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Vertrieb & Kundenservice

Vertriebsmitarbeiter D2D

Vertriebsmitarbeiter im D2D-Vertrieb (Door-to-Door) sprechen Menschen direkt an der Haustür an und verkaufen Produkte oder Verträge, häufig Glasfaseranschlüsse, Strom- und Gastarife, Mobilfunk oder Abonnements. Der Verdienst hängt meist stark von Provisionen ab.

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Gehalt

Was man als Vertriebsmitarbeiter D2D verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 1.800 € 2.400 € 3.500 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 3.400 € 5.500 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 4.500 € 8.000 € 54.000 €

Ein Tarifvertrag existiert in diesem Bereich praktisch nicht. Entscheidend ist das Vergütungsmodell: Bei Festanstellung mit niedrigem Grundgehalt plus Provision liegt der Verdienst nahe am Median, bei reiner Provision als selbstständiger Handelsvertreter schwankt er stark und kann in schwachen Monaten unter den Mindestlohn fallen, in Spitzenmonaten deutlich über den Höchstwert steigen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vertriebsmitarbeiter D2D?

D2D steht für Door-to-Door, also Verkauf an der Wohnungstür. Vertriebsmitarbeiter arbeiten ein zugewiesenes Gebiet ab, klingeln an Häusern und Wohnungen und sprechen die Bewohner auf ein Produkt an. Typisch sind Glasfaser-Vorverträge im Rahmen von Ausbaugebieten, Strom- und Gastarife, Mobilfunk- und Kabelverträge, Zeitungsabonnements oder Fördermitgliedschaften für Hilfsorganisationen.

Der Ablauf ist immer ähnlich: Kontakt herstellen, in wenigen Sätzen den Nutzen erklären, Bedarf abfragen, Einwände beantworten, Vertrag abschließen. Abgeschlossen wird heute meist digital auf dem Tablet, mit Ausweisdaten, Bankverbindung und Unterschrift auf dem Display. Dazu kommt die Dokumentation: Wer war nicht da, wer will einen Termin, wer möchte nie wieder angesprochen werden. Vor dem Einsatz stehen Teambesprechung und Gebietsaufteilung, danach die Abrechnung der Aufträge.

Gearbeitet wird dann, wenn Menschen zu Hause sind, also überwiegend nachmittags und abends sowie an Samstagen. Wer für einen überregional tätigen Dienstleister arbeitet, ist häufig wochenweise in wechselnden Städten unterwegs und im Hotel untergebracht.

Wie wird man Vertriebsmitarbeiter D2D?

Es gibt keine geregelte Ausbildung für diese Tätigkeit und in der Regel keine formalen Zugangsvoraussetzungen. Eingestellt wird nach Auftreten und Sprachvermögen, nicht nach Zeugnissen. Viele Anbieter schulen neue Mitarbeiter in wenigen Tagen: Produktwissen, Gesprächsleitfaden, rechtliche Pflichten wie Widerrufsbelehrung und Datenschutz. Danach begleitet ein erfahrener Kollege die ersten Einsätze.

Der Quereinstieg ist der Normalfall. Häufig kommen Menschen aus Gastronomie, Einzelhandel oder Callcenter. Wichtig ist die Vertragsform: Ein Teil der Stellen sind Anstellungen mit Grundgehalt, ein großer Teil sind selbstständige Handelsvertretungen nach Paragraf 84 HGB, bei denen kein Grundgehalt, kein Urlaubsanspruch und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bestehen. Wer langfristig im Vertrieb bleiben will, kann eine kaufmännische Ausbildung nachholen oder sich zum Fachwirt für Vertrieb weiterbilden.

Was der Beruf verlangt

Die größte Belastung ist die Ablehnung. Auf einen Abschluss kommen viele Türen, die zugehen, und gelegentlich unfreundliche oder aggressive Reaktionen. Wer das persönlich nimmt, hält die Tätigkeit nicht lange durch. Dazu kommt körperliche Beanspruchung: mehrere Stunden Gehen und Treppensteigen täglich, bei Regen, Kälte und Dunkelheit.

Der Bereich hat einen schlechten Ruf, teils zu Recht. Aggressive Verkaufsmethoden, unklare Vertragsbedingungen und Provisionsdruck haben in der Vergangenheit zu Beschwerden und Abmahnungen geführt. Wer sauber arbeiten will, muss dem Druck der eigenen Zielvorgaben standhalten. Die Fluktuation ist entsprechend hoch, viele geben in den ersten Monaten auf. Bei reiner Provisionsvergütung schwankt das Einkommen von Monat zu Monat erheblich, und schwache Wochen schlagen unmittelbar durch.

Aussichten

Solange Glasfasernetze ausgebaut werden und Energieanbieter um Kunden konkurrieren, bleibt die Nachfrage nach Außendienstlern hoch. Einstiegsstellen sind fast immer verfügbar. Wer Abschlüsse bringt, wird schnell Teamleiter und übernimmt eigene Gruppen, später Gebietsverantwortung oder eine Vertriebsagentur mit eigenen Mitarbeitern. Von dort ist der Wechsel in klassischen Außendienst, Key-Account-Management oder Vertriebsleitung möglich. Wer nur Aufträge abarbeitet und nicht in Führung oder Fachvertrieb wechselt, bleibt dagegen dauerhaft von Provisionen und wechselnden Kampagnen abhängig.

Aufgaben

  • Zugewiesene Straßenzüge und Wohngebiete systematisch abklingeln
  • Produkte und Tarife im Türgespräch verständlich erklären
  • Bedarf ermitteln und passende Angebote auswählen
  • Einwände und Preisfragen im Gespräch beantworten
  • Verträge digital auf dem Tablet abschließen und Widerrufsbelehrung übergeben
  • Kontaktergebnisse und Terminwünsche in der Vertriebssoftware erfassen
  • An Team-Briefings und Produktschulungen teilnehmen
  • Reklamationen und Rückfragen von Kunden weiterleiten

Voraussetzungen

  • Keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, kaufmännische Grundkenntnisse hilfreich
  • Sehr gutes mündliches Deutsch und sicheres Auftreten gegenüber Fremden
  • Belastbarkeit gegenüber häufiger Ablehnung
  • Körperliche Fitness für stundenlanges Gehen und Treppensteigen bei jedem Wetter
  • Bereitschaft zu Arbeitszeiten am späten Nachmittag, Abend und samstags
  • Führerschein Klasse B und oft Reisebereitschaft
  • Einwandfreies Führungszeugnis wird von vielen Auftraggebern verlangt

Wo man arbeitet

  • Vertriebsdienstleister und Sales-Agenturen
  • Telekommunikations- und Glasfaseranbieter
  • Energieversorger und Stromvertriebe
  • Verlage mit Abonnementvertrieb
  • Spendenwerbung für Hilfsorganisationen
  • Selbstständige Handelsvertretungen

Der Weg in den Beruf

Ein geregelter Ausbildungsberuf existiert nicht; der Einstieg erfolgt über eine betriebliche Schulung von wenigen Tagen bis zwei Wochen und anschließende Begleitung im Gebiet. Wer eine kaufmännische Grundlage möchte, kann eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder im Einzelhandel absolvieren. Als Weiterbildung bietet sich der Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel oder eine IHK-Prüfung zum Fachmann für Kaufmännische Betriebsführung an.

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