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Recht & Beratung

Volljurist

Volljuristen haben Jura studiert und beide Staatsexamen abgelegt. Sie beraten, vertreten und entscheiden in Rechtsfragen – in Kanzleien, Unternehmen, Behörden, Gerichten oder Verbänden.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Volljurist verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.500 € 5.000 € 9.000 € 60.000 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 7.000 € 13.000 € 84.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 9.500 € 20.000 € 114.000 €

Kaum ein Berufsfeld spreizt so stark: Im öffentlichen Dienst und in der Justiz gelten Tarif und Besoldung (TVöD/TV-L Entgeltgruppe 13 bis 15, Richter nach R 1), in kleinen Kanzleien liegen die Einstiegsgehälter teils darunter, während internationale Großkanzleien Berufsanfängern mit Prädikatsexamen ein Mehrfaches zahlen. Examensnote, Kanzleigröße und Branche bestimmen das Gehalt stärker als die Berufserfahrung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Volljurist?

Volljurist ist keine Berufsbezeichnung für eine einzelne Tätigkeit, sondern eine Qualifikation: Wer das erste und zweite juristische Staatsexamen bestanden hat, besitzt die sogenannte Befähigung zum Richteramt und darf damit als Rechtsanwalt, Richter, Staatsanwalt, Notar oder im höheren Verwaltungsdienst arbeiten. Der Alltag hängt vom Einsatzfeld ab. In der Anwaltschaft heißt er: Sachverhalte aufnehmen, Akten und Verträge prüfen, Schriftsätze verfassen, Fristen im Blick behalten, Mandanten am Telefon beruhigen, vor Gericht auftreten. In Unternehmen prüfen Volljuristen Lieferverträge, verhandeln Klauseln mit der Gegenseite, beantworten Fragen aus Einkauf, Vertrieb oder Personalabteilung und begleiten Kündigungen, Datenschutzvorfälle oder Compliance-Prüfungen. In Behörden schreiben sie Bescheide, entwerfen Verordnungen und vertreten das Haus in Verwaltungsprozessen. Gemeinsam ist allen Feldern das Handwerk: einen Lebenssachverhalt ordnen, die passenden Normen finden, Rechtsprechung auswerten, ein Ergebnis begründen und es so aufschreiben, dass Laien es nachvollziehen können.

Wie wird man Volljurist?

Der Weg ist lang und gesetzlich vorgegeben. Zuerst das Studium der Rechtswissenschaft an einer Universität, in der Regel neun bis elf Semester, abgeschlossen mit der ersten juristischen Prüfung, die überwiegend als staatliches Examen abgenommen wird. Danach folgt das Referendariat, meist zwei Jahre, mit Stationen in Zivil- und Strafgerichtsbarkeit, Verwaltung und Anwaltschaft, begleitet von Arbeitsgemeinschaften. Am Ende steht das zweite Staatsexamen aus schriftlichen Klausuren und einer mündlichen Prüfung. Erst damit ist man Volljurist. Ein Quereinstieg existiert nicht: Ohne beide Examen bleibt der Titel verschlossen. Wer Jura mit Bachelor oder LL.M. abschließt, arbeitet als Wirtschaftsjurist, aber nicht als Anwalt oder Richter. Die Examensnote bestimmt in diesem Beruf mehr als in fast jedem anderen, welche Türen offenstehen; für Justiz und Großkanzleien wird das Prädikatsexamen erwartet.

Was der Beruf verlangt

Die Ausbildung ist eine Selektion. Ein erheblicher Teil der Studierenden bricht ab oder scheitert im Examen, und die Vorbereitung auf die Klausuren dauert Monate mit sechs Arbeitstagen pro Woche. Im Beruf selbst schwankt die Belastung stark. Wirtschaftskanzleien verlangen lange Abende, Wochenendarbeit und abrechenbare Stundenziele; die Bezahlung ist hoch, die Fluktuation ebenfalls. Justiz und Verwaltung bieten geregelte Zeiten, dafür hohe Fallzahlen und wenig Zeit pro Akte. Wer prozessiert, trägt Verantwortung für fremde Existenzen und muss Niederlagen aushalten. Ständiges Lesen und Schreiben am Bildschirm, Termindruck durch Fristen, gelegentlich unangenehme Mandanten oder emotional belastende Sachverhalte gehören dazu. Wer nicht präzise formulieren mag, wird unglücklich.

Aussichten

Juristen werden weiterhin gesucht, allerdings gespalten: In Unternehmensrechtsabteilungen, im öffentlichen Dienst und in der Justiz gibt es offene Stellen, weil geburtenstarke Jahrgänge in Rente gehen. In der Anwaltschaft ist der Markt für Berufsanfänger ohne gute Noten eng, während Fachgebiete wie Arbeitsrecht, Vergaberecht, Datenschutz, Energie- und Medizinrecht Fachkräfte kaum finden. Entwicklungswege führen über Fachanwaltstitel, Partnerschaft in einer Kanzlei, Leitung einer Rechtsabteilung, Beförderung in der Justiz oder Wechsel in Verbände, Aufsichtsbehörden und Politik. Automatisierung nimmt einfache Prüfarbeiten ab, ersetzt aber die Verantwortung für die Entscheidung nicht.

Aufgaben

  • Sachverhalte erfassen und rechtlich einordnen
  • Verträge, Bescheide und Schriftsätze entwerfen und prüfen
  • Gesetze, Kommentare und Rechtsprechung recherchieren
  • Mandanten, Fachabteilungen oder Behördenleitung beraten
  • Verhandlungen führen und Vergleiche aushandeln
  • Termine vor Gericht wahrnehmen und Fristen überwachen
  • Gutachten und Stellungnahmen schreiben
  • interne Schulungen zu Rechtsänderungen halten

Voraussetzungen

  • erste juristische Prüfung und zweites Staatsexamen
  • für Justiz und Großkanzleien in der Regel Prädikatsexamen
  • sehr präzise schriftliche Ausdrucksfähigkeit
  • analytisches Denken und Ausdauer bei langen Texten
  • Belastbarkeit unter Fristendruck
  • Englisch für internationale Mandate und Vertragsarbeit
  • Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei anwaltlicher Tätigkeit

Wo man arbeitet

  • Rechtsanwalts- und Wirtschaftskanzleien
  • Rechtsabteilungen von Unternehmen
  • Gerichte und Staatsanwaltschaften
  • Ministerien, Kommunal- und Aufsichtsbehörden
  • Verbände, Kammern und Gewerkschaften
  • Versicherungen und Banken

Der Weg in den Beruf

Auf das Studium der Rechtswissenschaft von etwa neun bis elf Semestern folgt die erste juristische Prüfung. Danach schließt sich das zweijährige Referendariat mit Stationen bei Gericht, Verwaltung und Anwaltschaft an, das mit dem zweiten Staatsexamen endet. Insgesamt dauert der Weg meist sieben bis neun Jahre.

Offene Stellen als Volljurist

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