgfältiger Prüfung, und wer zu oft nur Bedenken formuliert, wird umgangen. Notwendig ist deshalb die Fähigkeit, Risiken zu gewichten und verständlich zu erklären, statt Gutachten zu schreiben.

Die Arbeitszeiten sind in der Regel planbarer als in Großkanzleien, in Verhandlungsphasen, bei Finanzierungsrunden oder Unternehmenskäufen aber auch lang. Rechtsgebiete im Technologieumfeld ändern sich schnell, laufende Fortbildung ist Pflicht. Homeoffice ist in dieser Branche weit verbreitet.

Aussichten

Die Nachfrage nach Juristen mit IT-, Datenschutz- und Vertragserfahrung ist stabil hoch, weil die Regulierung digitaler Produkte zunimmt und Unternehmen Beratung intern günstiger und schneller bekommen als über Kanzleien. Entwicklungswege führen über die Leitung eines Fachbereichs zur Leitung der Rechtsabteilung, zum General Counsel oder in Compliance- und Datenschutzfunktionen. Auch der Wechsel in eine Kanzlei, in Verbände oder in die Selbstständigkeit als Interim Counsel bleibt offen.

Aufgaben

  • Software-, SaaS- und Projektverträge entwerfen und prüfen
  • Vertragsverhandlungen mit Kunden, Partnern und Lieferanten führen
  • Datenschutz- und Auftragsverarbeitungsfragen beurteilen
  • Open-Source- und Lizenz-Compliance im Produkt sicherstellen
  • Fachbereiche und Geschäftsführung zu rechtlichen Risiken beraten
  • interne Richtlinien erstellen und Mitarbeitende schulen
  • externe Kanzleien beauftragen und steuern
  • Streitigkeiten, Behördenanfragen und Prüfungen begleiten

Voraussetzungen

  • beide juristischen Staatsexamen, also Befähigung zum Richteramt
  • Zulassung als Syndikusrechtsanwalt für die Berufsbezeichnung
  • sichere Kenntnisse im Vertrags-, IT- und Datenschutzrecht
  • verhandlungssicheres Englisch, meist auch für Vertragsentwürfe
  • Verständnis für technische Abläufe in der Softwareentwicklung
  • Fähigkeit, komplexe Sachverhalte kurz und entscheidungsreif darzustellen
  • Belastbarkeit bei parallelen Verhandlungen und knappen Fristen

Wo man arbeitet

  • Softwarehäuser und SaaS-Anbieter
  • IT-Dienstleister und Systemhäuser
  • Rechtsabteilungen von Konzernen mit Technologiebezug
  • Start-ups im digitalen Bereich
  • Wirtschaftskanzleien mit IT-Rechtsschwerpunkt

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Studium der Rechtswissenschaft von etwa vier bis fünf Jahren mit erster juristischer Prüfung, anschließend zwei Jahre Referendariat und das zweite Staatsexamen. Für die Tätigkeit als Syndikusrechtsanwalt folgt die Zulassung durch die Rechtsanwaltskammer. Viele beginnen zunächst in einer Kanzlei und wechseln nach zwei bis fünf Jahren in ein Unternehmen.

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