Vertriebspersönlichkeit im Apotheken- und Ärzte-Außendienst
Pharmareferentinnen und Pharmaberater besuchen Apotheken und Arztpraxen, stellen dort Arzneimittel und Gesundheitsprodukte vor und betreuen ein festes Gebiet. Der Beruf verbindet medizinisches Fachwissen mit Verkauf und viel Zeit im Auto.
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Was man als Vertriebspersönlichkeit im Apotheken- und Ärzte-Außendienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.400 € | 4.000 € | 4.700 € | 48.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.300 € | 5.200 € | 6.300 € | 62.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.500 € | 6.800 € | 9.000 € | 81.600 € |
Ein Tarifvertrag greift meist nur bei großen Herstellern der chemischen Industrie, sonst wird frei verhandelt. Entscheidend sind Indikationsgebiet und Arbeitgebertyp: Spezialpräparate bei forschenden Konzernen zahlen deutlich besser als OTC-Linien bei Vertriebsdienstleistern, dazu kommen variable Anteile von zehn bis dreißig Prozent und in der Regel ein privat nutzbarer Dienstwagen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Vertriebspersönlichkeit im Apotheken- und Ärzte-Außendienst?
Der Arbeitstag besteht aus Gesprächen: mit Ärztinnen zwischen zwei Sprechstunden, mit Apothekenleitern zwischen Kundenkontakten, mit medizinischen Fachangestellten am Tresen. Vorgestellt werden verschreibungspflichtige Arzneimittel, apothekenexklusive Produkte oder Medizinprodukte. Dabei geht es um Wirkmechanismen, Studienlage, Nebenwirkungen, Erstattungsfähigkeit und im Apothekenkanal auch um Einkaufskonditionen, Platzierung im Regal und Schulung des Personals.
Ein Gebiet umfasst je nach Produkt und Zielgruppe mehrere Landkreise. Die Tourenplanung macht man selbst: Termine vereinbaren, Fahrtwege bündeln, Besuchsfrequenzen einhalten. Nach jedem Gespräch wird dokumentiert, welche Themen besprochen wurden und welche Muster abgegeben wurden – im verschreibungspflichtigen Bereich ist das gesetzlich vorgeschrieben. Dazu kommen Fortbildungsveranstaltungen, Ärztestammtische, Kongressstände und regelmäßige Produktschulungen beim Arbeitgeber, oft an Wochenenden oder Abenden.
Wie wird man Vertriebspersönlichkeit im Apotheken- und Ärzte-Außendienst?
Für den Kontakt zu Ärzten und Apotheken mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln verlangt das Arzneimittelgesetz einen Sachkenntnisnachweis nach Paragraf 75. Den erbringt, wer ein naturwissenschaftliches oder medizinisches Studium abgeschlossen hat – Pharmazie, Biologie, Chemie, Medizin, Ernährungswissenschaften – oder eine geprüfte Weiterbildung zum Pharmareferenten absolviert hat. Diese Weiterbildung dauert je nach Anbieter etwa ein Jahr in Vollzeit oder bis zu zwei Jahre berufsbegleitend und endet mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer.
Quereinstiege gelingen häufig aus Apothekenberufen, aus der Pflege, aus dem medizinisch-technischen Bereich oder aus anderen Außendienstfeldern. Wer bereits vertrieblich erfahren ist, holt die Sachkenntnis nach; wer aus dem Gesundheitswesen kommt, muss Verkaufstechnik, Einwandbehandlung und Zielorientierung lernen. Für reine OTC- und Kosmetiklinien in Apotheken ist der Nachweis nicht in jedem Fall nötig, dort zählt Verkaufserfahrung mehr.
Was der Beruf verlangt
Die Fahrleistung ist hoch, dreißigtausend bis fünfzigtausend Kilometer im Jahr sind normal. Übernachtungen unterwegs gehören dazu, bei großen Gebieten mehrere pro Woche. Das Homeoffice ist Büro und Lager zugleich. Wer Familie hat, muss die Reisetage abstimmen.
inhaltlich ist der Zugang zu Ärzten schwierig geworden. Viele Praxen begrenzen Besuche, Terminabsagen sind alltäglich, Wartezeiten im Flur ebenfalls. Gesprächsfenster von fünf Minuten sind eher Regel als Ausnahme. Dazu kommt der Zieldruck: Verordnungszahlen und Absatzdaten werden monatlich ausgewertet, ein variabler Gehaltsanteil hängt daran. Der Handlungsspielraum ist rechtlich eng, das Heilmittelwerbegesetz und interne Compliance-Regeln bestimmen genau, was gesagt und gegeben werden darf. Ablehnung auszuhalten, ohne den nächsten Besuch schlechter zu machen, ist die eigentliche Kernkompetenz.
Aussichten
Die Zahl klassischer Außendienststellen ist über die Jahre gesunken, digitale Kanäle und Telefonberatung ersetzen einen Teil der Besuche. Gefragt bleiben Spezialisten für erklärungsbedürftige Präparate in Onkologie, Neurologie, Diabetologie oder Biotechnologie – hier reicht Verkaufstalent allein nicht, es braucht wissenschaftliche Tiefe. Entwicklungswege führen zum Key Account Management mit Kliniken und Einkaufsverbünden, in die Regionalleitung mit Teamverantwortung, ins Produktmanagement oder in die medizinisch-wissenschaftliche Beratung. Der Wechsel zwischen Herstellern ist üblich und meist der schnellste Weg zu besserer Bezahlung.
Aufgaben
- Ärztinnen und Ärzte in Praxen und Kliniken über Arzneimittel informieren
- Apotheken besuchen, Sortimente vorstellen und Konditionen verhandeln
- Besuchsberichte und Musterabgaben im CRM-System dokumentieren
- Touren und Termine für das eigene Gebiet eigenständig planen
- Apothekenteams zu Produkten und Beratungsargumenten schulen
- Fortbildungsveranstaltungen und Kongressstände betreuen
- Umsatz- und Verordnungsdaten des Gebiets auswerten
- Marktbeobachtung zu Wettbewerbspräparaten an die Zentrale melden
Voraussetzungen
- Sachkenntnisnachweis nach Paragraf 75 Arzneimittelgesetz oder ein anerkanntes naturwissenschaftliches Studium
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu hoher Fahrleistung
- sicheres Auftreten gegenüber Ärztinnen, Apothekern und Einkäufern
- Fähigkeit, medizinische Studien zu lesen und verständlich wiederzugeben
- Selbstorganisation im Homeoffice ohne tägliche Führung
- Belastbarkeit gegenüber Zielvorgaben und häufiger Ablehnung
- Reisebereitschaft mit Übernachtungen
Wo man arbeitet
- Pharmaunternehmen und Generikahersteller
- Hersteller von Medizinprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln
- Vertriebsdienstleister und Contract-Sales-Organisationen
- Arztpraxen und Kliniken als Besuchsorte
- Apotheken und Apothekenkooperationen
- eigenes Homeoffice als Basis
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein naturwissenschaftliches oder medizinisches Studium, das die Sachkenntnis nach Paragraf 75 Arzneimittelgesetz automatisch erfüllt. Alternativ führt die Weiterbildung zum geprüften Pharmareferenten in etwa einem Jahr Vollzeit oder bis zu zwei Jahren berufsbegleitend zu einem IHK-Abschluss. Danach folgen mehrwöchige Produkt- und Verkaufsschulungen beim Arbeitgeber.
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